HSV: Königsdörffer als Sinnbild für den Start unter Baumgart

Stand: 26.02.2024 11:58 Uhr

Ransford Königsdörffer, Siegtorschütze des HSV gegen Elversberg, stand beim hart erkämpften 1:0 stellvertretend für den Zustand des Fußball-Zweitligisten um den neuen Trainer Steffen Baumgart. Die Verunsicherung ist spürbar, der Wille, die Situation zu drehen und den Bundesligaaufstieg zu schaffen, aber auch.

von Tobias Knaack

Das Tor des Tages hatte durchaus Symbolkraft beim Tabellendritten der 2. Liga, weil es das Spiel der Mannschaft binnen weniger Sekunden zusammenfasste: Da war zum einen ein hoher Ballgewinn. Dann das schnelle Umschalten, das aber beinahe durch einen zu hohen Pass von Bakery Jatta zunichte gemacht wurde, aber von Robert Glatzel mit einer starken Brustan- und mitnahme gerettet wurde. Der Rest waren ein guter Pass des Mittelstürmers, ein starker Laufweg Königsdörffers und ein knallharter Abschluss in den Winkel.

In dieser kurzen Sequenz in der 53. Minute vereinten sich: der Versuch, höher zu pressen, die teilweisen Ungenauigkeiten im Passspiel, die phasenweise Kreativität und Offensivpower, der erkennbare Wille, sich aus der eigenen Verunsicherung herauszukämpfen.

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HSV-Stürmer Ransford-Yeboah Königsdörffer bejubelt einen Treffer. © IMAGO / Lobeca

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Insbesondere Königsdörffer stand an diesem Nachmittag stellvertretend für den Auftritt des HSV im ersten Spiel unter Baumgart. Denn zuvor - und auch danach - hatte der 22-Jährige beste (und durchaus leichtere) Gelegenheiten ausgelassen, hatte sich in Dribblings verloren und im Passspiel unentschlossen bis unkonzentriert gezeigt. wie viele andere auch.

Nicht alles klappte, das Team aber blieb beharrlich

Allerdings - und das gibt aus HSV-Sicht Hoffnung: Er ließ sich, obwohl beileibe nicht alles gelang, nicht entmutigen. Und auch hier: Wie viele andere "Rothosen" eben auch. "Für mich persönlich war das ein sehr wichtiges Tor", sagte Königsdörffer. Es war sein erstes nach mehr als zehn Monaten. "Ich hätte noch mehr Treffer erzielen können, dann ist der gefühlt schwerste Abschluss reingangen."

Glatzel: "Das goldene Tor wird ihm guttun"

Vorlagengeber Glatzel sagte: "Der Abschluss war super. Wir freuen uns sehr für ihn, er hatte bisher keine leichte Saison. Das goldene Tor zum Sieg wird ihm guttun." Der Stürmer, der bis auf seine Vorlage selbst in puncto Pressing und im Passspiel noch etwas Orientierung suchte, bewertete den Sieg "für den Anfang als ordentlichen Schritt".

"Die Jungs müssen wieder dahin kommen, zu sehen, was ihre Stärken sind." HSV-Trainer Steffen Baumgart

Das sah auch der neue Coach so. "Darauf lässt sich aufbauen", sagte Baumgart, der aber auch befand: "Es war ein Spiel auf Augenhöhe, wir waren aus meiner Sicht nicht besser als Elversberg." Auch, weil sein Team lange zu inkonsequent mit den vielen hohen Ballgewinnen umging und in den Abschlusssituationen nicht effizient genug agierte.

"Die Jungs haben viel angenommen", analysierte Baumgart, der aber auch glaubt, dass noch viel Arbeit vor ihm und der Mannschaft liegt: "Die Jungs müssen wieder dahin kommen, zu sehen, was ihre Stärken sind."

Schonlau-Comeback als Mutmacher für die Defensive?

Eine soll auch eine gefestigtere Defensive sein. In dieser Hinsicht machte der Auftritt gegen die Saarländer durchaus Mut. Zwar kam die SVE zu einigen Torchancen und hätte kurz vor Schluss um ein Haar den Ausgleich erzielt, insgesamt verteidigten die Hamburger aber stabiler und kompakter als zuletzt.

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Ein Faktor dabei soll auch Sebastian Schonlau sein, der nach langer "Stop-and-Go-Verletzung" sein Startelf-Comeback feierte. "Wir hatten erst eine Woche gemeinsam und trotzdem hat man von der Energie und Intensität Steffens Handschrift gesehen", sagte der Kapitän.

Königsdörffer-Treffer nach Baumgarts Halbzeit-Ansage

Bei ihm persönlich habe "heute alles gehalten, ich habe mich gut gefühlt und bin zuversichtlich, dass das so bleibt". Eine Zuversicht, die sich auch auf die gesamte Mannschaft nach diesem Nachmittag übertragen ließe. Ein Nachmittag, an dem wahrlich nicht alles gelang, das Team sich den Sieg aber durch ihr Dranbleiben, ihre Intensität und ihren Lernwillen verdiente.

Denn den hatte auch Torschütze Königsdörffer gezeigt, nachdem sein neuer Trainer ihn in der Halbzeit aufgebaut hatte. "Ich habe ihm gesagt, er soll in die Tiefe gehen, geradeaus laufen und schießen", sagte Baumgart. Also genau so, wie der 22-Jährige das Baumgart-Debüt in der 53. Minute vergoldete.

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Dieses Thema im Programm:

Sportclub | 25.02.2024 | 22:50 Uhr

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