Kiels Jae-Sung Lee, Jonas Meffert, Janni Serra in der Mauer. © WITTERS Foto: Valeria Witters

Kiel im Pokal: Eine Bayern-Führung wäre wohl nicht schlecht

Stand: 13.01.2021 00:01 Uhr

Zweitligist Holstein Kiel empfängt heute Rekordmeister Bayern München zum Zweitrunden-Duell im DFB-Pokal. Statistisch gesehen empfiehlt es sich für die KSV, nicht mit 1:0 in Führung zu gehen.

Denn wenn der Branchenprimus erst einmal zurückliegt, drehen die Topstars von Coach Hans-Dieter Flick so richtig auf. Acht Mal in Folge kassierte der Triple-Sieger zuletzt das 0:1, verlor aber keines der Spiele. Am vergangenen Freitag bei Borussia Mönchengladbach gaben die Münchner dann von Beginn an Vollgas, führten nach 26 Minuten mit 2:0 - und verloren am Ende 2:3. Es scheint also derzeit die bessere Taktik zu sein, den Münchnern einen Vorsprung zu geben, sie in Sicherheit zu wiegen. Oder, Ole Werner?

Werner hofft darauf, dass sich die Tür öffnet

Kiels Trainer hat die Resultate des kommenden Gegners und ihr Zustandekommen natürlich genau beobachtet. Die Bayern sich erst einmal austoben lassen will der 32-Jährige dennoch nicht. "Wenn das immer so funktionieren würde, hätte ich schon eine Idee. Aber wir versuchen es mal auf eine andere Art und Weise, haben da einen anderen Ansatz", sagte Werner dem NDR. Wie genau dieser aussehen wird, verriet der Coach natürlich nicht. Doch naturgemäß dürfte der krasse Außenseiter gegen die Über-Bayern wohl primär mit Abwehraufgaben beschäftigt sein.

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"Müssen auf uns selbst gucken"

"Wir wissen, dass wir auf uns selbst gucken müssen und wollen das bestmögliche Spiel machen. Dann kann es sein, dass vielleicht ein Spielverlauf entsteht, bei dem sich die Tür vielleicht ein Stück weit öffnet. Dann wollen wir mit einer guten Leistung da sein", erklärte Werner.

Mühling: "Bin gespannt, ob es Spaß macht"

Fakt ist: Holstein muss sich gewaltig steigern, um den Münchnern ein Bein stellen zu können. Zuletzt schwächelte der Zweitliga-Dritte beim 1:2 gegen den VfL Osnabrück sowie dem 1:1 im Nordduell beim FC St. Pauli ein bisschen. Große Töne spucken ist die Sache der "Störche" ohnehin nicht. Und nach diesen Ergebnissen erst recht nicht. Kampfansagen in Richtung des FCB? Fehlanzeige! "Ich bin gespannt, wie das Spiel wird. Ob es Spaß macht, oder eher weniger. Aber wir freuen uns drauf", sagte Mittelfeldakteur Alexander Mühling.

Auch der Bundesliga-erfahrene Fin Bartels weiß, dass schon einiges für eine Sensation zusammenkommen muss: "Du brauchst ein Quäntchen Glück, musst ein paar Dinger halten und auch vorne kaltschnäuzig sein."

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Stürmer Serra angeblich wechselwillig

Letzteres jedoch waren die Schleswig-Holsteiner zuletzt eben nicht. Janni Serra beispielsweise vergab gegen St. Pauli zwei ausgezeichnete Chancen. Ob der Angreifer wegen seinen Zukunftsplanungen Ladehemmungen hat? Denn nach "Bild"-Informationen sind die Verhandlungen über eine Verlängerung seines am Saisonende auslaufenden Vertrags gescheitert. Serra wolle die KSV offenbar noch im Winter verlassen, hieß es. Doch Holstein hat kein Interesse, seinen mit vier Treffern zweiterfolgreichsten Schützen vorzeitig ziehen zu lassen.

"Wir werden keine Spieler im Winter abgeben, die sich in letzter Zeit regelmäßig im 20er-Kader befunden haben", erklärte Uwe Stöver, Geschäftsführer Sport. Auch in puncto Zugänge ruht an der Förde aktuell still der See. Das aber könnte sich im Falle einer Sensation gegen die Bayern schnell ändern, schließlich würde es dann einen hübschen Batzen Geld aus Frankfurt am Main vom DFB geben.

Dieses Thema im Programm:

NDR 2 Sport | 13.01.2021 | 19:00 Uhr

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