Stand: 10.11.2019 15:24 Uhr

Werder Bremen: Statt Remis eine Niederlage

von Christian Görtzen, NDR.de
Werder-Keeper Jiri Pavlenka kommt gegen Marcus Thuram zu spät.

Für Fußball-Bundesligist Werder Bremen ist am Sonntag die unbefriedigende Serie an Unentschieden - fünf waren es an der Zahl - zu Ende gegangen. Das Unschöne daran: Es gab einen Dreh ins Negative, keine Wende zum Besseren. Die Mannschaft von Trainer Florian Kohfeldt musste sich am elften Spieltag beim Tabellenführer Borussia Mönchengladbach vor 54.022 Zuschauern in der ausverkauften Arena mit 1:3 (0:2) geschlagen geben. Von ihrem Ziel, sich für die Europa League zu qualifizieren, sind die Hanseaten ein ordentliches Stück entfernt. Mit ihren elf Punkten beträgt der Rückstand auf Rang sechs schon acht Zähler. Werder Bremen geht mit bangem Blick nach unten in die länderspielbedingte Pause.

Werder kassiert Doppelschlag

Zur Mittagszeit legten die beiden Teams ungemein schwungvoll los. Nach nur 32 Sekunden setzte Borussia-Angreifer Marcus Thuram den Ball aus kurzer Distanz neben das Bremer Tor. Und wenig später prüfte auf der Gegenseite Milot Rashica Gladbachs Torhüter Yann Sommer mit einem Distanzschuss (2.).

11.Spieltag, 10.11.2019 13:30 Uhr

M'gladbach

3

Werder Bremen

1

Tore:

  • 1:0 Bensebaini (20.)
  • 2:0 P. Herrmann (22.)
  • 3:0 P. Herrmann (59.)
  • 3:1 Bittencourt (90. +3)

M'gladbach: Sommer - Lainer, Ginter, Elvedi, Bensebaini - C. Kramer (34. Hofmann), Bénes (59. Neuhaus), Zakaria - P. Herrmann, Pléa (81. Stindl), Thuram
Werder Bremen: Pavlenka - Gebre Selassie, Veljkovic, Langkamp, Friedl (81. Sargent) - M. Eggestein, N. Sahin (73. Goller), Bittencourt, Klaassen - Osako, Rashica
Zuschauer: 54022 (ausverkauft)

Weitere Daten zum Spiel

Durch konsequentes, aggressives Pressing eroberte sich der Spitzenreiter nach einer Viertelstunde Feldvorteile, und durch schnelle Kombinationen mit Zug nach vorn brachten die "Fohlen" die Werder-Defensive einige Male in Verlegenheit. Das erste Gegentor fiel allerdings nach einer Standardsituation: Laszlo Benes brachte das Spielgerät von der rechten Außenbahn hoch in den Strafraum hinein, dort gewann Ramy Bensebaini das Kopfballduell gegen Theodor Gebre Selassi und nickte zum 1:0 (20.) ein. Keine anderthalb Minuten später zappelte der Ball erneut im Netz des Gäste-Tores. Folgendes war passiert: Thuram erlief einen von Matthias Ginter weit nach vorne geschlagenen Ball und legte diesen am herausgeeilten Werder-Torhüter Jiri Pavlenka vorbei per Kopf auf Patrick Herrmann ab. Der ehemalige Nationalspieler schoss von der rechten Strafraumposition zum 2:0 (22.) ein. Nach seiner schwachen Leistung im Heimspiel gegen den SC Freiburg (2:2) patzte der tschechische Schlussmann somit erneut.

Bremer Tor per Videobeweis annulliert

Wie reagierte Werder? Auf den ersten Blick stark! Nachdem sich Rashica gegen Denis Zakaria durchgesetzt hatte, verwertete Yuya Osako das Zuspiel mit einem satten Schuss zum vermeintlichen 1:2 (25.). Doch nach Ansicht der TV-Bilder verweigerte Schiedsrichter Tobias Stieler dem Treffer zu Recht die Anerkennung, da Rashica vor dem Steilpass seinen Gegenspieler durch einen Tritt in die Kniekehle zu Fall gebracht hatte.

Auch im weiteren Verlauf der ersten Halbzeit boten die beiden Teams dem Publikum beste Unterhaltung. Für Werder zeichnete dafür in erster Linie Rashica verantwortlich, der zweimal einem Treffer sehr nahe kam (32./41.). Die beste Chance der Norddeutschen zum Anschlusstreffer hatte jedoch Maximilian Eggestein, als er in der 42. Minute freistehend aus sieben Metern per Kopfball an Sommer scheiterte. Ein 1:2 zur Pause wäre ein passendes Ergebnis gewesen, doch die Bremer gingen mit einem 0:2 in die Kabine.

Werder-Kapitän Klaassen verschießt Elfmeter

Nach fünf Minuten des zweiten Abschnitts eilte Stieler ein weiteres Mal zum Bildschirm an der Mittelinie. Er entschied auf Strafstoß für Werder - und auch das war vollkommen richtig.

Gladbachs Torschütze Bensebaini beging bei einer Abwehraktion ein Dreifach-Foul. Mit dem rechten Fuß trat er Osako auf den Spann, mit seiner rechten Hand drückte er den Japaner zudem leicht weg, und mit seiner linken Hand hielt er gleichzeitig Leonardo Bittencourt am Handgelenk fest. Nur: Werder-Kapitän Davy Klaassen nutzte die Chance vom Punkt aus nicht. Der Niederländer wählte die linke Seite, knallte per Vollspann halbhoch drauf, doch Sommer war zur Stelle und wehrte den Schuss ab (53.). Sechs Minuten später war für Werder vorzeitig alles vorbei: Die Defensive fand bei Zakarias Vorstoß nicht statt, und als dann auch noch Marco Friedl den Gladbacher Herrmann nicht attackierte, schoss dieser die Kugel trocken zum 3:0 ein. Pavlenka verhinderte gegen Alassane Plea (80.) und Lars Stindl (86.) weitere Gegentore. Eine Minute später sah Bensebaini nach einem heftigen Foul an Bittencourt die Gelb-Rote Karte - allein für diese eine Aktion hätte es schon Rot geben können. Bittencourt erzielte den verdienten Ehrentreffer (90. +3).

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Dieses Thema im Programm:

Sportclub | 08.11.2019 | 23:00 Uhr