Stand: 13.07.2020 12:13 Uhr

St. Pauli: Mit Schultz zurück in die Zukunft

Timo Schultz ist beim FC St. Pauli vom U19-Coach zum Trainer des Zweitliga-Teams befördert worden.

Als Timo Schultz 2005 von Holstein Kiel zum FC St. Pauli wechselte, kämpften die Hamburger unter Trainer Andreas Bergmann in der Regionalliga Nord um Punkte. Die heute hochmoderne Arena des Kiezclubs? Damals eine Bruchbude! Der 42-Jährige schwelgte ob seiner langen Vereinszugehörigkeit bei seiner Vorstellung als neuer Chefcoach des Fußball-Zweitligisten am Montag auch ein wenig in Erinnerungen. "Ich bin schon 15 Jahre hier, habe noch im alten Stadion gespielt", sagte Schultz, der allerdings keineswegs rückwärtsgewandt denken und arbeiten möchte: "Aber mir wäre es lieber, wenn ich für die Zukunft stehen würde."

"Am Ende hilft nur die Wahrheit"

St. Pauli hatte seinen früheren Profi am Sonntag vom U19-Trainer zum Coach des Zweitliga-Teams befördert, das unter Jos Luhukay mit Ausnahme der beiden 2:0-Derbysiege gegen den HSV in der vergangenen Serie überwiegend enttäuscht hatte.

Nur knapp wurde die Klasse gehalten. Neben der unbefriedigenden sportlichen Ausbeute wurden Jos Luhukay seine ständigen Personalrochaden sowie seine teils harsche Kritik an den Strukturen im Verein letztlich zum Verhängnis. Der niederländische Eigenbrötler und der harmoniebedürftige Kiezclub - das passte irgendwie nie richtig zusammen. Nun soll Club-Urgestein Schultz für sportlichen Aufschwung und eine bessere Atmosphäre sorgen. "Offen und transparent" solle sein Arbeitsstil sein, so der 42-Jährige - und damit ganz anders als bei seinem Vorgänger. "Ich will eine Mannschaft auf dem Platz, die lebt und füreinander da ist. Am Ende hilft dir nur die Wahrheit", erklärte der gebürtige Ostfriese: "Es werden die spielen, die am besten sind."

Was wird aus Luhukays Co-Trainern?

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Schultz kündigte an, Personalentscheidungen im Kader und in seinem Trainerteam zeitnah treffen zu wollen. "Wir gehen jetzt in die Detailgespräche", sagte der frühere Mittelfeldspieler. Es gilt als wahrscheinlich, dass Co-Trainer André Trulsen und Torwart-Trainer Mathias Hain auch unter dem 42-Jährigen zum Stab des Zweitligisten gehören werden. Die Zukunft des weiteren Luhukay-Assistenten Markus Gellhaus sowie von Hans Schrijver (Gegneranalyst) ist hingegen mehr als fraglich. Auch einige Profis (Johannes Flum, Waldemar Sobota), deren Verträge ausgelaufen sind, hoffen auf ein Signal des neuen Coaches. Es wartet also viel Arbeit auf den Mann, den Sportchef Andreas Bornemann am Montag als seinen "Wunschtrainer" bezeichnete.

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Hamburg Journal | 13.07.2020 | 19:30 Uhr