Stand: 14.03.2019 21:42 Uhr

VfL Wolfsburg: Wer folgt auf Trainer Labbadia?

Bruno Labbadia geht - Oliver Glasner (l.) und Marco Rose (r.) gehören zu den Nachfolge-Kandidaten.

Eigentlich könnte beim VfL Wolfsburg eitel Sonnenschein herrschen. Nach zwei Beinahe-Abstiegen hat Coach Bruno Labbadia den Werksclub wieder zu einem Europacup-Anwärter gemacht. Doch das beherrschende Thema war seit Wochen der auslaufende Vertrag des Trainers und dessen Dissonanzen mit Sportvorstand Jörg Schmadtke. Letztere haben nun dazu geführt, dass Labbadia seinen Abschied zum Saisonende verkündet hat.

Labbadia: "Können jetzt in Ruhe meinen Nachfolger suchen"

Die Trennung im Sommer jetzt zu verkünden, sei "ein guter Zeitpunkt für den Verein. Sie können jetzt in Ruhe meinen Nachfolger suchen - und das in einer tollen Ausgangslage", sagte Labbadia am Mittwoch und nahm Stellung zum Verhältnis zwischen ihm und Schmadtke. "Ich glaube, dass ein Verein auf Dauer nur erfolgreich sein wird, wenn die wichtigsten handelnden Personen eine Sprache sprechen", sagte der 53-Jährige. "Warum und weshalb das bei uns nicht stattgefunden hat, das ist schade und das bedauern wir beide. Aber das ist nun mal so. Ich finde, das ist nichts Verwerfliches."

Schmadtkes Suche

Schmadtke hatte sich überrascht gezeigt, dass Labbadia nicht das vereinbarte ergebnisoffene Gespräch im April abgewartet hat. Gleichwohl soll der Manager laut "kicker" längst den Markt nach potenziellen Nachfolgern sondiert haben. NDR.de zeigt, wer auf Labbadia folgen könnte.

Führt die Spur nach Österreich?

Die heißeste Spur führt gerade nach Österreich. Gleich zwei Kandidaten werden in den Medien immer wieder genannt: Marco Rose von RB Salzburg und Oliver Glasner vom Linzer ASK. In Österreich wurde Schmadtke auch schon in seiner Kölner Zeit fündig. Mit der Verpflichtung von Peter Stöger begann am Geißbockheim die erfolgreichste Zeit der vergangenen Jahrzehnte.

Glasner ist in Deutschland bisher nahezu unbekannt. Der gebürtige Salzburger war einst Co-Trainer von Roger Schmidt bei RB und ist seit 2015 Trainer und Sportdirektor beim LASK. In dieser Zeit stiegen die Oberösterreicher in die Bundesliga auf und marschierten direkt bis in die Europa League durch. Laut "Sportbuzzer" soll der 44-Jährige, der als gewiefter Taktiker und Spielerentwickler mit guter Außendarstellung gilt, eine Ausstiegsklausel in seinem Vertrag haben.

Rose macht in Salzburg von sich reden

Rose spielte einst für Hannover 96 in der Zweiten Liga und absolvierte für Mainz 05 insgesamt 65 Bundesliga-Spiele. Bei der zweiten Mannschaft der Rheinhessen arbeitete der 42-Jährige auch erstmals als Cheftrainer. In Salzburg machte er dann nachhaltig auf sich aufmerksam: 2017 feierte er mit der U19 den sensationellen Triumph in der UEFA Youth League und wechselte danach zu den Profis, die er zur Meisterschaft und ins Halbfinale der Europa League führte. In diesem Jahr war allerdings im Achtelfinale gegen Neapel Endstation. Laut "kicker" gab es zwischen Schmadtke und Rose zuletzt bereits einen "intensiven Austausch".

Die "Wolfsburger Allgemeine Zeitung" nennt zudem Achim Beierlorzer von Zweitligist Jahn Regensburg als Kandidaten. Oder nehmen die Niedersachsen die Gespräche mit David Wagner wieder auf, der seit seinem Abschied von Premier-League-Club Huddersfield Town vereinslos ist? Rose und Wagner werden auch bei anderen Bundesligisten gehandelt. Und da kommt Labbadia wieder ins Spiel.

Bleibt Labbadia in der Bundesliga?

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Zwischen Jörg Schmadtke (l.) und Bruno Labbadia (r.) passt es nicht.

Der 53-Jährige hatte sich in den vergangenen Wochen betont gelassen gegeben, wenn er auf seine unklare Zukunft angesprochen worden war. Dass Labbadia nun von sich aus Fakten geschaffen hat, überrascht nicht so sehr. Mit den Auftritten seiner "Wölfe" hat der Fußballlehrer in dieser Saison viel Werbung in eigener Sache gemacht. Mit ihrem Chef verlassen auch die Co-Trainer Eddy Sözer und Olaf Janßen sowie Reha-Trainer Günter Kern die Niedersachsen - um im Sommer zusammen bei der Konkurrenz anzuheuern? Labbadia wurde bereits als Nachfolger von Domenico Tedesco auf Schalke gehandelt. Nach wie vor ist auch nicht klar, wen die TSG Hoffenheim präsentiert. Der Abgang von Julian Nagelsmann nach Leipzig steht schon seit Monaten fest. Beide Clubs dürften spätestens jetzt auch Labbadia auf dem Zettel haben.

Die Trainer des VfL Wolfsburg

Dieses Thema im Programm:

Sport aktuell | 13.03.2019 | 08:25 Uhr