Stand: 27.05.2016 16:54 Uhr  | Archiv

VfL-Frauen: Stolz statt Frust

Freude über eine gute Saison statt Finalfrust. Die Fußballerinen des VfL Wolfsburg sind auch ohne Champions-League-Trophäe stolz auf sich. "Jetzt hat es uns einmal erwischt. Jede Spielerin muss ihre eigenen Lehren ziehen. Ich denke nicht, dass da ein Knacks bleibt", sagte Trainer Ralf Kellermann nach dem 3:4 im Elfmeterschießen gegen Olympique Lyon, der ersten Final-Pleite der VfL-Frauen überhaupt. Kopf hoch, so das Motto - und das Endspiel von Reggio Emilia schnell hinter sich lassen. Schließlich galt es den Saisonabschluss zu feiern. Das taten die VfL-Frauen. Erst in der Nacht nach dem Endspiel in Bologna und dann nach der Rückkehr aus Italien in der Heimat - auf dem Wolfsburger Rathausplatz. Rund 1.300 Fans empfingen die Mannschaft und sangen: "Wir sind stolz auf unser Team."

Auch ohne Siegerpokal willkommen

Natürlich fehlte sie - die Siegertrophäe der Champions-League. Aber wie hatte Mittelfeldspielerin Lena Goeßling so schön gesagt: "Den DFB-Pokal bringen wir ja mit nach Wolfsburg." Eine Feier, am Tag nach einer der bittersten Niederlagen der Vereinsgeschichte. Klingt komisch, aber das geht, betonte Stürmerin Alexandra Popp: "Es macht natürlich trotz alledem Spaß, mit den Fans zusammen den Abschluss zu feiern." Und Goeßling merkte an: "Vielleicht ist die Party nicht ganz so, wie wenn wir den Titel mit nach Wolfsburg genommen hätten, aber wir machen uns noch einen schönen Saisonabschluss." VfL-Geschäftsführer Thomas Röttgermann betonte den Stellenwert, den der Frauenfußball für Wolfsburg hat: "Was eine Mannschaft leistet, das kann man nicht in Titeln messen, das kann man nur an Leistung messen. Das was ihr geleistet habt, und ich rede nicht nur von dieser Saison, ist beispiehaft."

Kellermann: "Das war eine klasse Saison"

Schon direkt nach dem verlorenen Endspiel hatte sich in die Enttäuschung der "Wölfinnen" schnell Stolz auf das Erreichte gemischt: "Was wir 2016 geleistet haben, dass wir den zweiten Platz in der Liga geschafft haben, dass wir den Pokaltitel geholt haben und dass wir so ein offenes Finale gespielt haben - das war schon eine klasse Saison", bilanzierte der zufriedene Kellermann. Und auch Stürmerin Popp hatte den Final-Frust recht schnell abgeschüttelt: "Riesengroßen Respekt an die Mannschaft. Wir haben eine gute und schöne Saison gespielt. Das zählt, auch wenn es jetzt gerade blöd ist."

Auch kommende Saison Champions League

Und es gibt ja auch ein dickes Trostpflaster: Als Zweiter der Bundesliga ist der VfL auch in der nächsten Saison in der Champions League dabei. "Wir werden die positiven Dinge mitnehmen", versprach Trainer Kellerman, für den die aktuellen Erfolge besonders wertvoll sind: "Wir haben viele Probleme gehabt nach der Weltmeisterschaft. Viele Spielerinnen waren mental und körperlich nicht bei 100 Prozent. Dann hatten wir einen Umbruch. Es hat gedauert, bis sich die Mannschaft gefunden hat." Man darf gespannt sein, ob der VfL auch nach diesem Sommer Anlaufschwierigkeiten haben wird. Schließlich steht auch 2016 ein großer Wettbewerb auf dem Programm: das Fußballturnier bei den Olympischen Sommerspielen in Rio de Janeiro.

Dieses Thema im Programm:

Aktuell | 27.05.2016 | 17:00 Uhr

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