Miesmuscheln liegen auf Eis. © Picture Alliance Foto: Kai Remmers

Frische Miesmuscheln beim Einkauf erkennen

Stand: 12.03.2022 08:23 Uhr

Miesmuscheln sind sehr gute Nährstofflieferanten. Sie enthalten wichtige Fette und Vitamine. Allerdings verderben die Meeresfrüchte auch schnell. Wichtig ist: nur frische Miesmuscheln zubereiten und essen.

von Charlotta Polter

Miesmuscheln sind echte Proteinbomben, haben keine Kohlenhydrate, sind dafür aber reich an Omega-3-Fettsäuren. Diese gesunden, mehrfach gesättigten Fettsäuren hemmen Entzündungen und wirken sich positiv auf die Gehirnentwicklung aus. Außerdem tragen Miesmuscheln dank der Vitamine B1, B2, B6, C und E zu einer ausgewogenen Ernährung bei. Sie enthalten zudem viele Mineralstoffe, wie Natrium, Kalium und Phosphor, Magnesium, Calcium und Eisen.

Frische: Nur lebende und geschlossene Muscheln verarbeiten

Die Guten ins Töpfchen, die schlechten ins Kröpfchen - diese Regel sollte man bei Miesmuscheln streng befolgen. Denn frische Muscheln leben. Eine Muschel, die sich nicht verschließt oder kaputt ist, ist tot und womöglich verdorben. So können Sie frische Muscheln erkennen:

  • Machen Sie einen Geruchstest: Muscheln sollten dezent nach Meerwasser riechen.
  • Wässern Sie die Muscheln in kaltem Wasser, vermengen sie die Muscheln. Die Muscheln schließen sich.
  • Sortieren Sie kaputte Muscheln aus.
  • Klopfen Sie die geöffneten Muscheln fest an die Schale. Schließen sie sich nicht, müssen sie aussortiert werden.
  • Entfernen Sie Ablagerungen und Bärte - diese verbittern den Geschmack.
Es ist nicht ungewöhnlich, viele Muscheln auszusortieren. Aus diesem Grund rechnen Köchinnen und Köche mit einem Kilogramm Rohware pro Person.

Schadstoffe: Arsen und Dioxine in Miesmuscheln

Miesmuscheln sind sogenannte Filtrierer. Bis zu zwei Liter Meerwasser kann eine ausgewachsene Muschel pro Stunde filtern. Deswegen werden sie auch als "Kläranlage" des Meeres bezeichnet. Doch was gut für das Ökosystem ist, kann schädlich für den Verzehrer sein.

In Miesmuscheln werden häufig anorganisches Arsen und Dioxine nachgewiesen. Wissenschaftler sehen den Grund darin in dem Filterungsprozess. Anorganisches Arsen kann im Gegensatz zu organischem Arsen nicht vom Körper abgebaut werden, es reichert sich an.

Das Schwermetall gilt als krebserregend und sollte daher gemieden werden. Dioxin kann in zu hohen Mengen zu Vergiftungen beim Menschen führen. Es kann das Immunsystem, den Hormonhaushalt und das Nervensystem stören.

Tiefkühlware: Alternative zur frischen Miesmuschel

Die Muscheln kommen aus Aquakulturflächen im Wattenmeer oder sie werden gefangen - im östlichen und nördlichen Nordatlantik, im Weißen Meer, im Mittelmeer und im Nordpazifik.

Wer tatsächlich keine frischen Muscheln auf dem Wochenmarkt, an der Frischetheke oder im Kühlregal bekommt, der sollte im Tiefkühlfach schauen. Dort gibt es oft gefrorene Muscheln. Die sind bereits gekocht, werden dennoch ähnlich zubereitet, wie die frischen. Das Praktische an der TK-Ware: das Putzen fällt weg.

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