Stand: 21.04.2019 16:03 Uhr

St. Pauli verabschiedet sich aus Aufstiegsrennen

von Florian Neuhauss, NDR.de
In Heidenheim enttäuschten die St. Paulianer um Kapitän Johannes Flum (M.) einmal mehr.

Der erhoffte Effekt des Trainerwechsel beim FC St. Pauli ist offenbar bereits verpufft. Die Kiezkicker blieben im zweiten Spiel unter Trainer Jos Luhukay nicht nur zum zweiten Mal ohne Sieg, die Art und Weise, wie es zur 0:3 (0:3)-Niederlage beim 1. FC Heidenheim kam, stimmte sehr nachdenklich. "Das Spiel war nach 30 Minuten eigentlich entschieden", stellte Luhukay enttäuscht fest. "Spiel und Ergebnis sind irritierend." Durch die Ergebnisse vom Vortag hätten die Hamburger, die nunmehr seit sechs Spielen auf einen Dreier warten, noch einmal in das Aufstiegsrennen zurückkehren können. Doch statt wie von Präsident Oke Göttlich beim Trainerwechsel gefordert, wieder zu zeigen, dass "wir Spiele gewinnen wollen", agierte das Team viel zu lange wie das bemitleidenswerte Kaninchen vor der Schlange und ist nun als Achter auch tabellarisch in der Mittelmäßigkeit angekommen.

Heidenheim eine Klasse besser als St. Pauli

30.Spieltag, 21.04.2019 13:30 Uhr

Heidenheim

3

FC St. Pauli

0

Tore:

  • 1:0 Schnatterer (18.)
  • 2:0 Dovedan (26.)
  • 3:0 Dovedan (28.)

Heidenheim: Ke. Müller - Busch, Mainka, Beermann, Theuerkauf - Griesbeck, Dorsch - Andrich, Dovedan (64. Thomalla), Schnatterer (64. Leipertz) - Glatzel (77. Skarke)
FC St. Pauli: Himmelmann - Y.-Y. Park, Carstens (58. Zehir), Hoogma, Dudziak (68. Neudecker) - Flum, Knoll - Miyaichi, Buchtmann (46. Becker), Allagui - Meier
Zuschauer: 13700

Weitere Daten zum Spiel

Dabei hatte St. Pauli in Heidenheim konzentriert begonnen. Die Gastgeber kamen nur zu ein paar Distanzschüssen, die allesamt das Tor von Robin Himmelmann verfehlten. Die beste Chance der Anfangsphase hatten die Kiezkicker. Ryo Miyaichi eroberte den Ball und Christopher Buchtmann kam wuchtig am Sechzehner zum Abschluss, doch FCH-Keeper Kevin Müller parierte stark (9.).

Die Heidenheimer stellten sich aber schnell besser auf ihre Gäste ein und erhöhten sukzessive den Druck. Folgerichtig gingen sie in Führung: Robert Glatzel setzte sich im Mittelfeld durch und passte zu Marc Schnatterer. Ein strammer Schuss aus 17 Metern und es stand 1:0 (18.). Danach wurde es schnell bitter für die Hamburger, die in dieser Phase total überfordert wirkten. Innerhalb von zwei Minuten erhöhte der Österreicher Nikola Dovedan mit einem Doppelpack auf 3:0 (26./28.). Bei dem Ergebnis blieb es bis zur Pause, auch wenn es St. Pauli in der Folge kaum besser machte. Immer wieder sah es nach einem Klassenunterschied aus.

Becker kommt, schießt und fliegt

In der Pause dürfte Luhukay deutlich geworden sein, und seine Spieler zeigten eine Reaktion. Der gerade eingewechselte Finn Ole Becker prüfte Sekunden nach Wiederanpfiff Müller (46.). Und mit dem Freistoß von Marvin Knoll (48.), der auf dem Tornetz landete, hatten die Kiezkicker schon mehr Offensivakzente gesetzt als in der kompletten ersten Hälfte. Der 18-jährige Becker tat dem Spiel der Gäste sichtlich gut und verzeichnete eine weitere Chance (59.). Doch so richtig gefährlich war das alles nicht - und sicher auch dadurch begünstigt, dass die Heidenheimer einen Gang zurückgeschaltet hatten. Und dann hatte Becker auch schon wieder Feierabend. Nach einem wiederholten Foulspiel sah der übermotivierte Jungspund Gelb-Rot (73.).

Damit waren die letzten Hamburger Hoffnungen dahin. Zumal die Hausherren ohnehin dichter am nächsten Treffer waren. Schnatterer (51.), Robert Andrich (55.), Denis Thomalla (74.) und Robert Leipertz (79.) schossen knapp vorbei. In der Schlussminute klärte Richard Neudecker einen Leipertz-Schuss auf der Linie, und so fiel das Ergebnis am Ende noch deutlich zu niedrig aus.

Dieses Thema im Programm:

Sportclub | 21.04.2019 | 23:05 Uhr