Stand: 26.01.2019 20:31 Uhr

Werder-Spektakel endet mit Remis

von Johannes Freytag, NDR.de
Werder Bremen und Eintracht Frankfurt boten den Fans viel Spektakel.

Frankfurts Trainer Adi Hütter war sich vor dem Gastspiel in Bremen sicher: "Ein 0:0 wäre außergewöhnlich." Werder-Coach Florian Kohfeldt war sogar noch einen Schritt weiter gegangen und erwartete ein Spektakel: "Auch ein 7:6 nehme ich." Nun, irgendwie behielten beide recht, die Bundesligapartie am Samstagabend endete nicht torlos, es war spektakulär, wenn auch nicht mit so vielen Treffern wie von Kohfeldt erhofft. Dennoch sahen die 42.100 Zuschauer im ausverkauften Bremer Weserstadion eine tolle Partie mit vielen Torszenen. Am Ende hieß es 2:2 (1:1), weil Werder Chancenwucher betrieb und die Hessen ihre wenigen Gelegenheiten eiskalt nutzten.

"Es nötigt mir Respekt ab, dass wir gegen dieses Team so viele Torchancen erspielt haben. Wir lernen und ich hoffe, wir lernen weiter so schnell. Irgendwann wird der Knoten platzen", sagte Kohfeldt.

Rebic kontert Eggesteins Führungstreffer

19.Spieltag, 26.01.2019 18:30 Uhr

Werder Bremen

2

E. Frankfurt

2

Tore:

  • 1:0 M. Eggestein (27.)
  • 1:1 Rebic (35.)
  • 2:1 Harnik (52.)
  • 2:2 Haller (68., Handelfmeter)

Werder Bremen: Pavlenka - Gebre Selassie, Langkamp (37. Veljkovic), Moisander, Augustinsson - Bargfrede - M. Eggestein, Klaassen - J. Eggestein (86. Pizarro) - Harnik (69. Sargent), M. Kruse
E. Frankfurt: Trapp - Abraham (67. M. Russ), Hasebe, Falette - da Costa, de Guzmán (63. Gacinovic), Rode (87. Stendera), Kostic - Jovic - Haller, Rebic
Zuschauer: 42100 (ausverkauft)

Weitere Daten zum Spiel

Nach einer kurzen Abtastphase drehten beide Teams auf und erspielten sich schnell erste Torchancen. Zunächst zeigte Frankfurts Luka Jovic einen sehenswerten Seitfallzieher, der Werders Keeper Jiri Pavlenka allerdings vor wenig Probleme stellte (10.). Dann tat Martin Harnik es Jovic nach - allerdings im Gewühl und aus kürzester Distanz, sodass auch dieser Ball nicht im Tor landete (11.). Wenig später köpfte Sebastien Haller nach einem Freistoß nur knapp am Bremer Gehäuse vorbei (17.).

Der Spielfluss ebbte gerade ein wenig ab, da sorgte Maximilian Eggestein mit einer bärenstarken Einzelleistung für Jubel im Weserstadion: Der Mittelfeldspieler stürmte bedrängt von drei Frankfurtern in den Strafraum, stoppte, schüttelte die Gegenspieler mit einer Drehung samt Hackentrick ab und schoss aus kurzer Distanz an Eintracht-Keeper Kevin Trapp vorbei zum 1:0 ein (27.). Die Gäste wirkten kurz geschockt, Werder kam durch Bargfrede (29.) und Max Kruse (33.) zu weiteren Chancen. Aber urplötzlich stand es dann doch 1:1. Nach einem missglückten Abwehrversuch landete der Ball bei Ante Rebic, der Kroate nutzte die freie Bahn und drosch den Ball vom Strafraumrand in den Winkel (35.).

Und es blieb weiter spektakulär. Maximilian Eggestein traf nur den Pfosten (38.), sein Bruder Johannes scheiterte kurz darauf an Trapp - und übersah dabei den besser postierten Kruse (42.).

Harniks Glanzleistung, Augustinssons Aussetzer

Knapp sieben Minuten waren im zweiten Durchgang gespielt, da sorgten die Werder-Profis erneut für Verzücken bei ihren Fans. Davy Klaassen eroberte den Ball im Mittefeld und leitete ihn schnell auf Kruse weiter. Kruse schickte Harnik steil, der den Ball rechts an Trapp vorbei legte, den Frankfurter Torwart auf der anderen Seite umkurvte und dann ins leere Tor einschob (52.). Wenig später hatte Kruse das 3:1 auf dem Fuß, seinen Lupfer lenkte Trapp mit den Fingerspitzen übers Tor (57.).

Doch wie im ersten Durchgang kam Frankfurt fast aus dem Nichts zum Ausgleich. Ludwig Augustinsson griff am Boden liegend nach dem Ball - Haller verwandelte den fälligen Handelfmeter eiskalt zum 2:2 (79.). Die Bremer protestierten heftig, sie monierten einen Rempler von Rebic gegen Augustinsson. Den hatte es tatsächlich auch gegeben, der Griff zum Ball erfolgte jedoch eindeutig später und vor allem aktiv.

Werder mit Chancenwucher und im Glück

Die Schlussphase wurde hektisch: Werder drängte auf die erneute Führung, aber auch Frankfurt schien mit dem einen Punkt nicht zufrieden zu sein, lief sich aber immer wieder an der guten Bremer Defensive fest. Die besseren Chancen hatten die Gastgeber: Maximilian Eggestein vergab zwei gute Gelegenheiten (77., 80.), Klaasen schoss knapp vorbei (85.). Schlussendlich vergab erneut Maximilian Eggestein freistehend in der Nachspielzeit (90.+2). Es hätte aber auch ganz anders für Werder kommen können: Ein Handspiel von Niclas Moisander erachtete Schiedsrichter Markus Schmidt nach Betrachten der Videobilder nicht als elfmeterwürdig (90.+1) und Haller vergab für Frankfurt noch eine Riesenmöglichkeit kläglich (90.+4).

Dieses Thema im Programm:

Sportclub | 27.01.2019 | 22:50 Uhr

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