Stand: 01.09.2020 15:03 Uhr

Wolfsburg: Trübe Aussichten nach geplatztem Triple-Traum?

Frust bei der Wolfsburgerin Pernille Harder im Champions-League-Finale gegen Lyon © imago images/Sports Press Photo
Auf dem Weg zu Chelsea? Pernille Harder vom VfL Wolfsburg.

Es hat nicht gereicht für die Fußballerinnen des VfL Wolfsburg, wieder einmal war Olympique Lyon eine Nummer zu groß. Die Französinnen holten sich am Sonntagabend in San Sebastian mit einem verdienten 3:1-Sieg ihren fünften Champions-League-Titel in Folge. Gegen einen deutschen Meister und Pokalsieger, dem zum ganz großen Coup "wieder ein paar Prozente gefehlt haben", wie Trainer Stephan Lerch treffend analysierte. Wird es für den Champion von 2013 und 2014 in absehbarer Zeit einfach nicht mehr reichen für Europas Krone?

Kellermann stimmt Wolfsburg auf Durststrecke ein

Kurz vor der Finalpleite gegen den Dauersieger Lyon hatte Ralf Kellermann schon offenbart, dass der VfL Wolfsburg zukünftig wohl kleinere Brötchen backen muss. "Wenn wir es schaffen, uns in den nächsten Jahren mit diesen großen Clubs für das Viertelfinale zu qualifizieren, dann haben wir vieles richtig gemacht", sagte der Sportliche Leiter dem "Deutschlandfunk". Im europäischen Wettrüsten kann der deutsche Dauermeister und -pokalsieger nur noch schwer mithalten. "Manchester United gibt extrem viel Gas, Real Madrid ist jetzt mit dabei, die Italiener schlafen auch nicht", erklärte Kellermann.

"Team ein Vorbild an Leidenschaft und Siegeswillen"

Die warmen Worte etwa von DFB-Präsident Fritz Keller ("Die Wolfsburgerinnen können sehr stolz sein auf eine herausragende Saison") oder auch Bundestrainerin Martina Voss-Tecklenburg ("Allein die Finalteilnahme macht deutlich, welch hervorragende Arbeit in Wolfsburg seit Jahren geleistet wird") bringen dem VfL keine Konkurrenzfähigkeit auf allerhöchstem europäischen Niveau.

Harder vor dem Abschied

Das wird ohne Kapitänin Pernille Harder in der kommenden Saison ohnehin schwerer zu erreichen sein. Die Dänin zieht es nach übereinstimmenden Medienberichten zum ambitionierten englischen Meister FC Chelsea, der angeblich eine Rekordablöse von 350.000 Euro für die Toptorjägerin der Bundesliga zahlt. Der Wechsel hat zwar auch private Hintergründe - Harder möchte wieder mit ihrer Freundin Magdalena Eriksson zusammenspielen - doch im Konzert der finanzstarken Clubs hat der VfL einen schwereren Stand als früher.

Schon Freitag Bundesliga-Saisonauftakt

Dieser Rucksack voller Herausforderungen trat am Montagmittag mit dem VfL-Tross die Heimreise aus Spanien an. Lösungen dafür zu finden, ist vor allem Kellermanns Job. Der Sportliche Leiter muss auch einen neuen Coach finden. Trainer Lerch wird den VfL im Sommer 2021 verlassen. Die Spielerinnen haben hingegen kaum Zeit zum Durchschnaufen. Am Mittwoch geht es wieder ins Training, da bereits am Freitagabend (19.15 Uhr) das Bundesliga-Eröffnungsspiel ansteht, zu Hause gegen die SGS Essen. Der Startschuss in eine neue Saison, in der der Triple-Traum in noch weiterer Ferne scheint.

Vorerst verzichten muss der VfL auf Abwehrspielerin Sara Doorsoun, die sich gegen Lyon eine Innenverband-Verletzung zuzog und wochenlang ausfällt.

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Pernille Harder © imago images/SVEN SIMON Foto: Anke Waelischmiller

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Dieses Thema im Programm:

Sport aktuell | 31.08.2020 | 07:25 Uhr

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