Josuha Guilavogui vom VfL Wolfsburg © Screenshot

Wolfsburgs Josuha Guilavogui: "Ich möchte etwas hinterlassen"

Stand: 31.10.2022 15:37 Uhr

Pokalsieger, Vizemeister und lange Zeit Kapitän - Josuha Guilavogui wird von seinen Teamkollegen beim VfL Wolfsburg geschätzt und von den Fans geliebt. Abseits des Feldes hilft er Waisenkindern in Guinea.

von Robert Witt

Sein Markenzeichen ist das Lächeln. Seit fast siebeneinhalb Jahren kennt man es jetzt schon in der Fußball-Bundesliga. Doch aktuell gibt die sportliche Situation von Josuha Guilavogui beim VfL Wolfsburg wenig Anlass dazu.

Seit vergangenem Winter spielt der Franzose auf dem Rasen nur noch selten eine Rolle. Erst wurden die Einsatzminuten immer weniger, dann wechselte er leihweise zu Girondins Bordeaux nach Frankreich. Dort spielte er gegen Lionel Messi und gegen den Abstieg - am Ende ohne Erfolg.

Teamplayer für die "kleinen Brüder"

Im Sommer ging es zurück nach Wolfsburg. Aber auch unter Neutrainer Niko Kovac gehört der 32-Jährige nicht zur Stammelf, akzeptiert aber seine Rolle im Team und gibt den jüngeren Spielern seine Erfahrung weiter. "Klar bin ich unglücklich, nicht zu spielen. Aber sie sind alle meine kleinen Brüder und ich muss mich auch für sie freuen", sagte der "Sechser" im NDR Sportclub.

Ob Guilavoguis Zukunft in Wolfsburg liegt, ist offen. Der Vertrag des Franzosen beim VfL läuft Ende der Saison aus. "Ich hatte viele Angebote im Sommer. Im Moment bin ich aber für die Mannschaft da. Der Trainer weiß, dass er auf mich zählen kann."

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Geboren in Frankreich, die Wurzeln in Westafrika

Guilavogui hatte immer den Traum Fußballprofi zu werden. "Ich war nicht sehr gut. Aber ich habe gedacht, wenn ich Gott ein Versprechen gebe, bekomme ich vielleicht etwas zurück", erzählt der Familienvater, dessen Geschichte 1990 in Toulon beginnt. Hier wurde Guilavogui geboren. Die Heimat seiner Eltern ist Guinea in Westafrika - eines der ärmsten Länder der Welt mit einer hohen Analphabetenquote. Nur jedes zweite Kind besucht eine Grundschule.

Genau dort möchte der Bundesligaprofi etwas zurückgeben. Vor zwei Jahren gründete er eine Stiftung und hat in Guinea ein Haus für Waisenkinder gemietet. 21 Kinder leben hier aktuell, geführt wird es von seiner Tante und deren Mann. Um mehr Kinder aufnehmen zu können, haben sie ein neues Haus in der Nähe der Hauptstadt Conakry gebaut.

"Wenn eines dieser Kinder kommt und sagt 'Papa, du hast mein Leben gerettet', ist es das Schönste, was man hören kann." Joshua Guilavogui

Guilavogui ist so oft wie möglich vor Ort. "Ich lebe in zwei Welten: der Fußballwelt und in diesem Waisenhaus. Sie nennen mich dort Papa. Die Kinder haben keine Eltern."

Zurück in der Erfolgsspur

Auch in seiner anderen Welt läuft es seit einiger Zeit wieder besser. Das 4:0 gegen den VfL Bochum war der dritte Saisonsieg und wettbewerbsübergreifend das sechste Spiel in Serie ohne Niederlage. Dennoch sei der Abstiegskampf für Wolfsburg nicht beendet, so Guilavogui. "Ich denke, wir sind auf einem guten Weg. Am Wochenende geht es zu Mainz 05, wenn wir da nicht gewinnen, wären wir wieder in Gefahr", so der Mittelfeldmann.

Wolfsburg steht aktuell auf Platz zwölf mit 14 Punkten und hat fünf Punkte Vorsprung auf den Relegationsplatz. Das Vertrauen in die eigenen Stärken sei wieder da, so Guilavogui. "Im Fußball ist das wichtigste, dass elf Spieler zur gleichen Zeit das Gleiche denken. Und das entsteht nur durch die gemeinsame Arbeit Tag für Tag."

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Sportclub | 30.10.2022 | 22:50 Uhr

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