Stand: 28.04.2018 17:25 Uhr

3:1-Sieg: HSV jubelt - "Wölfe" am Boden

von Sebastian Ragoß, NDR.de

Ist der Hamburger SV tatsächlich unabsteigbar? Gerettet ist er noch lange nicht. Doch die Chancen, den Bundesliga-Klassenerhalt doch noch zu schaffen, haben sich am Sonnabend deutlich erhöht. Der HSV gewann beim VfL Wolfsburg mit 3:1 (2:0) und verkürzte den Abstand auf die Niedersachsen auf zwei Zähler. "Die Mannschaft lebt. Mit den Siegen steigt das Selbstvertrauen", sagte Hamburgs Coach Christian Titz. Nach den Turbulenzen in der Vereinsführung droht den "Wölfen" von Trainer Bruno Labbadia nun sogar der direkte Abstieg in die Zweite Bundesliga. "Wir müssen jetzt die Nerven bewahren", mahnte der VfL-Trainer.

Wolfsburg - HSV: Die Einzelkritik

Labbadias Umstellungen funktionieren nicht

Doch Labbadias Ruf als Retter beginnt langsam zu bröckeln. Seine Maßnahmen greifen in Wolfsburg einfach nicht. Gegen die Hamburger wollte er die Flügel stärken und ließ sowohl Daniel Didavi als auch Yunus Malli auf der Bank. Der spielerischen Struktur seiner Mannschaft tat das nicht gut. Zwar zeigte Jakub Blaszczykowski nach langer Verletzungspause auf der rechten Seite einige gute Ansätze und bereitete auch die Riesenchance von Renato Steffen vor, der den Ball aus fünf Metern über das Tor jagte (13.). Fußballerisch war aber der HSV besser. Allein Bobby Wood hatte in der temporeichen Anfangsviertelstunde drei Chancen. Der US-Amerikaner ließ anschließend jedoch deutlich nach, wie auch das Niveau der Begegnung.

Ito von Wolfsburg nicht zu stoppen

Es sah nach einer torlosen ersten Hälfte aus, doch in der Pause feierten die mitgereisten Hamburger Fans lautstark: Weil die Wolfsburger Tatsuya Ito nicht in den Griff bekamen. In der 43. Minute dribbelte sich der Japaner in den Strafraum und wurde von Josuha Guilavogui auf bemerkenswert plumpe Art zu Fall gebracht. Es gab zu Recht Elfmeter. Wood blieb cool, verwandelte sicher und verdoppelte so seine Saisonausbeute auf zwei Treffer. Und der HSV legte sogar noch nach: Wieder konnte Ito ungestört agieren, seine Flanke verlängerte Lewis Holtby per Kopf ins Tor (45.). Was für ein Endspurt der Hamburger.

Brekalo macht es noch einmal spannend

Wie tief saß der Schock bei den Wolfsburgern? Sehr tief. Die Verunsicherung war den VfL-Profis deutlich anzumerken. So gut wie nichts funktionierte im Offensivspiel. Eine Direktabnahme von Maximilian Arnold - mehr hatte der VfL lange Zeit nicht zu bieten (66.). Der HSV kontrollierte den Ball, musste sich aber vorwerfen lassen, den angeschlagenen Gegner nicht auszuknocken. Filip Kostic hatte die Chance dazu, seinen Seitfallzieher parierte Koen Casteels (72.). Und plötzlich wurde es noch einmal spannend. Josip Brekalo schoss einen Freistoß einfach mal flach aufs Tor und überlistete den schlecht reagierenden Keeper Julian Pollersbeck (78.). Es folgte ein Verzweiflungs-Powerplay der "Wölfe", das den HSV noch einmal unter Druck setzte. Doch die Hamburger überstanden diese heikle Phase und hatten noch reihenweise Kontergelegenheiten. Schließlich sorgte Luca Waldschmidt für den Endstand: Er traf, nachdem Casteels einen Elfmeter von Kostic gehalten hatte (90.+3).

Dieses Thema im Programm:

Sportclub | 29.04.2018 | 22:50 Uhr

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