Paulo Otavio (r.) vom VfL Wolfsburg trifft im Spiel gegen den 1. FC Köln zum 1:2 ins eigene Tor © Witters Foto: Leonie Horky

2:4 gegen den 1. FC Köln: VfL Wolfsburg bleibt sieglos

Stand: 03.09.2022 17:24 Uhr

Der VfL Wolfsburg wartet auch nach dem fünften Spieltag der Fußball-Bundesliga auf seinen ersten Saisonsieg. Gegen den 1. FC Köln kassierten die Niedersachsen am Sonnabendnachmittag eine 2:4 (1:3)-Niederlage.

von Hanno Bode

Es war die dritte Niederlage für das Team von Niko Kovac, das bis dato unter der Leitung des neuen Trainers nur mit Ach und Krach sein DFB-Pokalspiel beim Viertligisten FC Carl Zeiss Jena gewinnen konnte (1:0). Was den Verantwortlichen des Werksclubs zu denken geben könnte (oder sollte), sind dabei nicht nur die magere Punkteausbeute unter dem früheren Meistercoach des FC Bayern München und Tabellenplatz 16.

Wie sich die "Wölfe" gegen Köln präsentierten, war schon einigermaßen erschreckend. Von einer fußballerischen Entwicklung war jedenfalls nicht viel zu sehen. Eigentlich gar nichts. Kurzum: Dieser VfL Wolfsburg steckt fraglos nicht nur in einer Ergebniskrise.

"Es ist gerade eine sehr bescheidene Situation. Wir sollten nicht alles umwerfen, aber einige Dinge schon hinterfragen", sagte Kapitän Maximilian Arnold dem NDR.

Nmecha trifft nach 94 Sekunden

Dabei hatte der sonnige Sonnabendnachmittag im Wolfsburger Fußball-Tempel so schön für den Autoclub begonnen: Nach lediglich 94 Sekunden brachte Lukas Nmecha die "Wölfe" mit einem Rechtsschuss in Führung. Bartol Franjic hatte den Angreifer mit einem Pass in die Tiefe wundervoll in Szene gesetzt.

Hätte, ja hätte, Max Kruse kurz darauf freistehend per Kopf auf 2:0 für die Niedersachsen erhöht, wäre der VfL vielleicht auf die Siegerstraße eingebogen. Aber der Aufsetzer des früheren Nationalspielers verfehlte knapp das Ziel (11.).

Köln cool, Wolfsburg ideenlos

Die gute Anfangsphase des Meisters von 2009 konnte dem Conference-League-Teilnehmer von 2022 aber nicht beeindrucken. Getreu Paragraph 3 des "Kölschen Grundgesetzes": "Et hätt noch immer jot jejange", spielten die Mannen von Schiebermützen-Liebhaber Steffen Baumgart fortan unaufgeregt ihren Stiefel herunter.

Die Aktionen der Rheinländer wirken durchdachter und strukturierter als die der Gastgeber, die zusehends mit langen Bällen operierten. Das sah nicht nur nicht hübsch aus, sondern war auch wenig zielführend.

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VfL-Abwehr lädt Gäste zum Toreschießen ein

Zum 08/15-Spiel nach vorn gesellten sich bei den Kovacschen Kickern Abwehrfehler. Vor dem 1:1 durch Dejan Ljubicic (2:2) konnte der "Effzeh" nahezu ungehindert kombinieren. Für die Kölner Führung zeichneten die Wolfsburger in Person von Paulo Otavio selbst verantwortlich. Der Linksverteidiger bugsierte eine Hereingabe von Jonas Hector in die eigenen Maschen (32.). Und getreu dem Motto: "Schlimmer geht immer" gab es kurz vor dem Pausenpfiff noch einen Strafstoß für die Gäste, nachdem Luca Waldschmidt unglücklich Jan Thielmann zu Fall gebracht hatte. Florian Kainz verwandelte sicher zur 3:1-Halbzeitführung des Baumgart-Teams.

Mit Ausnahme der mit an den Mittellandkanal gereisten Kölner Fans konnten nur wenige der anwesenden Schaulustigen diesem Resultat etwas Gutes abgewinnen. Ein gellendes Pfeifkonzert begleitete beide Mannschaften in die Kabine, wobei es ganz gewiss nicht den Kölnern galt...

Kovac-Team nach der Pause weiter ideenlos

Kovac wechselte zur zweiten Hälfte Angreifer Omar Marmoush für Verteidiger Sebastiaan Bornauw ein und stellte in der Abwehr von einer Dreier- auf eine Viererkette um. Viel besser wurde der Wolfsburger Auftritt aber nicht. Den Niedersachsen fehlte in ihren Aktionen der "Wumms", um es mit den Worten eines recht bekannten deutschen Berufspolitikers zu sagen.

Die Gäste blieben das gefährlichere Team mit der reiferen Spielanlage und waren dem 4:1 zunächst näher als der VfL dem Anschlusstreffer. Dann aber traf Nmecha mit der ersten Wolfsburger Chance im zweiten Durchgang wie aus dem Nichts zum 2:3 (79.). Die Freude bei den Hausherren währte jedoch nur sehr, sehr kurz. Genau genommen 120 Sekunden. Dann profitierte Sargis Adamyan von einer misslungenen Abseitsfalle der "Wölfe", lief frei auf das Gehäuse zu und stellte den alten Abstand wieder her - die Entscheidung.

5.Spieltag, 03.09.2022 15:30 Uhr

VfL Wolfsburg

2

1. FC Köln

4

Tore:

  • 1:0 L. Nmecha (2.)
  • 1:1 Ljubicic (22.)
  • 1:2 Paulo Otavio (32., Eigentor)
  • 1:3 Kainz (45. +2, Foulelfmeter)
  • 2:3 L. Nmecha (79.)
  • 2:4 Adamjan (81.)

VfL Wolfsburg: Casteels - Bornauw (46. Marmoush), Guilavogui, van de Ven - Baku, Franjic (74. F. Nmecha), Arnold (75. Svanberg), Paulo Otavio (75. J. Kaminski) - Kruse - L. Waldschmidt (61. Paredes), L. Nmecha
1. FC Köln: Schwäbe - K. Schindler, Kilian, Hübers, Hector - Skhiri - Ljubicic (88. Martel), Duda (65. Maina), Kainz (88. Huseinbasic) - S. Tigges (80. Lemperle), Thielmann (65. Adamjan)
Zuschauer: 25654

Weitere Daten zum Spiel

Dieses Thema im Programm:

Sportclub | 04.09.2022 | 22:50 Uhr

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