Stand: 22.05.2020 15:08 Uhr

Offiziell: 3. Liga wird am 30. Mai fortgesetzt

Die Drittliga-Saison 2019/2020 wird auf dem Platz entschieden.

In der Dritten Liga rollt ab dem 30. Mai wieder der Ball. Das bestätigte der Deutsche Fußball-Bund (DFB) am Donnerstag. "Es ist wichtig und nötig, dass nun Klarheit über den weiteren Fahrplan in der Dritten Liga herrscht", sagte DFB-Präsident Fritz Keller, nachdem sich zuvor einige Clubs noch vehement für einen Abbruch der Saison ausgesprochen hatten. Der Hallesche FC und Carl Zeiss Jena kündigten umgehend an, gemeinsam rechtliche Schritte zu prüfen. Der SV Meppen, Hansa Rostock und Eintracht Braunschweig hatten die Pläne zur Fortsetzung der Spielzeit nach fast dreimonatiger Corona-Pause zuletzt sehr begrüßt. Alle drei Clubs haben nach wie vor gute Aufstiegs-Chancen.

"Meine Mannschaft und ich freuen uns darauf, dass es wieder losgeht und wir unserem Beruf wieder nachgehen können", betonte Braunschweig-Coach Marco Antwerpen. Sein Meppener Kollege Christian Neidhart sagte der "Neuen Osnabrücker Zeitung": "Gott sei Dank geht es weiter. Jetzt können wir wieder genau planen."

Durchgehend englische Wochen bis 4. Juli

Insgesamt elf Spieltage stehen noch aus, das Saisonfinale mit dem 38. Spieltag ist für den 4. Juli geplant.

UMFRAGE
Mögliche Antworten

Der DFB hat entschieden: Die dritte Fußball-Liga wird trotz großer Proteste einiger Vereine mit Geisterspielen zu Ende zu gebracht. Richtig so?

Für die 20 Teams wird es damit durchgehend englische Wochen geben. Die Relegation zur Zweiten Liga soll bis zum 11. Juli abgeschlossen sein. Allerdings könnten sich Verzögerungen ergeben, sollten ganze Teams in Quarantäne geschickt werden. Und dann stellt sich nach wie vor die Frage, ob Profis so lange gehalten werden können, auch wenn ihre Verträge eigentlich am 30. Juni auslaufen.

Der Saisonfortsetzung mit Geisterspielen zugrunde liegt das Hygienekonzept, das DFB und die Deutsche Fußball Liga (DFL) gemeinsam für alle Profiwettbewerbe im deutschen Fußball erarbeitet haben. Demnach müssen sich die Clubs schon an diesem Wochenende in das vorgeschriebene Quarantäne-Trainingslager begeben.

Vielerorts bleiben die Fragezeichen

Keller betonte, dass "negative politische Verfügungslagen an vereinzelten Standorten nicht den deutschlandweit mehrheitlich möglichen Spielbetrieb komplett unterbinden dürfen". Laut dem DFB-Präsidenten gibt es in dieser "Ausnahmesituation keine einfachen Lösungen".

TV-Tipp
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Im Fokus: Die Bundesliga und Zweite Liga sowie der Streit um die Fortsetzung der Dritten Liga. Zu Gast im Studio ist Meppens Geschäftsführer Ronald Maul. mehr

Große Fragezeichen bleiben, zum Beispiel in Jena, wo das Stadion nach einem Beschluss der Landesregierung von Thüringen bis zum 5. Juni nicht genutzt werden darf. Am 31. Mai steht aber bereits ein Heimspiel gegen den Chemnitzer FC an. In Chemnitz haben sich nach einem positiven Corona-Test der infizierte Profi sowie zwei Teamkollegen in 14-tägige häusliche Quarantäne begeben müssen. In Kaiserslautern haben sich die drei Verdachtsfälle hingegen nicht bestätigt. Die Verantwortlichen in Halle sehen die Chancengleichheit unter einem anderen Gesichtspunkt nicht gegeben: In Sachsen-Anhalt ist - anders als zum Beispiel in Mecklenburg-Vorpommern und Niedersachsen - bis einschließlich 27. Mai nicht mal Mannschaftstraining erlaubt. Auch in Magdeburg und Jena sowie in Münster darf weiterhin nur in Kleingruppen trainiert werden.

DFB sorgt für Verwirrung und großen Ärger in Halle

Der HFC hatte deshalb offenbar bereits den Umzug nach Nordrhein-Westfalen geplant.

Dritte Liga: Ansetzungen der Nordclubs

28. Spieltag
30. Mai, 14 Uhr:
SV Meppen - Würzburger Kickers
Eintracht Braunschweig - Viktoria Köln
FSV Zwickau - Hansa Rostock
29. Spieltag
2. Juni, 19 Uhr:
KFC Uerdingen - SV Meppen
Hansa Rostock - Waldhof Mannheim
3. Juni, 19 Uhr:
Hallescher FC - Eintracht Braunschweig

Der Club hatte nach eigenen Angaben bereits ein Trainingslager gebucht, wollte am Donnerstag aufbrechen. Am Dienstagabend war nach Informationen der "dpa" vom DFB jedoch die Mitteilung gekommen, dass vor dem 25. Mai nicht mit einer politischen Entscheidung über die Saisonfortsetzung zu rechnen sei. Also stornierten die Hallenser - nur um gut 24 Stunden später vom Verband praktisch das Gegenteil mitgeteilt zu bekommen. Nun geht es am Sonnabend ins Münsterland. Sportdirektor Ralf Heskamp betonte gleichwohl: "Von Fairness, Professionalität und einem Miteinander kann aktuell keine Rede sein."

Hansa darf im Ostseestadion spielen

Der Verband forderte alle Vereine, an deren Standorten noch kein Profispielbetrieb erlaubt ist, "nun noch einmal" dazu auf, "in aktive Klärung mit den zuständigen Behörden zu treten". Fest steht aber auch: Sollte einem Club zum Zeitpunkt eines Heimspiels nicht sein gewohntes Stadion zur Verfügung stehen, muss er gemäß Statuten in eine andere Spielstätte ausweichen. Das bleibt Hansa erspart, die Mecklenburger haben am Mittwoch grünes Licht vom Land erhalten.

"Erste Dritte Liga der Welt, die wieder spielt"

Die Fortsetzung der Saison wird am kommenden Montag trotz der nun getroffenen Entscheidung noch einmal Thema beim Außerordentlichen Bundestag des DFB sein. Dabei soll sich das höchste Gremium des Verbands auch mit der Gründung einer Task Force "Wirtschaftliche Stabilität 3. Liga" beschäftigen.

Der Vorsitzende des Liga-Ausschusses, Tom Eilers, sagte, dass die Vereine "nun einen ähnlichen Vorlauf bis zum ersten Spiel wie zuvor die Bundesligisten und Zweitligisten" hätten und stellte vor allem "eine große Chance" heraus: "Denn wir sind die erste Dritte Liga der Welt, in der wieder Fußball gespielt werden kann."

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Dieses Thema im Programm:

NDR 2 Sport | 21.05.2020 | 23:03 Uhr