Stand: 03.02.2020 22:25 Uhr

3:1 in Bochum - HSV besiegt Auswärtsfluch

von Hanno Bode, NDR.de
Jubel bei Tim Leibold, Joel Pohjanpalo und Louis Schaub (v.l.) vom Hamburger SV © Witters Foto: Tim Groothuis
Die HSV-Profis Tim Leibold, Joel Pohjanpalo und Louis Schaub (v.l.) freuen sich über das Tor zum 2:1 in Bochum von Pohjanpalo.

Der HSV hat seinen Auswärtsfluch besiegt. Die Hamburger gewannen am Montagabend beim VfL Bochum mit 3:1 (0:0) und konnten damit erstmals seit dem 25. August des vergangenen Jahres (4:2 beim Karlsruher SC) in der Fremde drei Punkte in der zweiten Fußball-Bundesliga bejubeln. Tim Leibold (68.), Joel Pohjanpalo (74.) und Sonny Kittel (87.) waren für die Mannschaft von Trainer Dieter Hecking bei einem Gegentreffer von Simon Zoller (65.) erfolgreich. Der sechsmalige deutsche Meister bleibt nach dem 20. Spieltag als Tabellenzweiter auf Aufstiegskurs. Der Rückstand auf Spitzenreiter Arminia Bielefeld (0:0 in Aue) beträgt jetzt lediglich noch ein Zähler.

Kittel: "Sind auf einem ganz guten Weg"

"Ich denke, wir sind auf einem ganz guten Weg. Wir wollen den Schwung und das Selbstvertrauen, was wir uns jetzt geholt haben, in die nächsten Aufgaben mitnehmen", sagte Kittel im Interview mit dem NDR Hörfunk. HSV-Sportvorstand Jonas Boldt lobte die Mannschaft dafür, "mit viel Entschlossenheit und Biss" die Partie gedreht zu haben.

HSV mit schwachem Beginn

Bochum, das wurde rasch klar, war ein ganz anderes Kaliber als Nürnberg zum Restrunden-Auftakt am vergangenen Donnerstag. Hatten die Franken bei ihrer 1:4-Pleite an der Elbe kein großes Interesse an aggressiver Zweikampfführung gezeigt, standen die VfL-Profis den Hamburgern von Beginn an auf den Füßen.

Das Team des vormaligen Wolfsburger U19-Coaches Thomas Reis fightete jedoch nicht nur leidenschaftlich. Es war auch bemüht, selbst Offensivakzente zu setzen. Und das funktionierte im ersten Abschnitt einige Male gut. So kam Vitaly Janelt in der zehnten Minute frei zum Abschluss. Den Linksschuss des gebürtigen Hamburgers konnte der aus Bochum stammende Keeper Daniel Heuer Fernandes gerade noch zur Seite abwehren. Durchatmen beim HSV, der es in der Folge aber nicht nachhaltig schaffte, das Spiel zu befrieden. Die Hausherren waren dem 1:0 ein weiteres Mal ganz nah, als Anthony Losilla völlig unbedrängt im Strafraum köpfen durfte, aber nicht präzise genug zielte (26.).

Fein scheitert am Pfosten

Erst jetzt regten sich bei den Hamburger "Auswärts-Muffeln" die Lebensgeister. Kittel besaß zwei Gelegenheiten binnen vier Minuten, vergab sie jedoch jeweils recht kläglich (27., 31.). Bald darauf fehlten Adrian Fein bei seinem strammen Rechtsschuss einige Zentimeter zu seinem zweiten Saisontor: Er scheiterte am Pfosten (39.).

HSV mit eindrucksvoller Antwort auf Rückstand

20.Spieltag, 03.02.2020 20:30 Uhr

VfL Bochum

1

Hamburger SV

3

Tore:

  • 1:0 Zoller (65.)
  • 1:1 Leibold (68.)
  • 1:2 Pohjanpalo (74.)
  • 1:3 Kittel (87.)

VfL Bochum: Drewes - Gamboa (85. Wintzheimer), Leitsch, Decarli, Danilo Soares - Losilla, Tesche (77. D. Blum) - Zoller, Weilandt, Janelt (74. Zulj) - Ganvoula
Hamburger SV: Heuer Fernandes - Beyer, Letschert, van Drongelen, Leibold - Fein - Schaub, Dudziak (71. G. Jung) - Jatta, Hinterseer (71. Pohjanpalo), Kittel (89. Narey)
Zuschauer: 24421

Weitere Daten zum Spiel

Der Auftritt der Hecking-Equipe ab Mitte des ersten Abschnitts war also durchaus ordentlich. Die Vorstellung des HSV unmittelbar nach dem Seitenwechsel genügte derweil keinen höheren Ansprüchen. Es war - zumindest für Außenstehende - rätselhaft, warum sich die Gäste nun wieder vom weiter leidenschaftlich rennenden und kämpfenden VfL den Schneid abkaufen ließen. Glück für die Hamburger, dass Janelts feiner Schuss noch ganz knapp das Ziel verfehlte (55.). Zehn Minuten später war Heuer Fernandes dann aber machtlos, als Zoller aus 16 Metern frei zum Abschluss kam. Die Innenverteidiger Rick van Drongelen und Timo Letschert hatten bei der Entstehung des Tores ganz unglücklich ausgesehen - so wie ihr gesamtes Team bis dahin im zweiten Abschnitt. Hernach aber bewies der Tabellenzweite Moral. Nun gab es "Butter bei die Fische", wie man in Hamburg sagt. Zunächst zimmerte Leibold eine zu kurz abgewehrte Ecke zum Ausgleich unter die Latte.

Kurz darauf war der eingewechselte Pohjanpalo nach Leibold-Vorlage mit einem Flachschuss erfolgreich. Es war der erste Pflichtspiel-Treffer des lange verletzten Finnen seit dem 21. Oktober 2017. Kittel sorgte kurz vor Ultimo aus kurzer Distanz für die Entscheidung.

Weitere Informationen
Fußball-Tabelle © Panthermedia,  Screenshot/NDR Foto: Tobias Eble

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Dieses Thema im Programm:

Sportplatz | 03.02.2020 | 20:00 Uhr

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