Stand: 22.09.2019 15:18 Uhr

Vier Tore gegen den Frust - HSV deklassiert Aue

von Ines Bellinger, NDR.de
Brachte den HSV mit seinem ersten Saisontor auf Siegkurs: Rechtsverteidiger Josha Vagnoman (M.).

Der Hamburger SV hat nach der Derbypleite gegen St. Pauli erfolgreich Frustbewältigung betrieben. Der Aufstiegsfavorit gewann sein Heimspiel gegen den FC Erzgebirge Aue am Sonntag auch in der Höhe verdient mit 4:0 (2:0). Mit einem Punkt Rückstand auf Spitzenreiter VfB Stuttgart belegt der HSV nun Rang zwei in der Zweitliga-Tabelle und ist damit wieder auf Kurs. Die Partie gegen die gut in die Saison gestarteten, im Volksparkstadion aber harmlosen Gäste spielten die HSV-Profis souverän und diszipliniert herunter und mussten dabei nicht einmal an ihre Leistungsgrenze gehen.

Trainer Dieter Hecking stand an der Seitenlinie, nachdem er das Abschlusstraining aus familiären Gründen nicht hatte leiten können. Er coachte sein Team zwar gegen Aue, stand nach Abpfiff für Interviews aber nicht zur Verfügung. "Es war wichtig nach der Derby-Niederlage die richtige Antwort zu geben - nicht nur für uns, sondern auch für die Fans", sagte Co-Trainer Dirk Bremser, der Hecking in der Pressekonferenz vertrat. "Die Mannschaft hat das gut gemacht. Vor allem mit den langen Bällen sind wir häufig in den Rücken der Abwehr gekommen."

Routiniers Hunt und Harnik in der Startelf

Hecking hatte auf die erste Saisonniederlage reagiert und drei Wechsel vorgenommen. Für Bakery Jatta, David Kinsombi und Khaled Narey rückten Kapitän Aaron Hunt, Martin Harnik und Jeremy Dudziak in die Startelf. Routinierte Kräfte sollten das kurzzeitig schlingernde Schiff wieder auf Kurs bringen, und diese Maßnahme sollte sich als die richtige erweisen. Nach nervösem Beginn - Torwart Daniel Heuer Fernandes musste nach einem Fehlpass von Rick van Drongelen weit vor seinem angestammten Revier klären (1.) - übernahmen die Hausherren schnell die Kontrolle.

Hunts feine Vorarbeit ließen Lukas Hinterseer und Sonny Kittel zunächst noch ungenutzt (3.). Danach versuchten die HSV-Profis immer wieder, mit Pässen in die Schnittstellen der Auer Abwehr zum Erfolg zu kommen. Doch erst eine Einzelleistung von Josha Vagnoman brachte die ersehnte Führung. Der Rechtsverteidiger machte vor dem Strafraum der Gäste einen Schwenk nach innen und zog aus 17 Metern ab. Sein abgefälschter Schuss senkte sich unhaltbar für Martin Männel ins Tor (18.). Der Auer Torwart reklamierte wie sein Trainer Dirk Schuster lautstark eine Abseitsstellung von Harnik, der ihm die Sicht versperrt habe. Doch Schiedsrichter Tobias Reichel aus Stuttgart und auch der Videoschiedsrichter sahen keinen Anlass, die Szene noch einmal zu überprüfen.

Van Drongelens Steilpässe fruchten

Die frühe Führung gab den HSV-Spielern noch nicht die gewünschte Sicherheit, wohl aber eine Parade ihres Schlussmanns. Heuer Fernandes lenkte einen Kopfball von Christoph Daferner zur Ecke (23.). Es war die erste Chance der Gäste im Spiel - und auch die einzige in der ersten Hälfte. Dafür fruchtete nun einer der vielen mit einem Steilpass eröffneten HSV-Angriffe. Van Drongelen schickte Harnik, der zu Hinterseer ablegte. Anders als noch im Derby versenkte der Mittelstürmer frei vor dem Tor die Kugel spielend leicht (32.).

Harnik und Hunt belohnen sich

7.Spieltag, 22.09.2019 13:30 Uhr

Hamburger SV

4

Erzgeb. Aue

0

Tore:

  • 1:0 Vagnoman (18.)
  • 2:0 Hinterseer (32.)
  • 3:0 Harnik (47.)
  • 4:0 Hunt (63.)

Hamburger SV: Heuer Fernandes - Vagnoman, G. Jung, van Drongelen, Leibold - Fein - Dudziak (72. Amaechi), Hunt - Harnik (60. Samperio Bustara), Hinterseer (81. Wood), Kittel
Erzgeb. Aue: Männel - Kalig, Gonther, Mihojevic, Kusic (50. J.-P. Strauß) - Riese, Fandrich, Baumgart, Hochscheidt - Daferner (46. Nazarov), Testroet (73. Krüger)
Zuschauer: 44021

Weitere Daten zum Spiel

Die Führung zur Pause war über alle Zweifel erhaben, und nach Wiederanpfiff ging es munter weiter mit der Frustbewältigung. Und zwar nach Schema F: Ein weiter Ball von van Drongelen erreichte Harnik. Der in Hamburg geborene und von Werder Bremen gekommene "Heimkehrer" hatte keine Mühe, den Ball anzunehmen und zu seinem ersten Tor im HSV-Trikot zu vollenden (47.). Auch Hunt wurde belohnt für seine ausdauernden Bemühungen, den HSV-Angriffen spielerische Qualität zu verleihen. Eine Passfolge, die er selbst eingeleitet hatte, schloss er mit einem gekonnten Lupfer ab (62.). Aue ergab sich in sein Schicksal. Und obwohl der HSV einen Gang zurückschaltete, war er dem fünften Tor näher als die Gäste dem Ehrentreffer.

Weitere Informationen

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Dieses Thema im Programm:

Sportclub | 22.09.2019 | 22:50 Uhr

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