Stand: 19.07.2020 13:08 Uhr

Werders "neuer Weg": Mit Sturm-Juwel Dinkci?

Eren Dinkci avancierte in der vergangenen Saison zum Top-Torjäger von Werders A-Junioren.

Werder Bremens Trainer Florian Kohfeldt hatte sich mit klaren Worten in den Urlaub verabschiedet. Bei der Saisonanalyse nach dem nur knapp vermiedenen Abstieg kündigte der Werder-Coach einen "neuen Weg" an: "Es wird ein Weg sein, der wieder deutlich mehr den Entwicklungsschritt beinhaltet, als wir ihn dieses Jahr geplant hatten." Er habe "richtig Lust" darauf. Klar ist aber auch: Es wird ein harter Weg angesichts eines Corona-bedingten Defizits von 30 Millionen Euro und fälliger Kaufverpflichtungen für Leonardo Bittencourt und Ömer Toprak (geschätzte zwölf Millionen Euro). Erforderlich ist eine kreative Kaderplanung, zum Beispiel mit Blick auf den eigenen Nachwuchs.

Sturm-Juwel Dinkci bleibt

So gelang es den Club-Verantwortlichen, Mittelstürmer-Talent Eren Dinkci trotz des Interesses von Juventus Turin von einem Verbleib an der Weser zu überzeugen. Der 18-Jahre alte türkische Junioren-Nationalspieler, der in der vergangenen Saison für Werders U19-Nachwuchs 22 Tore in 20 Partien erzielte, rückt fest in das Regionalliga-Team auf - mit der klaren Perspektive Profikader. "Er wird immer mal wieder bei den Profis dabei sein. Wir wollen ihn an die Bundesliga heranführen", erklärte Werder-Sportchef Frank Baumann dem Internet-Portal "deichstube.de".

Was wird aus Johannes Eggestein?

Dinkci wäre im Erfolgsfall nicht der erste Stürmer, der es von den Werder-Junioren zu den Profis schafft.

Niclas Füllkrug ging vor acht Jahren den gleichen Weg und zählt seit seiner Rückkehr in der vergangenen Saison zu den Führungsspielern in Bremen. Johannes Eggestein wurde in drei aufeinanderfolgenden Jugendjahren bei Werder jeweils Torschützenkönig in der B-Junioren- bzw. A-Junioren-Bundesliga. 2017 feierte er sein Bundesliga-Debüt bei den Profis und kommt inzwischen auf 44 Erstliga-Einsätze. In den vergangenen Wochen spielte der Kapitän der der deutschen U21-Nationalmannschaft allerdings keine Rolle mehr unter Kohfeldt.

Der 22-Jährige soll dennoch bleiben: "Wir haben mit Jojo besprochen, dass wir uns nach der Saison in Ruhe zusammensetzen werden. Dann werden wir sehen, wie er die Situation sieht und wie unser Kader besetzt ist. Von unserer Seite ist grundsätzlich die Überzeugung da, dass Johannes seine Qualitäten auch in der Bundesliga einbringen kann", sagte Baumann.

Handlungsbedarf in der Offensive

Bedarf im Sturm - der in der abgelaufenen Saison eher ein laues Lüftchen war - haben die Bremer auf jeden Fall. Oldie Claudio Pizarro hat seine Karriere beendet, Milot Rashica verlässt den Club aller Voraussicht nach (Leipzig?), Fin Bartels (Kiel?) möglicherweise auch. Ob Davie Selke nach seiner enttäuschenden Saison und Rückkehrer Martin Harnik die Erwartungen an der Weser erfüllen, ist fraglich. Füllkrug, der beinahe die komplette Saison ausfiel, ist verletzungsanfällig, auch Josh Sargent hat noch viel Luft nach oben. In Johan Mina haben die Bremer indes ein weiteres "Juwel" an Land gezogen. Der 18-Jährige offensive Mittelfeldspieler aus Ecuador ist laut Baumann ein "Spielmacher mit Abschlussqualitäten".

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Dieses Thema im Programm:

Sport aktuell | 19.07.2020 | 14:25 Uhr

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