Stand: 14.01.2018 11:47 Uhr

Hannovers Füllkrug: Mehr als ein Lückenbüßer

von Johannes Freytag, NDR.de
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Woher Niclas Füllkrug seinen Spitznamen "Lücke" hat, ist nicht zu übersehen.

Vor einem knappen Monat schlug André Breitenreiter Alarm: "Uns fehlen Leute vorn im Angriff", hatte der Trainer von Bundesliga-Aufsteiger Hannover 96 dringend Nachbesserungen für den Kader gefordert, weil in Jonathas, Martin Harnik und Noah Joel Sarenren Bazee gleich drei Offensivleute verletzt ausfielen und Charlison Benschop gerade erst nach langer Leidenszeit fit geworden war. Als Top-Kandidat wurde lange Anthony Ujah bei den Niedersachsen gehandelt. Der frühere Werder-Stürmer lief am Sonnabend auch tatsächlich in Hannover auf, allerdings im Trikot des Gegners Mainz 05. 81 Minuten verbrachte der Nigerianer auf der Ersatzbank und dürfte ungläubig die One-Man-Show des 96-Profis Niclas Füllkrug bestaunt haben, der mit seinen drei Treffern die lauten Rufe nach neuen Stürmern erst einmal verstummen ließ. "Lücke", wie der 24-Jährige wegen seiner Zahnlücke gerufen wird, ist bei den "Roten" längst mehr als nur ein Lückenbüßer.

Hannovers Niclas Füllkrug (r.) jubelt gemeinsam mit Teamkollege Felix Klaus. © dpa - Bildfunk Fotograf: Peter Steffen

Füllkrug: "Mein Handy ist explodiert"

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3:2-Sieg gegen Mainz - drei Tore durch Niclas Füllkrug. Die Frage nach dem Matchwinner stellte sich bei Hannover 96 nicht. Der bleibt aber bescheiden.

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Über Bremen, Fürth und Nürnberg zurück in die Heimat

Ausgerechnet Füllkrug. Der gebürtige Hannoveraner hat lange gebraucht, um in seiner Heimatstadt Fuß zu fassen. Als F-Jugendlicher schoss er zwar einst 162 Tore in einer Saison für den TuS Ricklingen. Doch statt des naheliegenden Wechsels zu 96 folgte 2006 der Abschied nach Bremen, wo er im Werder-Internat zum Bundesligaprofi reifte. Sein Debüt in der Beletage des deutschen Fußballs feierte er 2012 als 19-Jähriger. Nach den Zweitliga-Stationen Greuther Fürth und 1. FC Nürnberg kehrte Füllkrug im Juli 2016 nach Hannover zurück. 27 Mal lief er für die "Roten" in der vergangenen Zweitligasaison auf und erzielte dabei fünf Tore - darunter den prestigeträchtigen Siegtreffer im Derby gegen Eintracht Braunschweig.

Breitenreiter: "Er erntet gerade die Früchte"

Hannovers Niclas Füllkrug (l.) jubelt gemeinsam mit Teamkollege Pirmin Schwegler. © dpa - Bildfunk Fotograf: Peter Steffen

Hannover 96: "Fülle" Pulle voraus!

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Die Fans von Hannover 96 bejubeln einen 3:2-Heimsieg zum Rückrundenauftakt dank der Drei-Tore-Gala von Niclas "Fülle" Füllkrug.

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Füllkrugs Entwicklung ist sicherlich auch ein Verdienst von 96-Coach Breitenreiter, der den Angreifer behutsam aufbaute. War er in der Zweiten Liga meist Ergänzungsspieler mit Kurzeinsätzen, hat er nun einen deutlich höheren Anteil am Hannoveraner Erfolg. In allen 18 Partien stand Füllkrug auf dem Platz - zuletzt dreimal in Folge über die volle Distanz - und ist mit acht Saisontreffern inzwischen bester 96-Stürmer. Breitenreiter war nach der Gala gegen Mainz stolz auf seine Nummer 24: "Fülle konnte heute machen, was er wollte - ihm ist alles gelungen", sagte der Coach: "Er hat dafür hart gearbeitet. Er erntet gerade die Früchte." Nicht viele hätten ihm die Bundesliga zugetraut. Doch mit Fleiß habe Füllkrug eine "enorme Entwicklung" genommen: "Er ist unglaublich ehrgeizig, will immer besser werden und fragt ständig nach Extraschichten."

Ein Kandidat für Löw?

Der Gelobte selbst bleibt bescheiden. "Das war nicht nur toll für mich, sondern toll für den ganzen Verein", erklärte Füllkrug und fügte hinzu: "Die Mannschaft kann sich ein Stück weit auf mich verlassen." Er habe Zeit gebraucht, sich an das Erstliganiveau zu gewöhnen: "Es war klar, dass ich nach drei Jahren Zweite Liga nicht alles zerbombe." Der 24-Jährige versprach: "Da kommt noch was." Vielleicht sogar eine Berufung in die Nationalmannschaft und die Teilnahme an der WM in Russland? Füllkrug lacht: "Das würde ich unterschreiben. Da würde ich nicht Nein sagen."

Dieses Thema im Programm:

Sportclub | 14.01.2018 | 22:50 Uhr

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