Hamburgs Sonny Kittel (l.) und Tim Leibold mit Karlsruhes Benjamin Goller im Kampf um den Ball. © picture alliance/dpa Foto: Christian Charisius

1:1 gegen KSC: Für HSV geht es wohl nur noch um Rang drei

Stand: 29.04.2021 21:00 Uhr

Nächste Enttäuschung für den Hamburger SV im Aufstiegsrennen der Zweiten Liga. Die Hanseaten kamen am Donnerstag zu Hause im Nachholspiel gegen den Karlsruher SC nicht über ein 1:1 (0:0) hinaus.

von Christian Görtzen

Ist für den HSV der Traum vom direkten Aufstieg in die Bundesliga schon geplatzt? Es sieht fast danach aus. Durch das magere Unentschieden in der Nachholpartie des 30. Spieltages hat die Mannschaft von Trainer Daniel Thioune, der gegen den KSC "all in" gehen wollte, mit jetzt 52 Punkten bereits fünf Zähler Rückstand auf den Zweiten Greuther Fürth - und es stehen nur noch drei Spieltage aus. Noch schlimmer aus Sicht der leiderprobten HSV-Fans: Nach dem fünften sieglosen Spiel hintereinander droht Hamburg mehr denn je zum dritten Mal hintereinander ein Saisonabschluss als Tabellenvierter. Schließlich hat der Tabellenvierte Holstein Kiel bei schon 50 erreichten Punkten noch drei Nachholspiele in der Hinterhand.

"Das ist zu wenig für unseren Anspruch. Vielleicht keine gefühlte Niederlage, weil es keine war, aber eindeutig enttäuschend und nicht das, was wir gewollt haben", sagte Thioune nach dem Spiel gegen die Badener dem NDR. Für den Coach und sein Team geht es nach dem Heimspiel gegen den 1. FC Nürnberg zum VfL Osnabrück, am 34. Spieltag ist Eintracht Braunschweig zu Gast. "Wir brauchen nicht auf die anderen zu gucken. Wir müssen bei uns bleiben, wir müssen daran arbeiten, dass wir Fußballspiele gewinnen. Das ist das Einzige, was wir noch machen müssen", so der 46-Jährige.

HSV engagiert, aber oft ideenlos

Thioune hatte im Vergleich zum vergangenen Spiel beim SSV Jahn Regensburg (1:1) drei Änderungen an seiner Startelf vorgenommen: Rick van Drongelen, Klaus Gjasula und Khaled Narey rückten für Stephan Ambrosius (Kreuzbandriss im rechten Knie), Moritz Heyer (fünfte Gelbe Karte) und Jeremy Dudziak (grippaler Infekt) ins Team. Nach einem zerfahrenen Beginn der Partie hatten die Hanseaten die erste Gelegenheit. Eine Flanke von Sonny Kittel brachte Simon Terodde aus kurzer Distanz mit dem Hinterkopf aufs Tor der Gäste. Die Kugel hüpfte knapp am Pfosten vorbei (7.). Der HSV war auch danach das engagiertere Team, richtig viel sprang dabei aber nicht heraus. Manuel Wintzheimer hatte noch eine Möglichkeit, als sein Schlenzer über die Latte ging (20.).

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Und was machten die Gäste? Sie standen recht sicher in der Defensive und warteten auf Chancen zum Kontern. Und die ergaben sich, weil es im Spiel der Norddeutschen häufiger an Genauigkeit mangelte. Beim Kopfball des Karlsruhers Babacar Gueye fehlte schon nicht viel (31.), beim Schuss von Marvin Wanitzek (33.) war es noch knapper, der Ball strich am Pfosten vorbei. Den Hamburgern fiel vorne nicht viel ein, und hinten wirkten sie unsicher. Das 0:0 zur Pause war gerecht.

Elfmeter für HSV: Terodde trifft im Nachschuss

Waren die Höhepunkte im ersten Abschnitt rar gesät, sah das nach zehn Minuten der zweiten Hälfte ganz anders aus. Hamburg machte den Anfang: Im Anschluss an eine Ecke erspähte Aaron Hunt die Lücke und zog ab. Der Ball hätte wohl auch sein Ziel gefunden, wenn Gueye ihn nicht mit der Hand ins Toraus gelenkt hätte. Elfmeter war die folgerichtige Entscheidung. Der zuletzt nicht allzu erfolgreiche Terodde trat an und brachte nur einen schwachen Flachschuss zustande. Da aber Karlsruhes Keeper Marius Gersbeck die Kugel nicht festhielt, erhielt Terodde per Nachschuss eine zweite Chance, und die nutzte er - 1:0 (56.). In seinem 250. Zweitligaspiel gelang ihm der 21. Saisontreffer.

Karlsruhes Ausgleich fällt postwendend

Nur: Die Freude darüber hielt nur kurz an an. Nach Wanitzeks weiter Flanke von der linken Außenbahn ging am Fünf-Meter-Raum Gjasula ohne ersichtlichen Grund zu Boden. Daniel Gordon nutzte den Freiraum und köpfte zum 1:1 ein (57.). Beinahe hätte Gueye sogar noch nachgelegt (62.). Karlsruhe hatte nun Vorteile, und darauf reagierte auch Thioune. Er brachte wenig später Amadou Onana für Gjasula und Bakery Jatta für Narey. Viel besser wurde es aber nicht. Karlsruhe war der Führung näher. Einen Dropkick des Ex-Bremers Jerome Gondorf parierte HSV-Keeper Sven Ulreich stark (78.). Zwei Minuten später hätte auf der anderen Seite Kittel beinahe das 2:1 erzielt, doch Kevin Wimmer kam knapp vor ihm an den Ball und klärte. In der Schlussphase war es ein Duell mit offenem Visier. Beide Teams wollten das 2:1, doch der Siegtreffer fiel nicht mehr.

30.Spieltag, 29.04.2021 18:30 Uhr

Hamburger SV

1

Karlsruher SC

1

Tore:

  • 1:0 Terodde (56.)
  • 1:1 Gordon (57.)

Hamburger SV: Ulreich - Vagnoman (46. Gyamerah), Leistner, van Drongelen, Leibold - Gjasula (68. Onana) - Hunt (56. Kinsombi), Wintzheimer (83. Meißner) - Narey (67. Jatta), Terodde, Kittel
Karlsruher SC: Gersbeck - Thiede, Gordon, Kobald, Wimmer - Breithaupt (90. Groiß) - J. Gondorf, Wanitzek - Goller (90. S. Jung), Gueye (72. Batmaz), Lorenz (84. Kother)
Zuschauer:

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Dieses Thema im Programm:

NDR 2 Sport | 29.04.2021 | 23:03 Uhr

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