Stand: 15.03.2020 15:50 Uhr

Freitag kritisiert DFL: "Zu lange taktiert"

Dagmar Freitag, Vorsitzende des Sportausschusses im Bundestag © picture alliance/dpa Foto: Christophe Gateau
Die Sportausschuss-Vorsitzende Dagmar Freitag hat kein Verständnis für das Verhalten der DFL.

Erst rund zwei Stunden vor dem geplanten Beginn der ersten Zweitliga-Partien des 26. Spieltags stellte die Deutsche Fußball Liga am vergangenen Freitag den Spielbetrieb wegen der Coronavirus-Pandemie vorerst ein. Eigentlich hatte die DFL an diesem Wochenende die angesetzten Begegnungen der Ersten und Zweiten Liga noch austragen wollen, obwohl nahezu alle anderen Profiligen im deutschen Sport zuvor ihre Saison bereits unterbrochen (Handball, Basketball) oder sogar beendet (Eishockey, Volleyball) hatten. Dagmar Freitag, Vorsitzende des Sportausschusses im Bundestag, bringt kein Verständnis für das Verhalten des Ligaverbandes auf. "Ich habe mich schon sehr gewundert, wie lange die DFL taktiert hat. Wer die Nachrichten aufmerksam verfolgt hat, wer Äußerungen der führenden Virologen beachtet hat, der hätte sich eigentlich eine schnellere Vorbild-Wirkung auch des Fußballs in unserem Land wünschen können", sagte die SPD-Politikerin im Interview mit NDR Info.

"Geht nicht um das Partikularinteresse Einzelner"

Am Montag entscheiden die 36 Clubs der Ersten und Zweiten Liga auf ihrer Mitgliederversammlung darüber, wie lange der Spielbetrieb ausgesetzt bleibt.

 

Die Empfehlung der DFL an die Vereine lautet bis zum 2. April. Dass danach in den Bundesliga-Stadien wieder der Ball rollt, hält Freitag für nahezu ausgeschlossen. "Ich bin keine Virologin. Aber nach allem, was ich höre und lese, ist ein Zeitraum nach zwei Wochen völlig illusorisch", sagte die 67-Jährige. Die Bundestagsabgeordenete betonte, dass der Profifußball im Kontext der Coronavirus-Krise inklusive der vielen Einschränkungen für die Bevölkerung keinen Sonderstatus beanspruchen darf: "Es geht hier nicht um das Partikularinteresse Einzelner, so sehr auch in den Sport und auch den Fußball mag. Aber es geht jetzt um den Schutz der Menschen in unserem Land - also um den Schutz von uns allen."

Clubs dürften auf Staatshilfen hoffen

UMFRAGE
Mögliche Antworten

Wie soll es in den Fußball-Bundesligen weitergehen?

Die Sportausschuss-Vorsitzende will sich dafür stark machen, dass Clubs aus allen Sportarten, die wegen der Spielabsagen in finanzielle Nöte geraten, staatliche Hilfe bekommen werden. "Wir müssen natürlich schauen, was passiert den Vereinen der unteren Ligen, die dringend auf Einnahmen angewiesen sind. Da reden wir nicht über Millionen und Milliarden, da reden wir über Summen von ein paar Tausend Euro pro Spiel. Da wird man sicherlich genauer hinschauen müssen", erklärte Freitag. Über die Vereine aus der ersten und zweiten Fußball-Bundesliga mache sie sich "finanziell relativ wenig Sorgen", so die SPD-Politikerin.

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Dieses Thema im Programm:

NDR Info | 15.03.2020 | 13:57 Uhr

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