Ein Granatapfel und ein Granatapfelstück liegen auf einem Teller. © NDR Foto: Anja Deuble

Granatäpfel richtig öffnen und zubereiten

Stand: 13.01.2021 12:26 Uhr

Die Kerne des Granatapfels sind sehr gesund und schmecken sowohl als Saft als auch pur. Sie verleihen Gerichten und Soßen eine fruchtige, süßlich-herbe Note. Tipps für die Zubereitung und Rezepte.

Granatäpfel haben etwa ab September bis Februar Saison. Die bei uns im Handel erhältlichen Früchte kommen meist aus Mittelmeerländern, etwa aus der Türkei, Spanien und Israel. Der Handel bietet sowohl leuchtend rote als auch gelblich-bräunliche Exemplare an. Dabei handelt es sich um unterschiedliche Sorten. Rote Früchte stammen häufig aus Israel, gelbliche meist aus Spanien.

Granatäpfel kaufen und Reife erkennen

Die Früchte reifen nach der Ernte nicht nach, daher sollte man darauf achten, möglichst reife Exemplare zu kaufen. Eine raue Schale und ein bereits trockener Blütenansatz weisen auf Reife hin. Außerdem sollte die Frucht schwer in der Hand liegen, die Außenhaut dick und ledrig sein. Flecken auf der Schale sind kein Problem, die Frucht sollte aber keinesfalls weiche Stellen aufweisen, denn dann ist sie innen bereits faulig. Reife Granatapfelkerne sind tiefrot, nicht blass. Nur dann entfalten sie ihr typisch süßlich-säuerliches Aroma.

Drei Granatäpfel von denen einer aufgeschnitten ist. © imago Foto: Westend61
Die Kerne reifer Früchte sind dunkelrot und sehr saftig.

Die Früchte lassen sich relativ lange lagern. Sie halten bei Zimmertemperatur gut zwei Wochen, im Kühlschrank sogar einige Monate. Angebrochene Früchte am besten in etwas Klarsichtfolie einwickeln und im Kühlschrank lagern. So bleiben sie mehrere Tage frisch.

Granatäpfel richtig öffnen

Um an die Kerne des Granatapfels zu gelangen, gibt es zwei Methoden: Entweder den oberen Teil der Frucht abschneiden und die Schale von oben nach unten vorsichtig so einschneiden, dass Viertel entstehen. Dann die Frucht auseinanderbrechen und die Kerne mit den Fingern oder mit einem Löffel aus den Kammern lösen. Tipp: Es spritzt weniger, wenn die Frucht in einer großen, mit kaltem Wasser gefüllten Schüssel auseinandergebrochen wird. Die Kerne dann in einem Sieb auffangen

Alternativ kann man den Granatapfel zunächst quer halbieren und die einzelnen Hälften jeweils mit der Schnittfläche nach unten in die Hand nehmen. Die Fruchthälften über eine große Schüssel halten und mit einem Kochlöffel kräftig auf die Schale klopfen, bis alle Kerne in die Schüssel gefallen sind.

Granatapfelkerne: Pur oder als Soße und Saft

Schälchen mit Quark und Früchten, daneben ein kleines Schälchen mit Granatapfelkernen. © NDR Foto: Claudia Timmann
Granatapfelkerne passen sowohl zu pikanten als auch zu süßen Speisen, hier etwa zum gesunden Frühstücksquark.

Granatapfelkerne schmecken nicht nur sehr gut in Obstsalat, sondern passen auch hervorragend zu pikanten Gerichten, etwa zu Lamm und Wildgerichten, und sind zugleich sehr dekorativ. Die Kerne kann man einfach pur über die Speisen streuen oder zu einer aromatischen Soße verarbeiten. Dazu die Kerne mit Schalotten und etwas Honig andünsten, mit Wein und Brühe ablöschen, aufkochen und reduzieren.

Granatapfelsaft: Ideal für Dressings

Der süßlich-herbe Geschmack von Granatapfelsaft lässt sich außerdem hervorragend in Salatdressings als Ersatz für Zitronensaft verwenden. Hierzu am besten puren Granatapfelsaft ohne Zusätze kaufen oder den Saft selbst pressen. Dazu die Frucht in geschlossenem Zustand kneten und mehrmals fest auf einer Unterlage hin- und herrollen. Anschließend den Saft einfach durch ein Loch in der Schale auspressen. Wer eine Orangenpresse besitzt, kann diese auch für Granatäpfel benutzen.

Tipp: Beim Auspressen am besten eine Schürze tragen, denn der Saft der Kerne spritzt und verursacht Flecken, die sich kaum mehr entfernen lassen. Im Handel erhältlicher Granatapfelsirup, der beispielsweise in Cocktails verwendet wird, enthält übrigens häufig keinen Granatapfelsaft, sondern lediglich Zucker, Aromastoffe, Farbstoffe und Säuerungsmittel.

So gesund sind Granatäpfel

In der Antike waren Granatäpfel ein Symbol für Liebe und Fruchtbarkeit, aber auch für Herrschaft und Macht. Heute werden die Früchte wegen ihrer gesunden Inhaltsstoffe als "Superfood" gepriesen. So enthalten Granatäpfel überdurchschnittlich viel Kalium sowie weitere bioaktive Pflanzenstoffe (Polyphenole), die unter anderem vor Entzündungen und Arteriosklerose schützen können. Belegt ist zudem eine vorbeugende Wirkung gegen Prostatakrebs.

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Dieses Thema im Programm:

Hamburg Journal | 04.12.2020 | 19:30 Uhr

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