Trainer Florian Kohfeldt von Werder Bremen © imago images/Nordphoto Foto: Kokenge

Werder-Coach Kohfeldt: Corona-Fall darf keine Ausrede sein

Stand: 24.10.2020 14:04 Uhr

Werder Bremens Trainer Florian Kohfeldt will den positiven Corona-Test von Abwehrspieler Felix Agu und den damit verbundenen Trainingsausfall nicht als "Ausrede" im Falle einer Niederlage gegen die TSG 1899 Hoffenheim heranziehen.

"Es wird von mir kein Klagen geben", sagte der 38-Jährige am Sonnabend, einen Tag vor dem Duell mit den Kraichgauern (ab 18 Uhr im Livecenter bei NDR.de). Jeder Bundesligaverein und jeder in der Gesellschaft habe "in irgendeiner Form" mit der Pandemie zu kämpfen. "Wir konnten uns vorbereiten, aber klar: Ein, zwei Handyakkus hat mich das gekostet", so der Coach, der während der freiwilligen Quarantäne des gesamten Kaders am Donnerstag mit seinem Team unter anderem per Videokonferenz und telefonisch kommunizierte. Auch Gegner Hoffenheim ist von Corona betroffen. Top-Torjäger Andrej Kramaric und Kasim Adams fehlen wegen positiver Tests, Pavel Kaderabek wegen eines Corona-Falls in der Familie.

Am Freitag hatte Werder aufgeatmet, nachdem eine Testreihe nur negative Ergebnisse brachte und das Team in den Trainingsbetrieb zurückkehren konnte. "Das Spiel ist nicht gefährdet", sagte Sportchef Frank Baumann. "Trotzdem haben wir alle mitbekommen, dass die Einschläge in den letzten Tagen immer nähergekommen sind."

Chongs Quarantäne vorzeitig aufgehoben

Nach einem positiven Corona-Test bei Agu, dessen Namen Baumann am Freitag bekannt gab, hatte Werder vorsorglich die komplette Mannschaft, Trainer und Betreuer für einen Tag nach Hause geschickt. Das Gesundheitsamt verhängte für den Profi und ein Mitglied des Funktionsteams eine 14-tägige Quarantäne. Diese hätte auch den übrigen Bremern gedroht, wenn es nun weitere positive Befunde gegeben hätte.

Tahith Chong galt zunächst ebenfalls als Kontaktperson der Kategorie 1 und hätte demnach auch 14 Tage in Quarantäne gemusst. Am Sonnabend entschied das Gesundheitsamt jedoch, dass der Niederländer nicht in diese Kategorie einzustufen sei. Er darf somit am Sonntag eingesetzt werden. "Er hat unsere taktische Einheit leider verpasst. Das ist schade, weil er zu Beginn der Woche gut trainiert hat. Er wird aber auf jeden Fall im Kader sein", sagte Kohfeldt, der nicht verriet, wie er das Fehlen von Agu und des unter einer Oberschenkelzerrung leidenden Ludwig Augustinsson auf der linken Abwehrseite kompensieren will.

Werder-Profis künftig nur noch in Einzelzimmern

Agu, der leichte Symptome aufweist, habe die Ereignisse "auch mental gut weggesteckt. Ich telefoniere täglich mit ihm. Er hätte definitiv gespielt", so Kohfeldt. Als erste Konsequenz aus dem aktuellen Corona-Fall sollen die Werder-Profis die Aufenthaltsdauer in der Kabine noch weiter reduzieren. Außerdem sollen sie bei Bundesliga-Spielen künftig nur noch in Einzelzimmern untergebracht werden.

Diese Praxis galt auch schon im Endspurt der vergangenen Saison, aus Kostengründen war Werder jedoch seit Sommer wieder auf Doppelzimmer umgestiegen. Das führte jetzt dazu, dass neben dem positiv getesteten Agu trotz negativem Test zunächst auch Chong in häusliche Quarantäne musste. Er hatte sich das Zimmer mit dem Infizierten geteilt. "Bei uns herrscht der Grundsatz, dass wir kein Risiko auf Kosten unserer Spieler eingehen werden und alles dafür tun, dass sie möglichst gesund bleiben oder wieder gesund werden", betonte Baumann.

Mögliche Aufstellungen

Bremen: Pavlenka - Veljkovic, Groß, Moisander - Gebre Selassie, M. Eggestein, Friedl - Mbom, Bittencourt - Füllkrug, Sargent
Hoffenheim: Baumann - Posch, Vogt, Akpoguma - Rudy, Samassekou, Sessegnon - Baumgartner, Geiger - Bebou, Bruun Larsen

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Dieses Thema im Programm:

Sport aktuell | 22.10.2020 | 11:25 Uhr

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