VIDEO: FC St.Pauli will gegen Braunschweig punkten (2 Min)

Nordduell: "Löwen" haben einen Lauf, hält St. Pauli dagegen?

Stand: 08.10.2022 11:36 Uhr

Eintracht Braunschweig empfängt heute in der zweiten Fußball-Bundesliga den FC St. Pauli. Das Momentum spricht für die Niedersachsen, die inklusive eines 7:0-Erfolgs im Testspiel gegen Holstein Kiel seit fünf Partien ungeschlagen sind.

"Sie schalten nach Ballgewinnen gerne schnell in die Offensive um. Es wird ein Schlüssel sein, dass wir bei den Basics am Anschlag sind und viel Wert auf eine gute Positionierung legen", warnte St. Paulis Trainer Timo Schultz vor dem heutigen Duell (13 Uhr, im NDR Livecenter).

Besonders im Blick hat Schultz dabei den 21 Jahre alten Braunschweiger Mittelfeldregisseur Immanuel Pherai: "Trotz seines Alters ist er bereits ein kompletter Spieler. Er kann auch am Sonnabend wieder ein Faktor sein und wir müssen auf ihn aufpassen."

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Braunschweig kann an St. Pauli vorbeiziehen

St. Pauli wartet seit sechs Ligaspielen auf einen Dreier, auswärts saisonübergreifend sogar schon seit neun Partien. Bei einer Niederlage in Braunschweig droht den Kiezkickern in der Tabelle der Absturz auf den Relegationsrang - ein Szenario, das den Druck vor dem Hamburger Stadtderby in einer Woche noch einmal vergrößern würde.

St. Pauli: Leistung besser als der Tabellenplatz

Nervös sind die Verantwortlichen beim FC St. Pauli trotz der Ergebniskrise aber nicht. "Wir sind in jedem Spiel drin, mehr als konkurrenzfähig und in den meisten Spielen sogar überlegen", erklärte Trainer Schultz. Auch Sportchef Andreas Bornemann betonte: "Wir haben eine wirklich sehr gute Mannschaft."

Der Trainer des FC St. Pauli, Timo Schultz, zu Gast bei NDR 90,3. © NDR Foto: Franziska Krämer
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Das sieht auch Eintracht-Trainer Michael Schiele so: "Wir treffen aber auf eine starke Mannschaft, die sehr großen Aderlass im Sommer gehabt hat. Sie definieren sich ganz klar über ein gutes Positionsspiel, haben sehr viel Tiefe in ihrem Spiel und eine sehr schnelle, direkte Art von hinten heraus Fußball zu spielen. Mit Kyereh und Burgstaller sind zwei Top-Scorer gegangen, trotzdem spielen sie schönen und offensiven Fußball." 

In der Tat sind die Spielanlage und die Leistungen in den meisten Partien besser als der Tabellenplatz. Auch in Bezug auf die Offensive. 164 Torschüsse hat der FC St. Pauli bislang abgegeben. Das sind die zweitmeisten der Liga. Nur der SC Paderborn (184) hat mehr. Tabellenführer HSV hat "nur" 151 Mal aufs Tor geschossen.

Kiezkicker mit mangelhafter Chancenverwertung

"Ich würde nicht sagen, dass wir vorne ein Qualitätsproblem haben", sagte daher Mittelfeldspieler Marcel Hartel, "am Herausspielen dieser Gelegenheiten liegt es nicht, wohl aber in der Qualität der Abschlüsse."

Tatsächlich belegt St. Pauli mit einer Chancenverwertung von 6,5 Prozent Platz 14 unter den 18 Zweitligisten. Der Durchschnitt liegt bei 8,2 Prozent. Nur 30 Prozent der Abschlüsse gehen laut dem Podcast "Millernton" überhaupt Richtung Tor, der Rest verfehlt das Gehäuse.

Eintracht dank Ujah vor dem Tor effizient

Zu Saisonbeginn hatte Eintracht Braunschweig ein ähnliches Problem, ließ beispielsweise im Auftaktspiel gegen den HSV reihenweise beste Konterchancen ungenutzt. Lediglich drei Treffer erzählten die Niedersachsen in den ersten sechs Partien, zuletzt waren es hingegen acht in vier Spielen.

Vier Treffer gingen dabei auf das Konto von Anthony Ujah, den der BTSV am 2. August ablösefrei verpflichtet hatte. Aber auch ohne Torerfolg ist der Nigerianer wertvoll: Knapp die Hälfte seiner Schüsse gehen unmittelbar auf das Tor, dazu gewann er 67 Zweikämpfe und 35 Kopfballduelle und fast 63 Prozent seiner Pässe landen beim Mitspieler.

Schultz: "Der Knoten wird bald platzen"

Ujahs Kaltschnäuzigkeit vor dem Tor fehlt derzeit St. Paulis Angreifern. Johannes Eggestein wartet seit seit sechs Spielen auf einen Treffer, Igor Matanovic hatte bei zehn Saisoneinsätzen noch kein Erfolgserlebnis.

Trainer Schultz will dennoch nicht den Stab über seine Offensive brechen: "Unsere Stürmer übernehmen sehr viel Verantwortung gegen den Ball. Dort bringen sie sich auch extrem ein. Ich sehe, wie die Jungs im Training arbeiten und bin mir sicher, dass der Knoten bald platzen wird."

Mögliche Aufstellungen:

Eintracht Braunschweig: Fejzic - de Medina, Behrendt, Benkovic - Marx, Krauße, Nikolaou, Donkor - Pherai - Ujah, Lauberbach
FC St. Pauli: Vasilj - Saliakas, Nemeth, Medic, Paqarada - Smith, Aremu - Irvine, Hartel - Amenyido, Daschner

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Dieses Thema im Programm:

Sportclub | 09.10.2022 | 22:50 Uhr

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