Stand: 23.06.2020 09:25 Uhr

Führt Kobylanski Braunschweig zum Aufstieg?

von Florian Neuhauss, NDR.de
Martin Kobylanski von Eintracht Braunschweig © picture alliance / Sielski-Press Foto: Joachim Sielski
Mit 15 Toren und acht Vorlagen ist Martin Kobylanski zum Anführer der "Löwen" geworden.

Die Rückkehr von Eintracht Braunschweig in die zweite Fußball-Bundesliga nimmt immer mehr Konturen an. Nur noch zwei Wochen und vier Spiele trennen die "Löwen", die seit dem Re-Start in der Dritten Liga weiter ungeschlagen sind, vom Aufstieg. Großen Anteil daran hat Martin Kobylanski. Der im vergangenen Sommer aus Münster nach Braunschweig gekommene Mittelfeldspieler war am Sonnabend beim 1:0 gegen die Preußen einmal mehr der Matchwinner: "Gegen den Ex-Verein zu spielen und ein paar alte Gesichter zu sehen ist immer schön. Wenn man dann den Siegtreffer erzielt, ist es noch schöner."

Auch wenn Trainer Marco Antwerpen ob der durchgehenden englischen Wochen viel rotiert, Kobylanski stand bisher stets in der Startelf. Und die Eintracht kann wohl auch beim Auswärtsspiel in Chemnitz heute (19 Uhr/im Livecenter und im Video on Demand bei NDR.de) nicht auf ihren mit 15 Toren und acht Vorlagen besten Scorer verzichten.

Königstransfer vor der Saison ...

Der Deutsch-Pole war das i-Tüpfelchen auf der Transferoffensive der Niedersachsen vor einem Jahr. Nach dem Zweitliga-Abstieg und der verpatzten Rückkehr wurde geklotzt.

Der auch von höherklassigen Clubs umworbene 26-Jährige kam mit der Empfehlung von 22 Treffern und 14 Assists aus den beiden vorigen Jahren in Münster in die Löwenstadt. Und er war die prägende Figur zum Start der Saison. Kobylanski machte zudem im NDR Interview keinen Hehl aus seinen Ambitionen: "Natürlich würde ich persönlich auch gern noch mal die Chance bekommen, ganz oben anzuklopfen. In der Nationalmannschaft, aber auch in der Bundesliga. Davon träume ich, da will ich wieder hin."

Doch nach dem starken Start folgte eine Durststrecke - für Kobylanski und sein Team. Auch zwischenmenschlich lief nicht alles rund, unter Antwerpen-Vorgänger Christian Flüthmann war Kobylanski sogar kurzzeitig suspendiert. Im November übernahm Antwerpen, mit dem der begnadete Mittelfeldspieler schon in Münster zusammengearbeitet hatte. Antwerpen wusste genau um die Fähigkeiten des begnadeten Mittelfeldspielers, kannte aber auch seine Eigenheiten. Der Edel-Techniker will immer spielen und erträgt es offenbar nur schwer, wenn sein Trainer (mal) andere Pläne hat. Die lokale Presse beschrieb Kobylanski als launenhaft.

... und Anführer im Kampf um den Aufstieg

Trainer Marco Antwerpen (r.) und Martin Kobylanski von Eintracht Braunschweig © picture alliance / Sielski-Press Foto: Joachim Sielski
Nicht immer einer Meinung: Trainer Marco Antwerpen (r.) und Martin Kobylanski.

Auch Antwerpen versuchte es zu Beginn der Rückrunde einige Male ohne Kobylanski (in der Anfangsformation) - die Ergebnisse sprechen für sich. Sechs Punkte in sechs Spielen entsprachen nicht den Ansprüchen der Niedersachsen.

Doch womöglich hat der 48 Jahre alte Fußball-Lehrer seinen Schützling damit genau so angestachelt, wie dieser es brauchte. Bei seinem Startelf-Comeback gegen den KFC Uerdingen (4:1) markierte Kobylanski zwei Tore und bereitete ein weiteres vor. Auch wenn in Rostock das letzte Spiel vor der Corona-Pause mit 0:3 verloren ging, könnte man sagen: Antwerpen hat alles richtig gemacht. Denn so gut wie in dieser Saison war Kobylanski noch nie. "Wir haben uns alle reingehauen", sagte der Spielmacher nach dem Sieg gegen Münster und dem Sprung auf Rang zwei. Der 26-Jährige hat sich im Saisonendspurt zum Anführer der "Löwen" gemausert - auf dem Weg zum Aufstieg.

Programm-Tipp
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Dieses Thema im Programm:

NDR 2 Sport | 23.06.2020 | 23:03 Uhr

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