Stand: 24.03.2019 14:52 Uhr

3:1 in Lautern: VfL kann Sekt kalt stellen

von Hanno Bode, NDR.de
VfL-Youngster Steffen Tigges traf in Kaiserslautern doppelt.

So langsam sollten die Verantwortlichen des VfL Osnabrück beim Weinhändler ihres Vertrauens ein paar Pullen Sekt vorbestellen. Denn schon sehr bald könnte es für Spieler und Entourage des Drittligisten Anlass dazu geben, sich das Prickelwasser über die Häupter zu schütten - so wie es in Fußballkreisen nach großen Erfolgen üblich ist. Und vor genau so einem stehen die Niedersachsen nach dem 3:1 (2:0)-Erfolg beim 1. FC Kaiserslautern. Satte neun Zähler Vorsprung haben die "Lila-Weißen" nach 30 absolvierten Spieltagen auf den Relegationsrang, zwölf sind es gar auf Platz vier. Es müsste schon mit dem Teufel zugehen, sollte sich das gegen die Pfälzer abermals durch enorme Geschlossenheit glänzende VfL-Team diesen Triumph noch nehmen lassen.

"Tun gut daran, im Hier und Jetzt zu sein"

Den zuvor sieben Mal in Serie ungeschlagenen "Roten Teufeln" entledigten sich die Osnabrücker am Sonntagnachmittag im Stile eines Aufsteigers in spe. Steffen Tigges (14., 21.) und Bashkim Ajdini (58.) waren für die Niedersachsen erfolgreich. Carlo Sickinger traf für Kaiserslautern (69.). Trotz des komfortablen Vorsprungs auf Rang drei meidet Coach Daniel Thioune das "A"-Wort weiter wie der Teufel das Weihwasser. "Wir tun gut daran, im Hier und Jetzt zu sein. Wenn am Ende etwas Sensationelles herauskommen sollte, bin ich der Letzte, der sich darüber nicht freuen kann", sagte der 44-Jährige dem NDR Hörfunk.

Álvarez-Ersatz Tigges schnürt Doppelpack

"Der VfL, der VfL, der VfL ist wieder da", sangen die rund 2.000 mitgereisten Osnabrück-Fans Mitte des ersten Abschnitts, nachdem Tigges die Gäste mit 2:0 in Front gebracht hatte. Es herrschte Party-Stimmung im Block der "Lila-Weißen". Und unten auf dem holperigen Rasen trugen die Pfälzer ihren Teil dazu bei, dass Osnabrück seinen Anhang verzaubern konnte. Zweimal stellten sich die Hausherren - gelinde ausgedrückt - äußerst ungeschickt an. Da wäre ihre Ecke in der 14. Minute durch Janek Sternberg, bei der sie sich so miserabel im Rückraum staffelten, dass die Gäste nach ihrem Ballgewinn nahezu ungestört kontern konnten. Tigges lief auf der linken Seite durch, erhielt den Ball von David Blacha und bezwang Keeper Lennart Grill mit einem Flachschuss ins lange Eck.

Noch katastrophaler war Kaiserslauterns Abwehrverhalten beim zweiten Tor. Diesmal durfte Konstantin Engel nach einem Blacha-Eckstoß frei zum Kopfball hochsteigen und Tigges am langen Pfosten vollenden. Es waren die ersten beiden Saisontreffer für das 20 Jahre alte Eigengewächs, das nur in der Anfangsformation stand, weil Top-Torjäger Marcos Álvarez nach Magen-Darm-Problemen in den vergangenen Tagen geschwächt auf der Bank saß. "Er hatte bis Donnerstag den Kopf in der Keramik", witzelte Thioune nach der Begegnung.

Ajdini mit Traumtor zum 3:0

30.Spieltag, 24.03.2019 13:00 Uhr

Kaiserslautern

1

VfL Osnabrück

3

Tore:

  • 0:1 S. Tigges (14.)
  • 0:2 S. Tigges (21.)
  • 0:3 Ajdini (58.)
  • 1:3 Sickinger (69.)

Kaiserslautern: Grill - Kraus, Sickinger, Hainault - D. Schad, Fechner (46. Hemlein), Albaek (77. Bergmann), Sternberg - Thiele, Pick - Kühlwetter
VfL Osnabrück: Körber - Susac, M. Trapp, K. Engel - Ajdini, Ouahim (90. Heider), Taffertshofer, Blacha, S. Tigges - Amenyido (77. Danneberg), Girth (87. Alvarez)
Zuschauer: 23165

Weitere Daten zum Spiel

Das desolate Defensivverhalten konnten die Pfälzer nicht durch starke Offensiv-Aktionen wettmachen. Denn in Abschnitt eins gab es davon so gut wie keine. VfL-Keeper Nils Körber, der laut "kicker"-Informationen vom niederländischen Erstligisten VVV-Venlo sowie einem deutschen Zweitligisten umworben wird, verlebte zunächst einen ruhigen Nachmittag. Erst im zweiten Durchgang war die Hertha-Leihgabe gefordert. Die Pfälzer erhöhten nun den Druck und kamen zu Abschlüssen. Mitten in ihre Drangphase hinein sorgte Ajdini dann jedoch für die vermeintliche Vorentscheidung. Nach einem erneut schlecht abgewehrten Eckstoß nahm sich der 26-Jährige aus rund 20 Metern ein Herz und sorgte mit seinem strammen Schuss dafür, dass den VfL-Fans selbiges aufging - ein Traumtor! Der bemitleidenswerte Keeper Grill war gegen das fulminante Geschoss machtlos. Der hohe Rückstand machte die "Roten Teufel" mächtig wütend. Sie investierten fortan viel, um zumindest noch Ergebniskosmetik zu betreiben.

Und nach dem 1:3 durch Sickingers Flachschuss witterten sie sogar noch einmal Morgenluft. Zumal die bis dahin eigentlich sehr stabile Osnabrücker Abwehr jetzt phasenweise ganz schön wackelte. Mit etwas Fortune überstanden die Gäste diese kritische Phase und durften am Ende einen Auswärtssieg feiern, der sie ein ganzes Stück näher an den Aufstieg heranbrachte.

Weitere Informationen

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Dieses Thema im Programm:

Sport aktuell | 24.03.2019 | 15:25 Uhr

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