VIDEO: Werder kämpft um Klassenerhalt - doch was kommt dann? (3 Min)

Werder und Kohfeldt: Erst Klassenerhalt, dann doch die Trennung?

Stand: 01.05.2021 11:30 Uhr

Werder Bremen ist im Pokal ausgeschieden, doch Trainer Florian Kohfeldt bleibt trotz der Niederlage gegen Leipzig im Amt - vielleicht aber nur bis zum Saisonende. Nun liegt der Fokus der Hanseaten auf dem Bundesliga-Klassenerhalt.

von Sebastian Ragoß

Florian Kohfeldt ging nach dem Abpfiff mit verschränkten Armen von seiner Trainerbank auf den Rasen, wo die Spieler von Werder Bremen tief enttäuscht hockten oder lagen. In letzter Minute der Verlängerung hatten die Hanseaten das Pokal-Halbfinale gegen RB Leipzig verloren (1:2) - "zum schlimmstmöglichen Zeitpunkt", so der Coach.

Der große Außenseiter durfte lange Zeit auf eine Überraschung und den Final-Einzug hoffen. Am Ende war es allerdings wieder mal ein bitterer Abend für den gebeutelten Traditionsclub von der Weser.

Sportchef Baumann: "Florian bleibt natürlich Trainer"

Für Kohfeldt selbst war das Halbfinale ein Endspiel - ein Endspiel um seinen Job. Das hatten Aufsichtsrat und Sport-Geschäftsführer Frank Baumann zuvor deutlich klargestellt. Doch ebenso klar waren nach der Partie die Aussagen, dass der Coach seinen Posten zunächst behalten wird. "Wir wollten eine Reaktion der Mannschaft sehen, die haben wir heute gesehen. Florian bleibt natürlich Trainer", sagte Baumann nach dem Spiel im Sportschau-Interview.

Kohfeldt war schwer enttäuscht ob der verpassten Chance, eine gewisse Erleichterung über den Auftritt seines Teams war ihm aber ebenfalls anzumerken. "Das ist extrem bitter, aber wir können daraus Mut schöpfen für die Liga", sagte der 38-Jährige.

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Ein Abschied im Sommer deutet sich an

Nun geht es für Werder Bremen darum, dass diese wieder einmal nervenaufreibende Saison nicht mit dem zweiten Bundesliga-Abstieg der Clubgeschichte endet. "Ich will es hier vernünftig zu Ende bringen. Ich habe viel Energie und will auf jeden Fall mit dieser Mannschaft in der Liga bleiben", betonte Kohfeldt. Ein wenig Abschied schwang in den Aussagen bereits mit. Womöglich weiß Kohfeldt, dass im Sommer Schluss sein wird.

Gleichzeitig betrieb er aber noch einmal offensiv Werbung in eigener Sache: "Eine Mannschaft, die so spielt, kann kein grundlegendes Problem mit dem Trainer haben."

An der Einsatzfreude, Laufbereitschaft und am Zweikampfverhalten der Bremer gab es in der Tat nichts auszusetzen. Nur: Reichen diese fußballerischen Sekundärtugenden aus, um in den verbleibenden drei Bundesliga-Partien die nötigen Punkte für den Klassenerhalt zu holen? Ausgeschlossen ist dies keinesfalls.

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Ziehen bei Werder alle an einem Strang?

Entscheidend wird allerdings sein, ob Werder in den letzten Wochen der Spielzeit wieder zu einer echten Einheit wird. Personaldiskussionen und Debatten zwischen Aufsichtsratsmitgliedern und Aufsichtsratskandidaten haben in den vergangenen Wochen nicht den Eindruck vermittelt, dass in Bremen - wie sonst üblich - alle an einem Strang ziehen.

Kohfeldt betonte, dass es in der sportlichen Führung keinerlei Differenzen gebe, trotz des Ultimatums für den Trainer. "Es gibt null Problem zwischen Frank Baumann und mir. Es ist seine Aufgabe, abzuwägen, mit welchem Trainer die Wahrscheinlichkeit am höchsten ist, diesen wahnsinnig tollen Verein in der Liga zu halten", sagte der Übungsleiter.

Anschließend können sich Baumann und Kohfeldt darüber austauschen, ob es auch in der kommenden Saison noch eine Zusammenarbeit gibt. Eine Trennung nach dem erfolgreichen Klassenerhalt wäre aber wohl nicht der schlechteste Abgang für den 38 Jahre alten Coach.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 2 Sport | 30.04.2021 | 23:03 Uhr

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