Stand: 15.11.2018 11:38 Uhr

"Nicht normal" - Wolfsburgs Jung wieder verletzt

Sebastian Jung bleibt das Wolfsburger Sorgenkind.

Kreuzbandriss, Riss der OP-Wunde, Muskelverletzung, Außenbandriss im Sprunggelenk, Muskelfaserriss, Sehnenverletzung in der Wade - die Krankenakte von Wolfsburgs Fußballprofi Sebastian Jung ist lang. Umso bemerkenswerter war die Vertragsverlängerung mit dem Sorgenkind im Januar dieses Jahres: "Hinter mir liegt eine wirklich lange Durststrecke, die nicht einfach war, aber ich habe immer weitergemacht und mich nie unterkriegen lassen. Jetzt geht es wieder von Neuem los. Ich bedanke mich beim VfL, dass man auch zukünftig auf mich setzt", sagte Jung damals. Zehn Monate später muss der 28-Jährige einen erneuten Rückschlag verkraften. Muskuläre Probleme - diesmal im Oberschenkel - ließen das geplante Comeback im Profiteam platzen.

Trainingsabbruch wegen Oberschenkelverletzung

Jung befand sich auf einem guten Weg, hatte am Wochenende in der U23 der "Wölfe" in der Regionalliga gegen Werder II sein erstes Saison-Pflichtspiel bestritten. Der Rechtsverteidiger ging über die volle Distanz und war danach optimistisch: "Ich war lange raus. Jedes Spiel tut mir gut. Ich fühle mich fit." Wenige Tage später musste er allerdings das Training wieder verletzt abbrechen. VfL-Coach Bruno Labbadia reagierte betroffen. "Wahnsinn! Das ist tragisch, wirklich. Tragisch für ihn und für uns."

Nur sechs Bundesligaspiele in zweieinhalb Jahren

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Beim Länderspiel gegen Polen 2014 durfte Sebastian Jung 19 Minuten lang ran.

Seit Sommer 2014 ist Jung beim VfL, wechselte von der Frankfurter Eintracht zu den Niedersachsen. Kurz zuvor hatte er damals beim 0:0 gegen Polen sein Länderspieldebüt gefeiert und galt als Hoffnungsträger auf der rechten Außenbahn. In der darauffolgenden Saison, in der der VfL Vizemeister und Pokalsieger wurde, stand Jung in 30 Pflichtspielen auf dem Platz. Es folgten elf Ligapartien 2015/2016, ehe im Achtelfinale der Champions League gegen Gent (3:2) am 17. Februar 2016 mit dem Kreuzbandriss die Leidenszeit begann. Seitdem kam Jung lediglich auf sechs Einsätze in der Bundesliga - in diesem Jahr schlagen eine Minute im Januar gegen Hannover 96 (1:0) und elf Minuten im Februar gegen den FC Bayern (1:2) zu Buche.

Labbadia ratlos: "Das ist nicht normal"

Operation, Reha, Comeback, erneute Verletzung - immer wieder musste Jung Rückschläge verarbeiten: "Dass das alles nicht spurlos an einem vorbeigeht, ist doch klar", gibt der Profi zu. "Es ärgert mich einfach nur, dass es immer wieder passiert und keiner so richtig weiß, warum ich immer Muskelverletzungen habe." Auch Trainer Labbadia ist ratlos: "Das ist nicht normal. Wir können da aber auch nicht mehr viel machen. Wir haben schon alles versucht", sagte der VfL-Coach und meinte damit auch Bluttests oder Umstellungen bei der Ernährung. Zudem wurde Jung bei einem Spezialisten in München vorstellig, der ihn durchcheckte. Bislang offenbar ohne Erfolg. Dennoch: Aufgeben gehört nicht zum Vokabular des VfL-Verteidigers.

Wolfsburgs Kader für die Saison 2018/2019

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Sport Aktuell | 16.11.2018 | 20:05 Uhr

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