Stand: 26.09.2019 09:47 Uhr  | Archiv

VfL-Keeperin Schult: "Man geht über Grenzen"

Fußball-Nationaltorhüterin Almuth Schult vom VfL Wolfsburg hat erstmals ausführlich und detailliert über ihre Schulterverletzung gesprochen, die sie seit Ende der Weltmeisterschaft zum Zuschauen zwingt. In der Sportclub Story (Sonntag, 23.35 Uhr im NDR Fernsehen) berichtete Schult, dass sie sich die schwere Verletzung bei einem Sturz im Training Ende April zugezogen habe. 

Keine Pause trotz großer Schmerzen

Trotzdem legte sie damals keine Pause ein, obwohl die Schmerzen groß waren. "Beim Schlafen in der Nacht bin ich aufgewacht, wenn ich mich umgedreht habe. Ich habe auch die ersten Nächte mit einer Schiene geschlafen", sagte die 28-Jährige über die ersten Wochen nach dem Sturz. Dennoch bestritt Schult mit dem VfL Wolfsburg noch zwei Bundesligaspiele sowie das DFB-Pokalfinale.

Bei der WM im deutschen Tor

Danach konnte die Schulter mittels Injektionen und Physiotherapie stabilisiert und der Schmerz gelindert werden, sodass Schult bei der WM in Frankreich im Tor stehen konnte. Genaue Angaben zur Verletzung machte sie vor dem Turnier bewusst nicht: "Wenn es nicht gut läuft und jeder hätte die Diagnose gewusst, wäre eine Diskussion entstanden - auch von Leuten, die Ahnung haben und sagen: Sie kann mit der Verletzung keine WM spielen. Dann wäre es bei einem Fehler zu einem Aufschrei gekommen." 

Während des Turniers waren der Torfrau jedoch keine Verletzungsprobleme anzumerken. "Wenn man weiß, man wird gebraucht, geht man über Grenzen. Und als Torwart muss man, egal in welcher Situation, immer suggerieren, dass es einem gut geht. Und das musste ich leider in diesem Jahr sehr oft schauspielern", so Schult.

Schult: "Bin eigentlich ein Unterhaltungsmedium"

Erst zehn Tage nach dem Ausscheiden bei der WM ließ sie sich in München von Professor Mark Tauber an der Schulter operieren. Die Bizepssehne, die Kapsel und die Gelenklippe seien in Schults rechter Schulter stark beschädigt gewesen, so Tauber. Seitdem pausiert Schult. Trotzdem bleibt sie gelassen. Niederlagen und Rückschläge gehörten zum Fußball-Geschäft. "Ich bin eigentlich nur ein Unterhaltungsmedium. Ich unterhalte Menschen, dass sie Freude haben, am Wochenende ins Stadion zu gehen. Das muss einem bewusst sein. Und dann geht man mit Fehlern oder Niederlagen auch wieder anders um", erklärte Schult.

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Dieses Thema im Programm:

Sportclub | 29.09.2019 | 23:35 Uhr

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