Stand: 28.01.2020 23:16 Uhr

St. Pauli und der Auswärtsfluch: 0:3 in Fürth

von Ines Bellinger. NDR.de
Branimir Hrgota von Greuther Fürth (verdeckt) bejubelt mit seinen Mitspielern ein Tor gegen St. Pauli. © dpa-Bildfunk Foto: Timm Schamberger/dpa
Branimir Hrgota (verdeckt) brachte Fürth mit dem 1:0 auf die Siegerstraße.

Neues Jahr, kein neues Auswärts-Glück: Fußball-Zweitligist FC St. Pauli hat das erste Pflichtspiel 2020 mit 0:3 (0:1) bei Greuther Fürth verloren. Für die Mannschaft von Trainer Jos Luhukay setzte sich am Dienstagabend am Fürther Ronhof eine schwarze Serie fort. Seit Anfang März 2019 haben die Braun-Weißen in der Fremde nicht mehr gewonnen. Nach zwei Siegen am Ende des vergangenen Jahres erlitt St. Pauli damit einen Rückschlag gegen seinen Angstgegner. Schon 14 Mal - so oft wie gegen keinen anderen Zweitligisten - haben die Hamburger gegen die "Kleeblätter" verloren.

Buballa: "Müssen eindeutig erwachsener spielen"

"Eigentlich waren wir auf Augenhöhe mit Fürth, sind aber viel zu oft ins offene Messer gelaufen", sagte St. Paulis Kapitän Daniel Buballa. "Wir müssen eindeutig erwachsener und abgeklärter spielen."

Die Abstiegszone ist nun wieder deutlich näher gerückt, Die gute Nachricht: Am kommenden Sonnabend spielen die Kiezkicker erst einmal wieder zu Hause, allerdings heißt der Gegner VfB Stuttgart, einer der heißen Favoriten auf den Bundesliga-Aufstieg.

St. Pauli im Pech - Hrgota trifft für Fürth

Die guten und die schlechten Nachrichten aus der Winterpause spiegelten sich in der Startelf wider. Nach dem Abgang von Leistungsträger Mats Möller Daehli nach Genk gab es bis zum ersten Pflichtspiel im neuen Jahr keine Verstärkungen zu vermelden - aber auch keine Verletzungen zu beklagen. Und so bot Luhukay dieselben Spieler auf wie beim mutmachenden 3:0 gegen Spitzenreiter Arminia Bielefeld zum Jahresabschluss 2019.

19.Spieltag, 28.01.2020 20:30 Uhr

Greuther Fürth

3

FC St. Pauli

0

Tore:

  • 1:0 Hrgota (43.)
  • 2:0 Leweling (86.)
  • 3:0 Keita-Ruel (90. +2)

Greuther Fürth: Burchert - Sauer, M. Caligiuri, Jaeckel, Max. Wittek (85. Raum) - Seguin - Ernst, Green (32. Leweling) - H. Nielsen - Hrgota (81. Sarpei), Keita-Ruel
FC St. Pauli: Himmelmann - L.-M. Zander (77. Penney), Östigard, Buballa, Ohlsson - Miyaichi, Sobota, Becker (61. Benatelli) - Buchtmann (61. Taschtschi) - Veerman, Gyökeres
Zuschauer: 9220

Weitere Daten zum Spiel

Eine gewisse Nervosität konnte sein Team allerdings nur langsam abstreifen. Ein riskanter Fehlpass auf Robin Himmelmann (1.) und ein Stockfehler von Luca Zander bei der Ballannahme (7.) hätten St. Pauli beinahe früh in Rückstand gebracht. Danach fingen sich die Gäste und brachten im Verlauf der ersten Hälfte den Ball sogar zweimal im gegnerischen Tor unter - allein die Treffer zählten nicht. Henk Veermans Jubellauf in der 17. Minute wurde jäh gestoppt, als Schiedsrichter Christof Günsch seine Ballmitnahme vom Videoassistenten überprüfen ließ und danach auf Handspiel entschied. Viktor Gyökeres bugsierte die Kugel per Kopf über die Linie, hatte zuvor den Fürther Torhüter Sascha Burchert jedoch regelwidrig attackiert (34.). Abgesehen von diesen beiden Szenen war das Spiel von eher verhaltenen Aktionen auf beiden Seiten geprägt. Als sich die Zuschauer bereits mit einem torlosen Remis zur Pause zu arrangieren begannen, führte eine Einzelaktion doch noch zu einem Tor, das zählte. Branimir Hrgota wurde zentral, knapp 30 Meter vor dem Tor der Hamburger nicht angegriffen und zog einfach mal ab. Der Aufsetzer des Fürther Torjägers zischte am sich lang und länger machenden Himmelmann vorbei ins Eck (43.).

K.o. in den Schlussminuten

An dieser kalten Dusche kurz vor dem Gang in die Kabine hatten die Braun-Weißen zu knabbern. Nach Wiederanpfiff gelangen ihnen kaum zwingende Aktionen. Fürths Jamie Leweling hätte sogar das 2:0 erzielen können. Er verlud den etwas überfordert wirkenden Zander, scheiterte dann aber aus spitzem Winkel an Himmelmann (53.). Luhukay reagierte, brachte in Borys Tashchy und Rico Benatelli nach einer Stunde zwei frische Offensivkräfte. Die Spielanlage der Gäste wirkte aber weiterhin uninspiriert und von zu wenig Leidenschaft getragen.

Zu spät bliesen sie zur Schlussoffensive. Tashchy mit einem Drehschuss (75.) und einem Kopfball nach einer Ecke (83.) verfehlte das Tor jeweils knapp. Veerman scheiterte aus spitzem Winkel an Burchert (82.). Auf der Gegenseite hätte Hrgota nach einem Konter sein zehntes Saisontor erzielen müssen, doch der Stürmer vergab kläglich (80.). So blieb es Leweling (86.) und Daniel Keita-Ruel (90.+2) vorbehalten, St. Pauli den K.o.-Schlag zu versetzen.

Weitere Informationen
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Dieses Thema im Programm:

Sportplatz | 28.01.2020 | 20:00 Uhr

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