Stand: 07.10.2018 15:20 Uhr

Der Braunschweiger Dom

Das Braunschweiger Domgeläut besteht aus zwölf Glocken. Es gilt - gerade wegen der großen Anzahl historischer Glocken - als eines der bedeutendsten Geläute Deutschlands. Allein neun Glocken wurden Anfang des 16. Jahrhunderts gegossen (1502 bzw. 1506). Noch älter ist die "Blasius minimus" oder "Adämchen" genannte Glocke aus dem 15. Jahrhundert. Der niederländische Gießer Gerhard van Wou, Schöpfer der berühmten "Gloriosa" aus dem Erfurter Dom, zeichnet allein für drei Braunschweiger Glocken verantwortlich (eine vierte stürzte 1660 ab und wurde 1990 ersetzt). Sechs Glocken stammen von van Wous Gehilfen Hinrik van Kampen. Wunderbarerweise konnten sämtliche Glocken über den Zweiten Weltkrieg gerettet werden, obwohl die meisten eingeschmolzen werden sollten.

Kurzinfos zum Dom

Bauherr: Heinrich der Löwe
Legende: Kratzspuren am Portal stammen angeblich vom Löwen des verstorbenen Herzogs, der zu seinem im Dom aufgebahrten Herrn wollte.
Besonderheit: mehrere Ausstattungsstücke aus dem 12. Jh.
Konfession: evangelisch-lutherisch

In der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts baute der mächtige Welfen-Herzog Heinrich der Löwe Braunschweig zu seiner Residenz aus. 1173 stiftete er eine "Memorialkirche", die er zu seiner und seiner Frau Grablege bestimmte - den späteren Dom, ein großartiges architektonisches Machtsymbol. Auch als Heinrichs Macht zunehmend verfiel, unterstützte er den Bau weiter. 1195 wurde er in der noch unfertigen Kirche neben seiner Frau beigesetzt. 1226 wurde die Kirche geweiht.

Die Bezeichnung "Dom" kam im 14. oder 15. Jahrhundert auf; bis ins 19. Jahrhundert sprach man aber auch von der "Stiftskirche". Mehrere bedeutende Ausstattungsstücke stammen aus dem 12. Jahrhundert, zum Beispiel das Imervardkreuz (um 1150), der Marienaltar von 1188 und ein siebenarmiger Leuchter von 1190.

Karte: Braunschweiger Dom

Dieses Thema im Programm:

NDR Kultur | Musica | 18.02.2017 | 19:00 Uhr