Zweikampf zwischen Kiels Johannes van den Bergh (l.) und Bakery Jatta vom HSV © imago images/Pool/Witters Foto: Valeria Witters

Showdown im Aufstiegsrennen zwischen Holstein Kiel und dem HSV

Stand: 10.05.2021 15:33 Uhr

Der heutige Montag wird zum Schicksalstag im Aufstiegsrennen der Zweiten Liga. Während Holstein Kiel alle Trümpfe in der Hand hält, könnte für den HSV schon vor dem Anpfiff der Zug in Richtung Bundesliga so gut wie abgefahren sein.

von Martin Schneider

Nach dem deutlichen 4:0 am Freitagabend gegen den FC St. Pauli haben die "Störche", die Relegationsplatz drei belegen, den Abstand auf den Hamburger SV bei einem Spiel weniger auf vier Punkte vergrößert. Gleichzeitig sind sie näher an den Zweitplatzierten Greuther Fürth, der am Sonnabend gegen den KSC nur remis spielte, und den direkten Aufstiegsplatz herangerückt. Sollten die Kieler das Nachholspiel heute Abend (18 Uhr, im Livecenter bei NDR.de) gegen Hannover 96 gewinnen, erobern sie Rang zwei. Und würden zudem schon sieben Punkte vor den "Rothosen" liegen, bevor im Volkspark um 20.30 Uhr die Partie zwischen dem HSV und dem 1. FC Nürnberg überhaupt angepfiffen wird. Die Hamburger brauchen dann beim Trainer-Debüt von Horst Hrubesch unbedingt einen Sieg, um noch eine Chance im Aufstiegsrennen zu haben.

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"Es war wichtig für den Aufstieg"

Den Kielern ist die pikante Konstellation natürlich klar. Ob sie den als Aufstiegsfavoriten in die Saison gestarteten HSV noch mehr beeindruckt hätten, wurde Doppeltorschütze Fin Bartels nach dem St.-Pauli-Spiel gefragt. "Ich hoffe", sagte der 32-Jährige grinsend und fügte hinzu: "Es war wichtig für den Aufstieg, dass wir dieses Spiel gewinnen." Eine deutliche und selbstbewusste Aussage. Die norddeutsche Zurückhaltung haben sie an der Förde mittlerweile abgelegt, die "Störche" sind bereit für den großen Wurf.

Und dafür gibt es gute Gründe. Denn während beim HSV nur davon geredet wurde, "All in" zu gehen, lassen die Schleswig-Holsteiner Taten sprechen. Das bärenstarke 4:0 gegen das beste Team der Rückrunde war das vierte Punktspiel seit der zweiten je 14-tägigen Corona-Quarantäne für die KSV. Drei gewannen die Kieler, keins ging verloren. Die Hamburger holten aus den vergangenen fünf Ligaspielen nur drei Punkte, Holstein sammelte zehn.

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Heimstark und fokussiert

Ein enger Spielplan und wenig Ruhephasen - die Kieler trotzen den widrigen Umständen im Saisonendspurt. Der Begriff "Belastungssteuerrung" ist zum Lieblingswort von KSV-Coach Ole Werner geworden. Aufstellung, taktisches Verhalten, Ein- und Auswechslungen - die Kieler müssen mit ihren Kräften haushalten. Bisher gelingt das vorzüglich. "Wir haben wenig Zeit, die Dinge zu genießen, müssen locker bleiben und mit einer Entspanntheit und Entschlossenheit in die Spiele gehen", gab Werner mit Blick auf die Partie am Montag gegen Hannover die Richtung vor.

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Ein neuerlicher Heimsieg würde die Erstliga-Aussichten weiter verbessern. Die Chancen stehen gut, im heimischen Holstein-Stadion haben die Kieler zuletzt fünf Erfolge in Serie gefeiert. Zudem ist bei den Niedersachsen nach dem feststehenden Abgang von Trainer Kenan Kocak zum Saisonende offenbar die Luft raus. Ein Selbstläufer wird die Partie trotzdem nicht. "Es kommen noch schwere Aufgaben, da dürfen wir keinen Deut weniger machen. Wir müssen alles raushauen, was wir drin haben", sagte Bartels.

Sollte dies gelingen, stellt sich wohl nicht mehr nicht mehr die Frage, ob KSV oder HSV, sondern: Schaffen die Kieler den direkten Aufstieg?

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