Wolfsburgs Geschäftsführer Sport Jörg Schmadtke © dpa-Bildfunk Foto: Swen Pförtner/dpa

VfL Wolfsburg: Schmadtke gibt Kohfeldt in der Krise Jobgarantie

Stand: 12.12.2021 13:01 Uhr

Trainer Florian Kohfeldt ist beim erneut in die Krise gerutschten VfL Wolfsburg offenbar vor allem als Psychologe gefordert. Trotz fünf Pflichtspielniederlagen in Folge lässt ihn Manager Jörg Schmadtke aber in Ruhe weiterarbeiten.

von Florian Neuhauss

Mit der 0:2-Niederlage gegen den VfB Stuttgart am Samstagabend wollte sich kein Wolfsburger lange aufhalten. "Am Dienstag ist das nächste Spiel, nur das zählt. Alles andere ist mir scheiß-egal", sagte Mittelfeldspieler Maximilian Arnold auf die Frage, ob die auf Rang zehn abgerutschten "Wölfe" nun in der Tabelle nach unten gucken müssten.

Auch Trainer Kohfeldt blickte schnell auf das Heimspiel gegen den 1. FC Köln (20.30 Uhr, im NDR Livecenter): "Das Wichtigste ist, dass wir uns Dienstagabend Erfolgserlebnisse holen."

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Die Wolfsburger sind aus dem Tritt geraten. Auch Stuttgart war nicht besser als die Niedersachsen, doch die trafen das Tor eben nicht. Deshalb setzt Psychologe Kohfeldt auf die kleinen Schritte. Wenn ein Torwart einen Ball gut hält, dürften seine Spieler "das nicht als Negativerlebnis verbuchen, sondern sagen: 'Jetzt sind wir dran, jetzt sind wir da.' Das ist die wichtige Komponente. Es ist keine einfache Phase, aber wir werden da durchgehen."

Schmadtke gibt Kohfeldt Job-Garantie

Kohfeldt hatte vor wenigen Wochen die Nachfolge von Mark van Bommel angetreten, unter dem das Team acht Pflichtspiele in Folge nicht gewonnen hatte. Manager Jörg Schmadtke stellte im ZDF klar, dass sich Kohfeldt keine Sorgen um seinen Job machen müsse.

"Florian ist nicht verantwortlich für das, was gerade passiert. Er muss derzeit Dinge ausbaden, die er nicht zu verantworten hat", sagte der Sportchef - und teilte damit gegen van Bommel aus. "Wir haben versucht, Dinge vorwärtszubringen. Und das ist missraten, da kann man nicht drumherum reden."

Kohfeldt steht kritisiertem Schmadtke zur Seite

Im Stadion waren später "Schmadtke-raus"-Rufe zu hören. Was wiederum Kohfeldt überhaupt nicht nachvollziehen konnte. "Jörg Schmadtke hat seit seinem Beginn hier Beispielloses aufgebaut. Er hat als Manager eine Mannschaft nach der Relegation übernommen und jetzt dreimal ins internationale Geschäft geführt - bis in die Champions League", betonte der neue Trainer. "Jetzt ist das erste Mal eine Phase, in der gewisse Dinge über ein halbes Jahr nicht funktionieren." Die Kritik sei "sehr verfrüht".

Ohnehin ist ein Abschied des Erfolgsmachers offenbar kein Thema. Nach seiner eigenen Zukunft befragt - der Vertrag läuft im kommenden Sommer aus - erklärte Schmadtke: "Ich stehe mit unserem Aufsichtsratsvorsitzenden im Gespräch. Wenn er glaubt, dass die Konstellation passt und ich weiter helfen kann - dann ist die Wahrscheinlichkeit gegeben, dass ich ein Jahr verlängere."

Arnold: "Vom Quatschen wird's nicht besser"

Doch zunächst steht die sportliche Wende im Vordergrund. Neben Kohfeldts psychologischem Ansatz verfolgen die Spieler ganz praktische Ideen. "Es gilt jetzt einfach nur, dagegenzuhalten und dranzubleiben. Alles andere bringt nichts. Bei der Qualität, die wir im Kader haben, müssen wir uns mehr dagegenstemmen", sagte Nationalspieler Ridle Baku. "Wir müssen die Basics auf den Platz bringen: kämpfen und fighten. Und dann wird auch alles andere wieder kommen."

Arnold fügte hinzu: "Vom Quatschen wird's nicht besser. Man muss arbeiten, man muss zusammenstehen. Wir hatten genug Chancen, aber müssen mal diesen Scheiß-Ball über die Linie drücken - egal wie."

Kohfeldt hat für den Frust seiner Spieler Verständnis. Der Ärger sei "menschlich und natürlich. Aber wir dürfen uns diesen Frust im Spiel nicht erlauben. Daran müssen wir arbeiten, wir müssen dagegen angehen." Am besten schon gegen Köln. Der FC sah zuletzt in Bielefeld (1:1) und gegen Augsburg (0:2) auch nicht gut aus.

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Dieses Thema im Programm:

Sportclub | 12.12.2021 | 22:50 Uhr

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