VIDEO: Werder-Coach Kohfeldt: "Eine gefährliche Situation" (3 Min)

Werders Sieglos-Serie hält an - Bremen droht Tabellenkeller

Stand: 06.12.2020 18:39 Uhr

Werder Bremen droht nach einem ordentlichen Saisonstart ins letzte Tabellendrittel durchgereicht zu werden. Die Hanseaten verloren gegen den VfB Stuttgart mit 1:2 und sind nun bereits seit sieben Partien sieglos.

von Hanno Bode

Die Art und Weise, wie sich die Hanseaten am Sonntagabend gegen den Aufsteiger präsentierten, erinnerte dabei zumindest phasenweise an die vergangene Grusel-Saison, als sich Werder erst am letzten Spieltag noch auf den Relegationsplatz retten konnte. Auf eben diesen Rang 16 haben die Bremer zwar aktuell noch vier Punkte Vorsprung. Weil die kommenden beiden Gegner aber RasenBallsport Leipzig und Ballspielverein Borussia Dortmund heißen, könnten Werder ungemütliche Weihnachten drohen.

"Das ist eine gefährliche Situation. Ich habe es im letzten Jahr nur intern gemacht, jetzt sage ich es auch öffentlich: Wir müssen extrem wachsam sein", forderte Trainer Florian Kohfeldt. "Obacht, nicht sich in die Tasche lügen! Wir müssen es schaffen, so schnell wie möglich wieder zu punkten. Egal, gegen wen, um den Abstand nach unten Richtung Weihnachten stabil zu halten."

"Wir sind fußballerisch und als Mannschaft besser als zu Beginn der Saison, punkten aber weniger. Das macht mir Sorgen. Große Sorgen." Florian Kohfeldt

Osako vergibt Führung - VfB nutzt Strafstoß

Dabei hatten die Gastgeber schwungvoll begonnen und bereits nach sechs Minuten durch Yuya Osako die große Chance zur Führung besessen. Doch der Japaner schoss freistehend überweg. Werder setzte nach und den VfB weiter unter Druck - ohne allerdings zu weiteren nennenswerten Möglichkeiten zu kommen. Mit fortlaufender Spieldauer schlich sich zunehmend der Fehlerteufel ins Aufbauspiel der Hanseaten ein. Stuttgart gewann hingegen in der Vorwärtsbewegung an Stabilität und agierte insgesamt etwas durchdachter, wenn auch nicht viel zwingender als die Norddeutschen.

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Bremens Ömer Toprak ist enttäuscht. © WITTERS Foto: TimGroothuis

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Dem Aufsteiger kam bei seinem Bemühen, das 1:0 zu erzielen, dann Tahith Chong zur Hilfe. Der in seinen Aktionen immer ein wenig hippelig wirkende Außenangreifer ging im eigenen Strafraum hölzern gegen Wataru Endo zu Werke und brachte den Japaner zu Fall. Schiedsrichter Frank Willenborg (Osnabrück) zeigte nach kurzem Zögern auf den Elfmeterpunkt. Eine korrekte Bewertung des Zweikampfes, den Chong viel cleverer hätte führen müssen. Silas Wamangituka verwandelte den Strafstoß sicher zur durchaus verdienten Stuttgarter Pausenführung (31.).

Zu spät: Werders Tor nur Ergebniskosmetik

Auch nach dem Seitenwechsel versuchten die Bremer zunächst vergeblich, Struktur in ihr Spiel zu bekommen. Der viermalige Meister schaffte es in Abwesenheit seines verletzten Flügelflitzers Milot Rashica nur sporadisch, hinter die VfB-Abwehr zu kommen. Da Pässe in die Tiefe absoluten Seltenheitswert bei den Hanseaten hatten, musste die Gäste-Abwehr primär Flanken aus dem Halbfeld klären. Eine ziemlich dankbare Aufgabe für die Schwaben-Defensive um den früheren Hannoveraner Waldemar Anton.

"Stuttgart macht zwei Tore und hat eigentlich keine Torchance. Wir schenken die beide her." Florian Kohfeldt

Kohfeldt reagierte auf die harmlosen Angriffsversuche seines Teams und wechselte in dem baumlangen Nick Woltemade einen Spielertyp "Brecher" für den wirkungslosen Leonardo Bittencourt ein (60.). Zudem kam Davie Selke für Joshua Sargent, der sich in vorderster Front aufgerieben hatte. Die Bremer Vorstellung besserte sich anschließend - allerdings nicht signifikant. Ein ansehnlicher Konter, den Woltemade aber nicht erfolgreich abschließen konnte (66.), hätte den Hausherren eigentlich Mut geben müssen, öfter mit mehr Tempo und Risiko anzugreifen.

Doch es ging kein richtiger Ruck durchs Kohfeldt-Team, das sich zudem nach einem Missverständnis zwischen Keeper Jiri Pavlenka und Ömer Toprak selbst jeglicher Chancen beraubte: Wamangituka traf zum 2:0 (90.+1). Selkes Anschlusstor per Kopf (90.+3) war lediglich noch Ergebniskosmetik.

10.Spieltag, 06.12.2020 15:30 Uhr

Werder Bremen

1

VfB Stuttgart

2

Tore:

  • 0:1 Wamangituka (30., Foulelfmeter)
  • 0:2 Wamangituka (90. +1)
  • 1:2 Selke (90. +3)

Werder Bremen: Pavlenka - Gebre Selassie, Toprak, Friedl, Augustinsson - M. Eggestein, Groß (87. Erras) - Bittencourt (60. Woltemade), Osako (80. Schmid), Chong - Sargent (60. Selke)
VfB Stuttgart: Kobel - Mawropanos (46. P. Stenzel), Anton, M. O. Kempf, Sosa - Mangala, Endo - Wamangituka (90.+2 Churlinov), Castro (59. Förster), Coulibaly (73. Massimo) - Kalajdzic (59. Klement)
Zuschauer:

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Dieses Thema im Programm:

Sportclub | 06.12.2020 | 22:50 Uhr

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