kiel © picture alliance/dpa | Frank Molter

Holstein Kiel, der Kölner Keller und eine Kampfansage

Stand: 13.02.2021 11:48 Uhr

Holstein Kiel darf immer fester an den Bundesligaaufstieg glauben. Das 1:0 gegen Würzburg hatten die Schleswig-Holsteiner einer Fehlentscheidung zu verdanken. Gleichwohl ist es kein gutes Zeichen für die Konkurrenz, dass die KSV nun auch solche Spiele gewinnt.

von Matthias Heidrich

"Wenn das Spiel weiterläuft, meckern wir nicht rum. Da muss es keinen Strafstoß geben", sagte KSV-Stürmer Janni Serra direkt nach dem 1:0-Sieg der Kieler gegen die Kickers. "Ich war von dem Elfmeterpfiff überrascht", gab Trainer Ole Werner auf der Pressekonferenz zu. Da hatte der KSV-Coach die Fernsehbilder vom Luftzweikampf zwischen seinem Offensivspieler Jae-sung Lee und Würzburgs Torwart Hendrik Bonmann noch gar nicht gesehen.

Video-Assistent winkt Siewer-Pfiff durch

Der Video-Assistent in Köln hatte allerdings massenhaft Bilder zur Verfügung, um die Entscheidung von Schiedsrichter Thorben Siewer zu überprüfen, winkte den spielentscheidenden Pfiff aber durch. Verwunderlich für die Kieler, extrem bitter für Liga-Schlusslicht Würzburg, das sich am Abend doppelt geärgert haben muss.

DFB räumt Fehlentscheidung ein

Da räumte der Deutsche Fußball-Bund (DFB) nämlich ein, dass es eine Fehlentscheidung war. "Die Aktion des Torhüters ist fußballtypisch und ballorientiert, zumal er den Ball auch spielt. Deshalb ist die Wahrnehmung des Schiedsrichters, dass ein Foulspiel des Torwarts vorliegt, nicht zutreffend", hieß es auf dem offiziellen Twitter-Account der deutschen Bundesliga-Schiedsrichter. Es hätte in diesem Fall zu einer Empfehlung für die Ansicht der Bilder und einer Rücknahme des Strafstoßes kommen müssen.

Trares komplett bedient

"Das hat doch keinen Sinn mehr. Ich habe das Gefühl, ich bin hier falsch", hatte Würzbugs Trainer Bernhard Trares nach dem Schlusspfiff gesagt. "Wenn das ein Elfmeter ist, dann ist das nicht mehr meine Zeit. Dann können wir Tischtennis spielen." Seine Kritik ist verständlich, wenn auch populistisch.

Die Akzeptanz der Fehlerquelle Mensch hat im Fußball mit der Einführung des Video-Assistenten abgenommen, und das zu Recht. Fehlentscheidungen wie am Freitagabend im Holstein-Stadion sollen mit den technischen Hilfsmitteln vermieden werden. Dass sie trotzdem passieren, ist ärgerlich für die Benachteiligten, sorgt für ein großes mediales Echo, kaschiert allerdings auch, dass gleichzeitig viele falsche Pfiffe korrigiert werden.

Werner: "Solche Spiele musst du gewinnen"

Dem eingewechselten Alexander Mühling, der am Freitagabend den Elfmeter zum 1:0-Sieg der Schleswig-Holsteiner verwandelte, war das alles wie allen anderen Kielern ein Stück weit egal. "Solche Spiele musst du gewinnen, wenn du oben bleiben willst. Und das ist natürlich unser Ziel", sagte Werner. "Dann ist es halt mal ein dreckiger Sieg."

Serra redet vom Aufstieg

Solche Erfolge braucht auch eine spielerisch so starke Mannschaft wie Holstein Kiel, um im Aufstiegsrennen mithalten zu können. Beim Thema Bundesliga-Aufstieg hatten sich die "Störche" zuletzt sehr defensiv geäußert. Nach dem Arbeitssieg gegen die Kickers pfiff Serra auf die vornehme, norddeutsche Zurückhaltung: "Wir haben jetzt 42 Punkte und zählen zu den Top 4 der Liga. Da muss man ganz klar davon reden, am Ende unter die Top 2 zu kommen."

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Dieses Thema im Programm:

NDR 2 Sport | 12.02.2021 | 23:03 Uhr

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