Stand: 22.01.2020 21:23 Uhr

HSV und Bozenik: Bleibt es bei einem Flirt?

Jubel beim slowakischen Nationalspieler Robert Bozenik © imago images / Pixsell
Wunschkandidat des HSV: Angreifer Robert Bozenik.

Seit dem gestrigen Dienstag bereiten sich die Fußballer des MŠK Žilina in El Hamriyah in den Vereinigten Arabischen Emiraten auf die Restrunde in der slowakischen Fortuna Liga vor. Zur Reisegruppe des neunmaligen Meisters gehört etwas überraschend auch ein junger Mann namens Robert Bozenik. Denn der Abschied des gerade einmal 20 Jahre alten Angreifers vom MŠK gilt eigentlich seit Tagen als sicher. Gerne hätte beispielsweise der im Sturm etwas dünn besetzte Zweitligist HSV den 1,88 Meter großen Torjäger bereits an der Sylvesterallee begrüßt.

"Wir arbeiten daran", wurde Sportvorstand Jonas Boldt am Dienstag im "Hamburger Abendblatt" zitiert. Die Zeitung berichtete zudem von einer bereits erfolgten Einigung der Hanseaten mit dem Youngster. Kurz darauf teilte dessen aktueller Club Žilina mit, dass Bozenik mit in die Emirate fliegen werde.

Žilinas Ablöseforderung offenbar zu hoch

Dieser Umstand ließ bereits erahnen, dass der slowakische Nationalspieler sobald nicht am Volkspark auftauchen wird. Zumal der HSV und Žilina Medienberichten zufolge - vorsichtig ausgedrückt - in puncto Ablösesumme noch etwas andere Vorstellungen haben. Der MŠK soll mehr als fünf Millionen Euro für den Stürmer (Vertrag bis 2022) aufgerufen haben, die Hamburger Offerte soll bei rund drei Millionen Euro liegen. Doch damit nicht genug der Schwierigkeiten für den sechsmaligen deutschen Meister, den Transfer seines Wunschstürmers zu realisieren. So berichtete die "Bild", dass der gerade in den Emiraten weilende Bozenik seinen Berater Martin Petras in die Wüste geschickt haben soll.

Nach der Trennung von seinem Agenten, der einen Wechsel des Talents forciert haben soll, könnten die Chancen des HSV auf dessen Verpflichtung nun stark gesunken sein. Denn der MŠK, so heißt es in verschiedenen Berichten, hat offenbar gar kein großes Interesse, sein größtes Juwel jetzt schon ziehen zu lassen.

Hinterseer und Co. bislang wenig zielsicher

Ob der Tabellenzweite der Fortuna Liga nun nur den Preis für Bozenik weiter in die Höhe treiben will, oder ihn aus rein sportlichen Gründen behalten möchte, ist reine Spekulation. Ebenso das angebliche Interesse an dem 20-Jährigen von vielen anderen Clubs wie Feyenoord Rotterdam, ZSKA Moskau, Besiktas Istanbul und dem FC Brentford. Fakt ist in diesen turbulenten Tagen der zweiten Transferperiode eigentlich nur, dass der HSV ziemlich dringend einen weiteren Angreifer benötigt, um für den Aufstiegskampf gewappnet zu sein. Denn im bisherigen Saisonverlauf blieb die "Abteilung Attacke" doch hinter den Erwartungen zurück. Erfolgreichster Schütze des Tabellenzweiten ist in Sonny Kittel (neun Tore) ein Mittelfeldmann. Die nominellen Angreifer im Kader, Martin Harnik (zwei Treffer, derzeit verletzt), Bobby Wood (kein Tor) und Lukas Hinterseer (vier "Buden"), waren bis dato wenig bis gar nicht (Wood) zielsicher.

Korb von Terodde - Plan B mit Pohjanpalo?

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Bozenik soll die Sturmflaute nach dem Gusto der HSV-Verantwortlichen beheben. Was aber, wenn die Verpflichtung des begabten Slowaken platzt? Vom Zweitliga-erprobten Simon Terodde sollen sich die Hanseaten nach Informationen der "Hamburger Morgenpost" bereits zweimal einen Korb geholt haben. Der 31-Jährige (111 Treffer im Bundesliga-Unterhaus) möchte demnach lieber beim 1. FC Köln bleiben. Einem Wechsel an die Elbe nicht abgeneigt sein soll hingegen Joel Pohjanpalo von Bayer Leverkusen. Der hochaufgeschossene Finne sei nun die erste Alternative zu Bozenik, berichtete die "Bild" am Mittwochabend. Der 25-Jährige, den Sportvorstand Boldt noch aus gemeinsamen Zeiten unter dem Bayer-Kreuz kennt, habe einer Ausleihe bereits zugestimmt, hieß es. Noch aber sei zu klären, ob die Norddeutschen im Falle eines Aufstiegs eine Kaufoption für Pohjanpalo erhalten.

Coach Dieter Hecking bleibt derzeit nichts anderes übrig, als mit dem vorhandenen Personal für die verbleibenden 16 Partien zu planen. Im Training testete der Fußballlehrer zuletzt Bakery Jatta als Mittelstürmer. Der 21-Jährige ist eigentlich Außenangreifer und hat sich bisher auch nur bedingt vor dem gegnerischen Kasten als Vollstrecker einen Namen gemacht. Seine Bilanz in 40 Zweitliga-Spielen: sieben Tore.

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Dieses Thema im Programm:

Hamburg Journal | 22.01.2020 | 19:30 Uhr

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