Stand: 05.02.2018 16:44 Uhr

96-Übernahme: Kind lässt Antrag ruhen

Bild vergrößern
Martin Kind wird vorerst nicht die Mehrheit an Hannover 96 übernehmen.

Die Entscheidung, ob Martin Kind die Mehrheit beim Fußball-Bundesligisten Hannover 96 übernehmen wird, ist vertagt. Nach Angaben der Deutschen Fußball Liga (DFL) vom Montag lässt der Vereinspräsident seinen Antrag auf eine Ausnahmeregelung vorerst ruhen. Dies heißt jedoch nicht, dass eine Übernahme damit vom Tisch ist. Die DFL kündigte nämlich an, eine "ergebnisoffene Grundsatzdebatte" über die sogenannte 50+1-Regel zu führen. Hannover 96 nannte die DFL-Entscheidung einen "großen Schritt in die richtige Richtung". Die clubinterne Opposition hingegen sieht "klar eine Niederlage für Herrn Kind", wie ein Sprecher der Interessensgemeinschaft Pro Verein mitteilte. "50+1 dürfte für die nächsten Jahre in Hannover gesichert sein."

Satzungsänderung ist möglich

Die 50+1-Regel schreibt vor, dass die Stammvereine der Bundesligisten die Mehrheit bei den ausgegliederten Kapitalgesellschaften halten müssen. Allerdings wurde in den DFL-Statuten 2011 nach einem von Kind erreichten Urteil des Ständigen Lizenzliga-Schiedsgerichts verankert, dass eine Ausnahmegenehmigung erteilt werden kann. Dafür muss ein Unternehmen oder eine Privatperson einen Verein mehr als 20 Jahre "ununterbrochen" und "erheblich" gefördert haben. Dieses Maß war bei Dietmar Hopp und seiner TSG Hoffenheim zum Beispiel gegeben. Auch Kind wollte sich darauf berufen. Sollte sich die DFL jedoch zu einer Satzungsänderung entschließen und die 50+1-Regel kippen, wäre keine Ausnahmeregelung mehr nötig. Kind hatte zuvor mehrmals betont, dass er den Rechtsweg einschlagen werde, wenn die DFL seinen Ausnahmeantrag ablehne. Zu dieser Konfrontation wird es nun zunächst nicht kommen.

Deutscher Profi-Fußball vor tiefgreifenden Veränderungen

Möglicherweise steht der deutsche Profi-Fußball vor gravierenden Veränderungen. Sollte die 50+1-Regel fallen, würde dies Investoren die Möglichkeit geben, massiv zu investieren - und auch Einfluss zu nehmen. Dies geschieht beispielsweise in England oder Frankreich. "Aus Sicht des DFL-Präsidiums erscheint es zweckmäßig, in den kommenden Monaten die Formulierung und Umsetzung der 50+1-Regel zu überprüfen und dabei zu erörtern, wie wichtige Prinzipien der gelebten Fußball-Kultur in Deutschland zukunftssicher verankert werden können und ob gleichzeitig neue Entwicklungsmöglichkeiten zu eröffnen sind", erklärte die DFL.

Weitere Informationen
Link

DFL-Stellungnahme zum Kind-Antrag

Die Deutsche Fußball Liga (DFL) hat in einer Mitteilung Stellung zum Ausnahmeantrag von 96-Präsident Martin Kind genommen. extern

Dieses Thema im Programm:

Sport aktuell | 05.02.2018 | 16:25 Uhr

Mehr Sport

01:48
NDR Info

Die Dauer-Siegerinnen vom VfL Wolfsburg

21.11.2018 17:25 Uhr
NDR Info
01:46
NDR//Aktuell

Prekäre finanzielle Lage beim HSV

21.11.2018 14:00 Uhr
NDR//Aktuell