Fin Bartels von Holstein Kiel © imago images/Jan Huebner Foto: Steven Mohr

Holstein Kiel: Gegen Bayern bloß nicht in Ehrfurcht erstarren

Stand: 13.01.2021 08:11 Uhr

Holstein Kiel empfängt Bayern München heute (20.45 Uhr) in der zweiten Runde des DFB-Pokals - auch ohne Zuschauer das Spiel des Jahres für den Zweitligisten. Routinier Fin Bartels weiß, wie es nicht geht.

Ein Dutzend Mal hat der 33-Jährige in seiner Profikarriere bereits gegen den deutschen Rekordmeister auf dem Platz gestanden - und bisher immer verloren. Bartels kann sich ein Lachen nicht verkneifen, als er auf die Statistik angesprochen wird. Der Offensivmann geht die Partie trotzdem optimistisch an: "Wir dürfen keine Angst haben. Das ist ganz wichtig. Natürlich sieht man die Spieler immer in der Champions League und bewundert sie auch ein bisschen. Aber wenn es zur Sache geht, müssen wir da sein und ihnen wehtun", sagte Bartels dem NDR. "Wir sind nicht umsonst gerade Tabellendritter in der Zweiten Liga. Wir dürfen nicht vor Ehrfurcht erstarren, sondern müssen auch mit Selbstvertrauen an die Sache rangehen."

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Die Kieler Mannschaft jubelt. © Witters Foto: Valeria Witters

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Kiel schreibt eine Erfolgsgeschichte

Was wäre in Kiel los, wenn es ein normales Flutlichtspiel im DFB-Pokal wäre? "Zuschauer hätten uns sicher geholfen, aber wir können es nicht ändern. Das ist extrem schade", betonte Trainer Ole Werner.

Die KSV Holstein, mehrere Jahre viertklassig, ist spätestens seit der Saison 2017/2018 an der Förde eine große Nummer. Unter Coach Markus Anfang zerplatzte der Traum vom erstmaligen Aufstieg in die Fußball-Bundesliga erst durch zwei Niederlagen gegen den VfL Wolfsburg in der Relegation. Oder um es mit den Worten von Geschäftsführer Wolfgang Schwenke zu sagen: "Wir haben die Stadt in Sachen Fußball ein bisschen angezündet." Sein Vorbild ist der SC Freiburg, das Sinnbild im deutschen Fußball dafür, aus wenig viel zu machen.

Werner verzichtet auf Tipps vom Routinier

Anders als Bartels haben die Breisgauer auch schon so manche erfolgreiche Schlacht gegen die Münchner geschlagen. Werner lobt den gebürtigen Kieler, der im Sommer aus Bremen zurück in die Heimat gekommen ist, für "seine Qualität und Erfahrung". Auf Tipps des Routiniers hat der Trainer bei seiner Spielvorbereitung allerdings verzichtet. Warum nur?

"Wenn wir ein Freiburg im Norden werden könnten, dann wäre das ein ganz toller Weg." Wolfgang Schwenke

Werner hat das Team gewohnt akribisch vorbereitet - genauer darauf eingehen, wollte der 32-Jährige freilich nicht. "Sonst würde unsere kleine Chance nur noch kleiner werden", betonte er.

Der ein Jahr ältere Bartels "kennt" den Gegner nur zu gut: "In der Theorie ist das immer einfach - wenn man sich die Bilder in der Videoanalyse anguckt", sagte der Kieler und lachte. "Es wird ein hartes Stück Arbeit. Man muss sich 90 Minuten lang quälen können."

Endet Bartels' schwarze Serie ausgerechnet mit der KSV?

Aus Bartels' Sicht sind zwölf Niederlagen gegen die übermächtigen Bayern auf jeden Fall genug. Mit drei - teilweise spektakulären - Toren und fünf Vorlagen läuft es für ihn persönlich in dieser Saison gut wie lange nicht. Er spricht vom "perfekten Spätherbst meiner Karriere". Das es jetzt wieder so gut laufe, sei nach seinem Achillessehnenriss, der ihn in Bremen lange plagte, alles andere als selbstverständlich. "Ich würde lügen, wenn ich sage, ich hätte nie gezweifelt."

Was könnte es da Besseres geben, als die schwarze Serie ausgerechnet in dem Trikot zu brechen, das er schon als Jugendlicher trug?

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Dieses Thema im Programm:

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