Stand: 12.07.2019 16:49 Uhr

Kiels Coach Schubert: "Das ist eine gute Truppe"

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Trainer André Schubert im Gespräch mit seinen Spielern bei Holstein Kiel.

Trainer André Schubert bereitet Holstein Kiel gerade in Österreich auf die neue Zweitliga-Spielzeit vor. Der Saisonstart am 27. Juli zu Hause gegen den SV Sandhausen rückt immer näher. Die richtige Zeit, um mit dem 47-Jährigen, der im Juni aus Braunschweig zu den Schleswig-Holsteinern gewechselt ist, ein erstes Fazit zu ziehen. Wie weit sind die neuformierten "Störche" bereits? Im Interview spricht der Coach über Teambuilding, die richtigen Spielsysteme und langwierige Prozesse.

Herr Schubert, das Trainingslager ist nun fast abgeschlossen. In welchen Punkten sind sie weitergekommen, und wo gibt es weiterhin Luft nach oben?

André Schubert: Wir sind in allen Punkten weitergekommen, und in allen Punkten müssen wir uns noch weiter entwickeln.

Hauke Wahl lief im Testspiel als Kapitän auf, ist das ein Fingerzeig?

Schubert: Dominik Schmidt ist, wenn er gespielt hat, auch als Kapitän aufgelaufen. Und deswegen hat das überhaupt keine Bedeutung.

Lassen Sie den Kapitän wählen oder bestimmen Sie ihn selbst?

Schubert: Ich habe das schon in unterschiedlicher Form gemacht, manchmal wählen lassen, manchmal auch bestimmt. Das werden wir noch intern besprechen. Es ist ja noch ein bisschen Zeit bis zum ersten Spiel.

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Es gab zum zweiten Mal in Folge einen großen Umbruch. Wie gehen die Jungs miteinander um - auch außerhalb des Platzes?

Schubert: Es sind schon ein paar Leistungsträger gegangen. Aber das ist ja nicht bei wenigen Vereinen so, das passiert immer wieder mal. Die Mannschaft hat einen sehr guten Charakter. Es sind sehr gute Jungs, die im Training sehr konzentriert sind und versuchen, die Dinge umzusetzen, die wir trainieren. Sie machen es dem Trainerstab sehr leicht und angenehm. Die Arbeit macht viel Spaß mit den Jungs, aber auch mit dem gesamten Staff. Hier passt alles sehr gut, das ist eine gute Truppe, und wir sind sehr zufrieden.

Was haben Sie für Strategien, damit sich die Mannschaft schnell findet?

Schubert: Es geht immer darum, Gespräche zu führen, allen ein gutes Gefühl zu vermitteln. Es geht um den Staff, aber auch um die Mannschaft. In allen Bereichen ist eine gute Stimmung wichtig und dass man ein harmonisches Miteinander hat. Wie in jeder Gemeinschaft gibt es Regeln. Die gibt es bei uns auch. Das ist ein ganz normaler Prozess, wie zum Beispiel in jeder Familie auch.

Im ersten Testspiel gegen Grosny haben Sie es mit einer Dreierkette probiert. Werden Sie im abschließenden Testspiel noch etwas anderes ausprobieren?

Schubert: "Probieren" hört sich immer so an, als ob man irgendwas macht und guckt, was dabei herauskommt. Das ist es nicht. Wir arbeiten an gewissen Strategien, und dazu gehört auch das Spielen verschiedener Systeme und Grundordnungen. In dem Bereich werden wir uns weiterentwickeln und das auch weiter trainieren. Wir sind da nicht festgelegt. Fußball ist überhaupt ein dynamischer Prozess, und der ist nie abgeschlossen.

Vor dem letzten Testspiel: Wie fällt ihr Fazit zum Trainingslager aus?

Schubert: Die Jungs haben in dieser super mitgezogen. Sie haben vor allen Dingen viel gespielt und auch eine hohe körperliche Belastung gehabt. Aber das gehört halt in einem Trainingslager mit dazu. Wir sind sehr zufrieden, dass wir Stand heute nicht so wahnsinnig viele Verletzungen haben. Immer mal Kleinigkeiten, aber dass alle gesund sind und wir gut durch die Woche gekommen sind. Hoffentlich bleibt das so. Wir haben dann zweieinhalb Tage Pause, da können alle noch mal durchatmen und regenerieren. In den letzten anderthalb Wochen müssen wir in die Spritzigkeit reinkommen und in die Explosivität reingehen. Aber auch dann sind wir bei Weitem noch nicht fertig. Es geht um Mannschaftsfindung, Findung eines Systems, Verinnerlichung einer Spielphilosophie oder einer Spielidee - das dauert Monate.

Das Interview führte Norman Nawe

Der Kader von Holstein Kiel 2019/2020

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Sportreport | 13.07.2019 | 18:05 Uhr

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