Stand: 06.03.2020 11:38 Uhr

Kohfeldt: "Es ist für uns ein Wettlauf mit der Zeit"

Für Werder Bremen sieht die Lage in der Fußball-Bundesliga bedrohlich aus - trotz eines noch zu absolvierenden Nachholspiels gegen Eintracht Frankfurt. Der Rückstand des Vorletzten auf einen Nicht-Abstiegsrang beträgt acht Punkte, auf den Relegationsrang sind es auch schon vier Zähler. Die Bremer gehen mit enormen Erfolgsdruck in ihr Spiel am Sonnabend (15.30 Uhr, im Livecenter bei NDR.de) bei Hertha BSC. Im Interview mit der NDR 2 Bundesligashow spricht Werder-Coach Florian Kohfeldt über die schwierige Lage und die allgemeine Anspannung.

Von den vergangenen zehn Spielen hat Werder Bremen neun verloren, seit fast drei Monaten in der Bundesliga kein eigenes Tor mehr erzielt. Herr Kohfeldt, woher nehmen Sie die Zuversicht, wo die Lage doch so ernst ist?

Florian Kohfeldt: Es ist eine sehr ernste Lage für uns, keine Frage. Wir haben in letzter Zeit viel zu wenig Punkte geholt, uns zu wenige Torchancen herausgespielt und Tore erzielt. Und das war über eine sehr lange Zeit unser Markenzeichen. Es tut schon weh, dass sich das verändert hat. Meine Zuversicht speist sich komplett aus den vergangenen drei Wochen. Der Kader ist seitdem wieder einigermaßen beisammen. Und ich merke, dass die Abläufe wieder in die Mannschaft hereinkommen. Wir haben noch elf Spiele. Es ist nicht so, dass es jetzt schon ein Endspiel ist.

17 Punkte haben Sie mit Ihrem Team aktuell. Wie viele Spiele müssen Sie gewinnen, um die Klasse halten zu können?

Florian Kohfeldt: Es wird nicht reichen, nur zwei oder drei Spiele zu gewinnen. Da muss man von den elf noch ausstehenden Spielen schon deutlich mehr gewinnen.

Aber das hängt auch in großem Maße von der Konkurrenz ab, also, wie die punkten. Das Positive aus dem DFB-Pokalspiel bei Eintracht Frankfurt war, dass wir uns mehr Torchancen erarbeitet haben, dass wir zeigen, dass der Weg weitergeht. Es ist für uns ein Wettlauf mit der Zeit. Ich bin mir sicher, dass wir uns in die gewünschte Verfassung bringen können, aber es bleibt nicht mehr viel Zeit, darauf zu warten. Es muss jetzt schnellstmöglich losgehen, und damit wollen wir gegen Hertha anfangen.

Wie wichtig ist diese Partie in Berlin?

Florian Kohfeldt: Es ist kein Endspiel, es ist ein wichtiges Spiel auf dem Weg zum Klassenerhalt.

Sie bekommen viel Rückendeckung von der Mannschaft, der Geschäftsführung, dem Aufsichtsrat oder namhaften Ex-Spielern. Manche wünschen sich, dass der Verein - falls nötig - mit Ihnen gemeinsam in die Zweite Liga geht. Wäre so etwas für Sie denkbar?

Florian Kohfeldt: Ich nehme es natürlich wahr, dass ich eine sehr große Rückendeckung erhalte. Wichtig ist vor allem: Das Verhältnis zur Mannschaft ist absolut intakt und nach wie vor von großem Vertrauen geprägt - in beide Richtungen. Über ein Szenario Zweite Liga mache ich mir keine Gedanken, da wäre ich aktuell definitiv der Falsche. Mein Fokus darf sich nur darauf ausrichten, dass wir die Liga halten, und das werden wir auch tun.

Bitte ergänzen Sie noch einen Satz: Werder Bremen bleibt in der Bundesliga, weil...

Florian Kohfeldt: … wir es in kürzester Zeit schaffen werden, wieder deutlich besseren Offensivfußball zu spielen, und wir darüber die Wahrscheinlichkeit erhöhen werden, Punkte zu holen. Und diese werden am Ende reichen, um die Liga zu halten.

Das Interview führte Moritz Cassalette, NDR 2

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Dieses Thema im Programm:

NDR 2 Bundesligashow | 07.03.2020 | 15:00 Uhr

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