Stand: 12.12.2019 09:02 Uhr

Hansa Rostocks Breier: "Harte Arbeit wird belohnt"

Hansa Rostocks Pascal Breier © picture alliance/Fotostand Foto: Voelker
Pascal Breier: Mit sieben Toren Hansa Rostocks treffsicherster Profi.

Der Absturz in der Drittliga-Tabelle von Hansa Rostock ist eng mit der Formkurve von Pascal Breier verbunden. Der Mittelstürmer hat seit sieben Spielen nicht mehr getroffen - in dieser Zeit haben die Mecklenburger nur sechs Punkte geholt. Der 27-Jährige würde seine Durststrecke am liebsten schon im Spiel am Sonnabend gegen den Chemnitzer FC, das der Sportclub ab 14 Uhr live im NDR Fernsehen und im Livestream zeigt, beenden. Im Interview spricht der gebürtige Schwabe über die Torflaute, Vaterfreuden und seinen auslaufenden Vertrag bei Hansa Rostock.

Herr Breier, sind Sie ein Mensch, der sich viele Gedanken macht?

Pascal Breier: Das kommt ganz drauf an. Auf dem Platz mache ich mir nicht so viele Gedanken. Privat ist das anders: Ich versuche schon, vorzusorgen und alle Termine zu koordinieren.

Und wie ist es im Moment vor dem Torabschluss?

Breier: Da muss man innerhalb von Sekundenbruchteilen entscheiden, da ist gar keine Zeit, sich großartig Gedanken zu machen. Ich versuche immer, mich schon vorher zu orientieren, wo der Torwart steht. Und dann konzentriere ich mich einfach darauf, den Ball richtig zu treffen.

Wie gehen Sie damit um, wenn die torlosen Minuten ticken?

Breier: Klar mache ich mir da ab und zu Gedanken. Aber ich versuche, mich da nicht zu sehr reinzusteigern. Sonst treffe ich das Tor erst recht nicht. Da brauche ich einen kühlen Kopf. Torlose Phasen gibt es immer mal wieder. Als es bei mir in dieser Saison so gut lief, habe ich schon gesagt, dass auch wieder andere Zeiten kommen. Und die Prognose ist eingetroffen (lacht).

Sie haben bereits sieben Tore erzielt, so viele wie in der ganzen vergangenen Saison. Liegt das nur daran, dass Sie nicht mehr auf der Außenbahn, sondern vor allem im Sturmzentrum spielen?

Breier: Das hat auf jeden Fall damit zu tun. Natürlich ist es für die Mannschaft auch wichtig, wenn ich auf der Außenbahn die Linie rauf und runter laufe. Ich finde aber, dass damit ein Stück weit meine Stärke verloren geht. Ich habe den Torriecher und weiß oft, wo der Ball hinkommt und bin da zur Stelle. Als Mittelstürmer fühle ich mich einfach am wohlsten.

Seit ihrem siebten Saisontor gegen Meppen hat Hansa aus sieben Spielen nur noch sechs Punkte geholt. Haben Sie eine Erklärung für die Misere?

Breier: Es ist schwierig, dass konkret an einzelnen Dingen festzumachen. Uns fehlen immer wieder an verschiedenen Stellen ein, zwei Prozent - und die entscheiden in dieser engen Liga die Spiele. Wer den Sieg mehr will, holt die drei Punkte. Wir müssen uns auf die Basics konzentrieren, harte Arbeit wird belohnt.

Sieben Punkte fehlen zu Rang drei, acht Zähler beträgt der Vorsprung zu den Abstiegsplätzen: Ist Hansa aktuell nur noch Mittelmaß?

Breier: Wenn man nur auf die Tabelle schaut, dann stimmt das. Aber wir haben die spielerische Qualität, auch weiter oben mitzuspielen. Wir müssen diese Qualität aber wieder mit der Leidenschaft und dem Kampf vereinen. Wenn das gelingt, kommen wir in den Flow und können schnell wieder zu den Topmannschaften gehören.

Kommen wir zurück zu den Gedanken: Im März ist Stichtag, wie steht es um die Vorbereitungen vor der Geburt Ihrer Tochter?

Breier: Darüber mache ich mir wirklich mehr Gedanken (lacht). Ich bin ein Familienmensch und freue mich riesig auf die Kleine. Ich habe neulich das Babybett zusammengebaut. Wir haben auch schon eine Wickelkommode und einen Kinderwagen. Mir ist es wichtig, dass es der Familie gut geht und sich jeder wohlfühlt. Ich fiebere dem Geburtstermin entgegen. Gleichzeitig kann ich es noch nicht so recht glauben, dass ich wirklich Vater werde.

Haben Sie schon mit Ihrem Torhüter über das Thema gesprochen? Markus Kolke hat im Interview mit NDR.de ja erzählt, dass er sich den "Papa-Schlaf" angeeignet hat, um in Ruhe schlafen zu können.

Breier: Das habe ich mitbekommen. Ich will meiner Frau auf jeden Fall Arbeit abnehmen, damit sie ihren Schlaf bekommt. Aber es ist auch klar, dass ich nicht jede Nacht wach sein kann. Ich muss im Training und besonders im Spiel wach und ausgeschlafen sein. Da müssen wir noch die richtige Strategie entwickeln. Denn dass die Kleine auch in der Nacht wach ist und schreit, ist ja ganz normal.

Sie spielen seit zwei Jahren in Rostock, wie gefällt es einem Schwaben im Norden?

Breier: Sehr gut! In Stuttgart hatte ich kein Meer vor der Tür. In Warnemünde am Strand finde ich es super. Aber ich bin auch sonst ganz gut angekommen, zumal ich meine Verlobte ja hier kennengelernt habe. Und ich vermisse nicht mal die schwäbische Küche. Die habe ich, wenn ich mal ein paar Tage Urlaub bei meinen Eltern mache.

Ihr Vertrag läuft im Sommer aus, machen Sie sich darüber viele Gedanken?

Breier: Ich lasse das gerade nicht an mich herankommen. Es hat erste Gespräche gegeben, aber die führt mein Berater. Es gibt noch keine Tendenz. Wie die Verhandlungen ausgehen, hängt von vielen einzelnen Faktoren ab. Das Gesamtpaket muss passen. Dazu gehört auch, wie Hansa in dieser Saison abschneidet. Ich will das Beste aus mir herausholen und würde gern sehen, ob ich in der Zweiten Liga mithalten kann. Dafür wäre es gut, wenn Hansa in dieser Saison eine gute Basis legen würde, um dann mit ein paar Verstärkungen im nächsten Jahr ganz oben anzugreifen.

Das Interview führte Florian Neuhauss, NDR.de

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Dieses Thema im Programm:

Sportclub | 14.12.2019 | 14:00 Uhr

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