Coach Kenan Kocak vom Fußball-Zweitligisten Hannover 96 © IMAGO / Joachim Sielski Foto: Joachim Sielski

Kocaks 96-Zukunft ungewiss - "Gab schon schönere Momente"

Stand: 23.04.2021 13:31 Uhr

Die Clubführung von Fußball-Zweitligist Hannover 96 hat Trainer Kenan Kocak und Sportchef Gerhard Zuber das Vertrauen ausgesprochen. Allerdings vorerst nur bis zum Saisonende.

"Das ist eine neue Erfahrung für mich. Natürlich gab es für mich schon schönere Momente. Aber so ist das Geschäft", sagte Kocak vor dem Auswärtsspiel am Sonntag bei HSV-Bezwinger SV Sandhausen (13.30 Uhr, im NDR Livecenter). "Auch wenn es sich nicht so schön anfühlt, bin ich ein Mensch, der sich die Frage stellt: Warum ist das für mich gut? Welche Lehren kann ich daraus für meinen weiteren Werdegang ziehen?"

"Das ist auch ein Thema in der Kabine"

Ob er selbst ebenfalls mit einer vorzeitigen Trennung rechnet, wollte der 96-Trainer nicht kommentieren. "Da bin ich der falsche Ansprechpartner. Das liegt nicht in meiner Macht", so der 40-Jährige. Aber: "Es ist doch logisch, dass die Spieler auch lesen, was geschrieben und herumlanciert wird. Das ist auch ein Thema in der Kabine. Und natürlich haben Spieler auch mit mir darüber gesprochen."

Kocaks und auch Zubers Vertrag bei den Niedersachsen laufen noch bis 2023. Als Aufstiegskandidat gestartet, stehen die Niedersachsen fünf Spiele vor dem Saisonende nur auf dem zehnten Tabellenplatz.

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"In den restlichen fünf Spielen geht es weiter mit der Sportlichen Leitung und dem Ziel, kontinuierlich zu punkten und die Saison mit guten Leistungen versöhnlich abzuschließen", hatte der Club am Donnerstag in einer Presseerklärung mitgeteilt. Dabei gehe es auch um ein positives Signal für die kommende Spielzeit, hieß es.

Club kündigt "umfassende Analyse" an

Mit anderen Worten: Bleibt dieses "positive Signal" aus, dürften die Tage von Kocak und Zuber gezählt sein. Denn für die Zeit nach dem Saisonende kündigte der Verein "eine umfassende Analyse mit allen Beteiligten" an. Wie unwahrscheinlich ein Festhalten an der bisherigen sportlichen Führung ist, wurde bereits in den vergangenen Tagen deutlich, in denen Clubchef Martin Kind ein klares Bekenntnis stets vermied.

96-Leistungen nicht konstant

Zudem lässt sich erahnen, dass Hannover in den fünf verbleibenden Partien gegen Sandhausen, Darmstadt, Kiel, St. Pauli und Nürnberg ein ähnlich durchwachsenes Leistungsbild abliefern wird wie zuletzt gegen Regensburg. Zwar gewannen die Niedersachsen mit 3:1, einer starken ersten Halbzeit folgte aber ein schwacher Auftritt in Durchgang zwei, in dem die Niedersachsen dem Punktverlust nahe waren.

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"Nach dem Gegentor hat man gemerkt, dass nach langer Durststrecke, die wie jetzt hinter uns haben, auch Psychologie gefragt war", erklärte Kocak das schwache Nervenkostüm seiner Mannschaft nach zuvor acht Partien in Folge ohne Sieg. Auch Kocak, der die 96er im November 2019 übernommen hatte, ist es bislang nicht gelungen, Konstanz ins Team zu bringen.

Es wird einen Kaderumbruch geben müssen

So läuft es - wieder mal - auf einen großen personellen Umbruch im Sommer hinaus. "Gespräche über Vertragsverlängerungen und Neuverpflichtungen werden in den kommenden Tagen und Wochen fortgesetzt und forciert mit dem Ziel, eine schlagkräftige und wettbewerbsfähige Mannschaft mit Perspektive zusammenzustellen", teilte die Clubführung mit. Vergangene Woche hatte 96-Coach Kocak noch dementiert, bei Kind wegen eines riesigen Kaderumbruchs vorstellig geworden zu sein.

"Transferrat" als Misstrauensbeweis

"Die Sportlichen und wirtschaftlichen Leitplanken für die Kaderplanung der Saison 2021/2022" seien in den vergangenen Wochen erarbeitet worden, heißt es zudem. Gemeint ist damit wohl der "Transferrat", den Kind ins Leben gerufen hat, um künftig "Fehleinkäufe" zu vermeiden. Neben Kocak und Zuber gehört auch das für sportliche Fragen zuständige Aufsichtsratsmitglied Bastian Hellberg dem neuen Gremium an. Auch diese Maßnahme spricht nicht unbedingt für Kinds uneingeschränktes Vertrauen in die Expertise von Kocak und Zuber.

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Dieses Thema im Programm:

Sport aktuell | 22.04.2021 | 15:25 Uhr

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