Die Wolfsburgerin Svenja Huth (l.) © imago images/Eibner Foto: Germann

VfL-Frauen in München: Das wichtigste Spiel der Saison

Stand: 15.11.2020 09:25 Uhr

Die Fußballerinnen des VfL Wolfsburg gastieren heute (14 Uhr/live im TV und bei NDR.de) bei Bayern München. Zum ersten Mal seit Langem sind sie nicht der Favorit.

Das einzige Team, das den VfL-Frauen in Deutschland auf der Titeljagd Paroli bieten kann, ist der FC Bayern. Zumindest theoretisch. Denn in den vergangenen vier Jahren sicherten sich die "Wölfinnen" jeweils das Double aus Meisterschaft und Pokal - in der jüngsten Erfolgssaison blieb die Mannschaft von Trainer Stephan Lerch sogar ohne jede Niederlage.

"Bayern München gegen den VfL Wolfsburg - das ist der Clasico der Frauenfußball-Bundesliga." Bayern-Coach Jens Scheuer

Doch die Vorzeichen sind vor dem Bundesliga-Duell am diesem Wochenende deutlich verändert. Die Wolfsburgerinnen mussten nicht nur den Abgang von Pernille Harder verkraften, mit Alexandra Popp, Sara Doorsoun, Ewa Pajor, Pauline Bremer und Almuth Schult fallen im Topspiel beim bisher verlustpunktfreien und gegentorlosen Tabellenführer (acht Spiele, Tordifferenz 26:0) gleich eine Handvoll weitere Stammspielerinnen aus.

Wer ist also Favorit? "Es ist ein Fakt, dass wir viele Ausfälle haben. Davon sind auch einige Leistungsträgerinnen betroffen", sagte VfL-Trainer Stephan Lerch. "Aber die letzten Ergebnisse stimmen mich sehr positiv und wir freuen uns jetzt einfach auf das Spiel." Sein Gegenüber Jens Scheuer erklärte: "Ich denke, dass wir deutlich näher an Wolfsburg herangekommen sind. Aber auch Wolfsburg hat sich noch mal entwickelt."

Vorentscheidung möglich? Trainer verneinen

Einfacher ist die Einordnung anhand der nackten Zahlen: Bei einer Niederlage droht der VfL zumindest vorläufig den Anschluss zu verpassen, der Rückstand würde auf fünf Zähler anwachsen. Das 1:1 beim SC Freiburg vor einem Monat wirkt noch nach.

"Die Tabellensituation motiviert uns ungemein." Wolfsburg-Trainer Stephan Lerch

Doch die Trainer geben sich vor der Partie Mühe, die Bedeutung nicht zu hoch zu hängen. "Es ist keine Vorentscheidung gefallen, sollten wir das Spiel gewinnen. Das wäre vermessen", sagte Scheuer. Lerch wiederum gab zu Protokoll: "Jeder kann rechnen und natürlich haben wir einen gewissen Druck. Aber ich bin entspannt. Wären wir schon in der Rückrunde, wäre das eine andere Konstellation."

VfL-Frauen zuletzt 5:0 in Potsdam

Zuletzt warteten die VfL-Frauen mit einer 5:0-Gala bei den eigentlich stark eingeschätzten "Torbienen" in Potsdam auf. Darauf sollte sein Team aufbauen, so Lerch und freute sich mit Blick auf die aktuelle Trainingswoche: "Die Mannschaft hat konzentriert und fokussiert gearbeitet, aber auch mit einer guten Stimmung."

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Lerch: "Es werden Kleinigkeiten entscheiden"

Die Bayerinnen lobte der Wolfsburger Coach als "sehr stabil und sehr souverän von den Ergebnissen her", fügte aber umgehend hinzu: "Das heißt nicht, dass sie nicht schlagbar sind. Es werden Kleinigkeiten entscheiden." Die aktuelle Rolle als Jäger überrasche ihn nicht. Vielmehr sei es verwunderlich, dass sein Team in den vergangenen Jahren nicht in diese Situation gekommen sei. Das ganz klare Ziel ist es aber, dass der VfL nach diesem Spieltag wieder von der Tabellenspitze grüßt.

Das will Scheuer natürlich verhindern und geht die Partie mit viel Selbstbewusstsein an: "Ich glaube, dass meine Mannschaft gezeigt hat, dass wir eine sehr hohe Qualität haben. Und wenn wir 100 Prozent geben, ist es für mich keine Frage, wer das Spiel gewinnt."

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Dieses Thema im Programm:

Sportclub | 15.11.2020 | 14:00 Uhr

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