Stand: 05.08.2020 20:56 Uhr

Nachsitzen ohne Erfolg - Wolfsburg scheitert an Donezk

von Ines Bellinger, NDR.de
Dawit Chotscholawa (r.) von Schachtjor Donezk und Wout Weghorst vom VfL Wolfsburg kämpfen um den Ball. © picture alliance/Efrem Lukatsky/AP/dpa Foto: Efrem Lukatsky
Kam in Kiew überhaupt nicht zum Zuge: VfL-Stürmer Wout Weghorst (l.)

Der VfL Wolfsburg hat sich seiner Altlasten aus der vergangenen Saison auf wenig elegante Art entledigt und das Viertelfinale in der Europa League klar verpasst. Der Fußball-Bundesligist beendete den unliebsamen Ausflug zum nachgeholten Achtelfinal-Rückspiel in die Ukraine mit einer auch in dieser Höhe verdienten 0:3 (0:0)-Niederlage gegen Schachtjor Donezk. Das Team von Trainer Oliver Glasner zeigte am Mittwochabend im leeren Olympiastadion von Kiew wenig Ehrgeiz, das 1:2 aus dem Hinspiel im März noch umzubiegen und das Finalturnier vor der Haustür in Nordrhein-Westfalen zu erreichen. Dort tritt am Dienstag in Gelsenkirchen nun der zwölfmalige ukrainische Meister gegen den FC Basel oder Eintracht Frankfurt an.

"Am Ende haben der Glaube und die Kräfte gefehlt", sagte Glasner nach der Partie. "Schachtjor hat verdient gewonnen und wir ziehen unsere Lehren aus diesen beiden Spielen." Wolfsburg kann sich nun ganz auf die Vorbereitung der neuen Saison konzentrieren, in der die Niedersachsen erneut auch in der Europa League vertreten sind. Am 17. September startet der VfL in die zweite Qualifikationsrunde.

Schlager für Kapitän Guilavogui

Seine Spieler müssten eine "emotionale Bindung" zu dem Wettbewerb aufbauen, hatte Glasner vor der wegen der Coronavirus-Pandemie nur widerwillig angetretenen Reise nach Kiew gefordert. Der Coach ging die Aufgabe ohne seinen Kapitän und ohne einen gelernten Rechtsverteidiger an. Anstelle von Josuha Guilavogui spielte im Mittelfeld Xaver Schlager. Hinten sollte der gelernte Innenverteidiger Marcel Tisserand die Lücke schließen, die sich durch den positiven Corona-Test von Kevin Mbabu, die Knieverletzung von William und die Gelbsperre von Renato Steffen ergeben hatte.

Brasilianer hebeln VfL-Abwehr aus

Nach einem passablen Start in die Partie taten sich beim VfL aber nicht nur hinten rechts Lücken auf.

4.Spieltag, 05.08.2020 18:55 Uhr

Sch. Donezk

3

VfL Wolfsburg

0

Tore:

  • 1:0 Junior Moraes (89.)
  • 2:0 Solomon (90. +1)
  • 3:0 Junior Moraes (90. +3)

Sch. Donezk: Pjatow - Dodô, Krywzow, Chotscholawa, Matviyenko - Stepanenko - Marlos (77. Solomon), Antônio (74. Kowalenko), Alan Patrick, Taison (86. Konopljanka) - Junior Moraes
VfL Wolfsburg: Casteels - Tisserand, Pongracic, Brooks, Roussillon (83. Klaus) - Schlager, Arnold - Victor, Brekalo (76. Guilavogui) - Ginczek (61. Marmoush), Weghorst
Zuschauer:

Weitere Daten zum Spiel

Die trickreichen Brasilianer in den Reihen der Gastgeber hebelten ein ums andere Mal die Verteidigung der Wolfsburger aus und erarbeiteten sich zahlreiche Chancen. Die besten besaßen Junior Moraes, dessen abgefälschter Abschluss zentral vor dem Tor von Pongracic in höchster Not vor der Linie geklärt wurde (19.), und Marlos, der nur den Pfosten traf (26.). Wolfsburg hatte nur einen hochkarätigen Angriff entgegenzusetzen. Doch Joao Victors exzellente Vorarbeit auf der rechten Seite vermochte Daniel Ginczek kurz vor der Torlinie nicht zu verwerten (23.). Sein Sturmpartner Wout Weghorst trat 45 Minuten ebenso wenig in Erscheinung.

Casteels bester Wolfsburger

Koen Casteels war der beste Wolfsburger auf dem Platz - daran änderte sich auch in der zweiten Hälfte nichts. Drei Minuten nach Wiederanpfiff vereitelte der Torhüter erneut die überfällige Führung der Hausherren, als er einen Schuss von Junior Moraes mit der Schulter abwehrte. Kurz darauf schlenzte der frei auf ihn zulaufende Taison aus halblinker Position den Ball am langen Pfosten vorbei (53.). Und nach einer guten Stunde verzweifelte Junior Moraes erneut am aufmerksamen Belgier (63.).

Drei Gegentore binnen fünf Minuten

Beinahe wäre Wolfsburg fast aus dem Nichts noch zum Torerfolg gekommen. Doch Schiedsrichter Ivan Kruzliak revidierte seine Elfmeter-Entscheidung nach Ansicht der TV-Bilder. Dawit Chotscholawa hatte Joao Victor deutlich vor dem Strafraum abgeräumt. Die Rote Karte gegen den Ukrainer und den Freistoß konnte der VfL nicht für sich nutzen. Im Gegenteil: Nur zwei Minuten nach dem Platzverweis stellte John Anthony Brooks den personellen Gleichstand wieder her, als er nach wiederholten Foulspiel Gelb-Rot kassierte. Kurz vor dem Ende belohnte sich Junior Moraes dann doch noch, als er nach Vorarbeit von Dodo, der auf der rechten Seite drei Wolfsburger aussteigen ließ, das 1:0 erzielte (89.). Manor Solomon (90.+1) und noch mal Junior Moraes (90.+3) schraubten das Ergebnis in der Nachspielzeit noch auf 3:0.

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Dieses Thema im Programm:

Sport aktuell | 05.08.2020 | 21:25 Uhr

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