HSV-Torschütze Amadou Onana (vorn) und Josha Vagnoman jubeln © Witters

HSV-Hoffnungsträger Onana: "Ein Sieg für die Moral"

Stand: 13.03.2021 12:12 Uhr

Amadou Onana hätte es wohl nicht in die Startelf des HSV im Zweitliga-Topspiel in Bochum geschafft. Aber weil David Kinsombi ausfiel, rückte der Teenager nach - und brachte die Hamburger zurück ins Aufstiegsrennen.

Sein Tor in der 29. Minute, das er im Fallen erzielte und den Video-Assistenten wegen Abseitsverdachts eingreifen ließ, brachte den Hamburgern das nötige Selbstbewusstsein, um mit dem 2:0 ihre Aufstiegsambitionen gegen die giftigen Bochumer zu untermauern. Der HSV steht als Zweiter nun wieder auf einem Aufstiegsrang und ist nur noch zwei Punkte vom Tabellenführer aus Bochum entfernt.

Onana: Wie befreit nach dem Tor

"Der Sieg ist richtig wichtig für die Moral des Teams", sagte der belgische U19-Nationalspieler. "Aber wir haben noch nichts erreicht und müssen jetzt weiter hart arbeiten, um die nächsten Aufgaben zu bestehen." Der Teenager war nach seinem zweiten Saisontor auch an der zweiten spielentscheidenden Szene beteiligt. Danny Blum grätschte Onana von hinten mit einem Tritt in die Achillessehne übel um und flog dafür früh vom Platz (35.). "Die Gier war da, der Wille war da. Das ist der ausschlaggebende Punkt", sagte Onana dem NDR und hob das Teamwork hervor. "Man sieht, wie befreit wir waren nach dem Treffer. Das hat viel zu sagen über die letzten Wochen."

Thioune: "Nicht viel verkehrt gelaufen"

Der HSV hatte schon fast vergessen, wie sich Siege anfühlen. Seit dem 30. Januar hatten die "Rothosen" nicht mehr gewonnen. Und auch wenn der Aufstiegsaspirant an diesem Freitagabend im Ruhrpott weit entfernt war von spielerischem Glanz und in Überzahl erschreckend harmlos agierte: Das Ergebnis stimmte endlich. "Wir haben hinten zu null gespielt und vorn zwei Tore gemacht - es ist also nicht allzu viel verkehrt gelaufen", lobte Trainer Daniel Thioune. "Die Erlösung ist da." Sein Gegenüber Thomas Reis nahm im Moment der Niederlage sogar kurz die Perspektive des Gegners ein: "Heute hat nicht die bessere Mannschaft gewonnen", sagte der VfL-Coach, "aber das hat der HSV in den letzten Wochen auch erleben müssen."

Was macht die Zwangspause mit Verfolger Kiel?

Nun muss Thiounes Team gegen Heidenheim (20. März) und in Hannover (5. April) nachlegen und die Verfolger im Blick behalten. Ob die Hamburger dabei von der Zwangspause der punktgleichen Kieler profitieren können oder ob die "Störche" gar frisch und gestärkt aus der Corona-Quarantäne zurückkommen, wird sich zeigen. Der HSV-Trainer nimmt derweil eine Gewissheit mit in die kommenden Wochen: "Die Erkenntnis war, dass man nicht den Ball braucht, um ein Fußballspiel zu gewinnen."

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Dieses Thema im Programm:

Hamburg Journal | 13.03.2021 | 19:30 Uhr

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