Kapitän Martin Kobylanski vom Fußball-Zweitligisten Eintracht Braunschweig © picture alliance / Nico Paetzel Foto: Nico Paetzel

Eintracht Braunschweig: Mit zwei Stehaufmännchen aus dem Keller

Stand: 16.04.2021 08:18 Uhr

Eintracht Braunschweig will seinen furiosen 4:0-Sieg beim VfL Osnabrück heute Abend mit einem Erfolg gegen den SC Paderborn vergolden. Hoffnungsträger sind auch zwei Spieler, die viele Wochen außen vor waren.

Als Martin Kobylanski am vergangenen Sonntag im Niedersachsen-Duell an der Bremer Brücke in der 82. Minute ausgewechselt wurde, verließ er den Rasen mit nahezu versteinerter Miene. Dabei hätte der Offensivmann eigentlich allen Grund gehabt, wie ein Honigkuchenpferd zu strahlen, standen doch zwei Torvorlagen und ein verwandelter Strafstoß in seinem Arbeitszeugnis. Aber die vergangenen Monate sind nicht spurlos an dem BTSV-Kapitän vorbeigegangen.

Der Aufstiegsheld (18 Treffer in der vergangenen Drittliga-Serie) war nach dem Jahreswechsel von Coach Daniel Meyer zum "Bankangestellten" degradiert worden. Der Ruhm vergangener Tage: verblasst.

Kobylanski: "Es waren sehr harte Monate"

Erstmals seit dem 0:0 am 15. Januar gegen die Würzburger Kickers stand Kobylanski gegen Osnabrück wieder in der Startelf der "Löwen" und machte anschließend aus seinem Herzen keine Mördergrube. "Ich bin sehr stolz, es waren sehr harte Monate", sagte der 27-Jährige im NDR Interview und führte dann etwas pathetisch aus: "Man muss sich immer wieder zurückkämpfen, immer wieder aufstehen. Ob es jetzt im Fußball ist oder allgemein im Leben: Man muss versuchen, auf den Punkt da zu sein."

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Abdullahi zeigt es seinen Kritikern

Das gelang gegen den VfL nicht nur "Koby", wie der Kapitän von seinem Trainer Meyer gerufen wird. In Suleiman Abdullahi trumpfte gegen die Lila-Weißen ein weiterer Spieler auf, der zuvor beinahe schon in Vergessenheit geraten war. Mit seinen ersten beiden Saisontoren hatte die bis dahin so enttäuschende Leihgabe von Union Berlin großen Anteil am Kantersieg. "Ich hab mich heute besonders für 'Manni' Abdullahi gefreut, da er in den vergangenen Monaten keine allzu leichte Zeit bei uns hatte. Viel aus unserer schwachen Offensive hat man mit ihm verbunden und er hat viel Kritik einstecken müssen. Heute konnte er einen entscheidenden Beitrag leisten und ich hoffe, dass das in den nächsten Duellen so weitergeht", sagte Meyer.

Gelingt der nächste Schritt vom "dünnen Eis"?

Das klang beinahe wie eine Startelf-Garantie für Abdullahi für die Partie heute Abend gegen Paderborn (18.30 Uhr, im Livecenter bei NDR.de). Und eigentlich hat Meyer auch keinen Grund, nach dem überzeugenden Auftritt gegen Osnabrück, die Anfangsformation zu verändern. Doch mit den Ostwestfalen wartet nun ein ganz anderes Kaliber auf die Eintracht als der VfL. Der Bundesliga-Absteiger fegte am vergangenen Sonnabend Spitzenreiter Bochum mit 3:0 vom Feld und zeigte dabei einmal mehr seine herausragenden Offensiv-Qualitäten.

Nicht auszuschließen also, dass Meyer die gegen Osnabrück gewählte 4-2-3-1-Formation in ein etwas defensiveres 4-4-2-System umwandelt. Schließlich steht der BTSV im Abstiegskampf weiter unter Zugzwang, wie der Trainer noch einmal verdeutlichte: "Wir wissen, dass wir uns noch auf ganz dünnem Eis bewegen."

Mögliche Aufstellungen:

Eintracht Braunschweig: Fejzic - Wiebe, Diakhite, Behrendt, Schlüter - Ben Balla, Wydra, Kroos, Abdullahi, Kobylanski - Proschwitz
SC Paderborn: Zingerle - Ananou, Schonlau, Nkaka, Collins - Schallenberg, Vasiliadis, Justvan - Michel, Srbeny, Antwi-Adjei

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Dieses Thema im Programm:

NDR 2 Sport | 16.04.2021 | 23:03 Uhr

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