Braunschweigs Torwart Jasmin Fejzic gestikuliert. © dpa-Bildfunk Foto: Swen Pförtner/dpa

Eintracht Braunschweig verpasst gegen Dortmund Überraschung

Stand: 22.12.2020 23:01 Uhr

Zweitliga-Aufsteiger Eintracht Braunschweig hat in der zweiten Runde des DFB-Pokals eine Überraschung verpasst. Trotz couragierter Leistung unterlagen die Niedersachsen Vizemeister Borussia Dortmund 0:2 (0:1).

von Hanno Bode

"Ich gehe mal davon aus, dass sich Dortmund das einen Tick einfacher vorgestellt hat. Der Unterschied war heute nicht so zu spüren, aber man merkt natürlich trotzdem, dass Dortmund auf jeder Position gut besetzt ist", sagte BTSV-Außen Fabio Kaufmann dem NDR. "Ich glaube, wir haben uns hier ganz teuer verkauft", resümierte der 28-Jährige treffend.

Sein Trainer Daniel Meyer schlug in dieselbe Kerbe. "Wir haben das Spiel lange offen halten können und hatten unsere Möglichkeiten. Uns hat heute ein bisschen das Spielglück gefehlt. Es wäre mehr möglich gewesen. Wir gehen mit dem Gefühl aus dem Spiel, dass es nicht unbedingt so hätte ausgehen müssen", erklärte er dem NDR.

Dortmunds Startelf ohne etliche Top-Stars

Die beiden Top-Talente Erling Haaland und Youssoufa Moukoko verletzt, dazu die Nationalspieler Marco Reus, Emre Can, Nico Schulz, Thorgan Hazard, Manuel Akanji und Thomas Meunier zunächst auf der Bank: In Dortmunds Startelf fehlte jede Menge Fußball-Prominenz. Die Eintracht hattte also - zumindest leise - Hoffnungen hegen dürfen, auf einen Gegner zu treffen, bei dem viele Automatismen ob der großen Personalrochade nicht greifen. Gleich auf sieben Positionen hatte Borussen-Coach Edin Terzic seine Anfangsformation im Vergleich zur 1:2-Pleite am vergangenen Freitag bei Union Berlin umgestellt.

Seine Devise gegen tief und kompakt stehende Braunschweiger schrie der 38-Jährige nach sieben Minuten noch einmal aufs Feld: "Zwei Kontakte, schnell spielen."

Hummels bringt BVB früh in Front

Mit dem "schnell spielen" klappte es gegen sehr diszipliniert verteidigende Hausherren allerdings zumeist nur bis zum 16-Meterraum. Aus dem Spiel heraus wurde der Vizemeister im ersten Abschnitt nur selten gefährlich. Sehr viel Ballbesitz, sehr wenig Ertrag - so lautete die BVB-Bilanz zur Halbzeit. So richtig zufrieden sein konnte Terzic eigentlich nur mit den ruhenden Bällen seines Teams. Nicht von ungefähr ging der 1:0-Führung durch Mats Hummels ein Freistoß von Jadon Sancho voraus, den die Braunschweiger Abwehr miserabel verteidigte. Der Rest war für den Weltmeister von 2014 Formsache. Er traf aus wenigen Metern (12.).

Braunschweig nur selten in der Offensive

Das frühe Gegentor war für den BTSV ein Wirkungstreffer. Der Aufsteiger benötigte eine Zeit lang, um sich wieder zu sammeln und Stabilität zu erlangen. Dies gelang zwar mit fortlaufender Dauer ganz gut. Ganz auszuschalten war die Gäste-Offensive aber nicht. Der etatmäßige Dortmunder U23-Kapitän Steffen Tigges (17.), Julian Brandt (22.) und Jude Bellingham (34./Pfosten) ließen gute Chancen zum 2:0 aus.

Auf der Gegenseite hatte Marcel Bär die beste Gelegenheit für die "Löwen" im ersten Abschnitt. Der Angreifer bekam nach einer feinen Vorlage von Lasse Schlüter jedoch nicht genug Druck hinter den Ball und scheiterte an Marwin Hitz (23.).

Weitere Informationen
Der DFB-Pokal im Konfetti-Regen © picture alliance/Maurizio Gambarini/dpa

Ergebnisse und Ansetzungen im DFB-Pokal

Die Spielpaarungen im DFB-Pokal der Saison 2020/2021 hier im Überblick. mehr

Bär scheitert an der Latte

Es sollte nicht die letzte gute Chance von Bär an diesem regnerischen Abend gewesen sein. Es waren genau 56 Minuten absolviert, als der 28-Jährige perfekt von Suleiman Abdullahi in Szene gesetzt wurde, freie Schussbahn hatte, aber an der Latte scheiterte. Hätte, ja hätte, der Stürmer nur ein wenig präziser gezielt, eine Wiederholung des Pokal-Triumphs aus dem Jahr 2005 gegen die Borussia wäre für die Eintracht vielleicht möglich gewesen. Denn auch wenn der viermalige Cup-Gewinner das Geschehen weiter dominierte, wirkte er in der Defensive durchaus verletzlich.

Sancho macht in Nachspielzeit alles klar

Meyer versuchte auch, dem Offensivspiel seiner Mannschaft durch die Einwechslungen von Yari Otto (72.) und Nick Proschwitz (80.) neue Impulse zu geben. Doch irgendwie fehlte den Niedersachsen im Spiel nach vorn die letzte Überzeugung - und die Qualität. Kleiner (aber schwacher) Trost für die aufopferungsvoll kämpfenden Braunschweiger: Auch Dortmund riss in Hälfte zwei im Angriff wahrlich keine Bäume aus.

Erst als die Eintracht in der Nachspielzeit mit nahezu kompletter Kapelle aufgerückt war, um den Ausgleich zu erzwingen, erzielte Sancho nach einem Konter das 2:0 (90.+2).

2.Spieltag, 22.12.2020 20:00 Uhr

Braunschweig

0

Bor. Dortmund

2

Tore:

  • 0:1 Hummels (12.)
  • 0:2 Sancho (90. +2)

Braunschweig: Fejzic - Wiebe (72. Ziegele), Wydra, Nikolaou, Schlüter - Kammerbauer, Ben Balla (80. Kroos) - F. Kaufmann (86. Schwenk), Bär, Kobylanski (72. Otto) - Abdullahi (80. Proschwitz)
Bor. Dortmund: Hitz - Morey (83. Meunier), Hummels (46. Akanji), Zagadou, Guerreiro - Delaney - Bellingham (76. Witsel), Brandt (63. Reus) - Sancho, Reyna (83. T. Hazard), S. Tigges
Zuschauer:

Weitere Daten zum Spiel

Weitere Informationen
Ein Fan von Eintracht Braunschweig schwenkt im Stadion eine große Fahne. © picture alliance / Peter Steffen/dpa | Peter Steffen Foto: Peter Steffen
44 Min

Lieben, leiden, leben: 125 Jahre Eintracht Braunschweig

Die Fans lieben ihren Club und leiden mit ihm - ein Leben lang. Am 15. Dezember 2020 wurde der Traditionsverein stolze 125 Jahre alt. 44 Min

Dieses Thema im Programm:

NDR 2 Sport | 22.12.2020 | 20:00 Uhr

Mehr Fußball-Meldungen

Jiri Pavlenka ist enttäuscht (Werder Bremen). © IMAGO / Poolfoto Foto: Poolfoto

Werder Bremen: Der Abstieg rückt immer näher

Von wegen Befreiungsschlag... Nach der 0:2-Niederlage in Augsburg sind die Hanseaten auf den Relegationsplatz abgerutscht. mehr

Fußball im Netz © Mikael Damkier

NDR Fußball-Tippspiel - Jetzt mitmachen!

Das NDR Tippspiel für die Saison 2020/2021 läuft. Einsteigen, mittippen und Teams gründen: Wir suchen den Fußball-Experten im Norden. mehr