Geschmolzener Raclette-Käse fließt aus einem Pfännchen auf einen Teller mit Kartoffeln und Wurst © M.studio - Fotolia

So gelingt ein perfektes Raclette-Essen

Stand: 16.12.2021 17:20 Uhr

Käse und Kartoffeln, das ist die klassische Raclette-Kombination. Mittlerweile kommt in die Pfännchen und auf den Grill auch Gemüse, Fleisch oder Fisch. Ideen für Zutaten und Tipps für die Vorbereitung.

Vor mehr als 400 Jahren sollen Bauern im Wallis, in den Schweizer Alpen, auf die Idee gekommen sein, einen würzigen Käse am Feuer zu schmelzen. Dazu schnitten sie den runden Käselaib in zwei Hälften und legten ihn mit der Schnittfläche zur Glut. Wenn die oberste Schicht zu schmelzen begann, schabten sie den cremigen Käse ab.

Typische Zutaten: Käse, Pellkartoffeln und eingelegte Gurken

Ein Stück schmelzender Raclette-Käse © gahmann - Fotolia
Raclette ohne Pfännchen: Hier schmilzt der Käse unter einem Wärmestrahler.

Den Begriff Raclette kreierten die Walliser erst später, abgeleitet vom französischen Wort "racler", das auf Deutsch "schaben" bedeutet. Als Beilage zu dem gehaltvollen Käse werden in der Schweiz traditionell kleine Pellkartoffeln und sauer eingelegte Gürkchen gereicht. In manchen Restaurants kann man Raclette heute noch in dieser Urform am offenen Feuer genießen.

Original-Raclette-Käse stammt aus der Schweiz

Raclette heißt auch der Käse, der bei Hitze cremig schmilzt. Er enthält rund 30 Prozent Fett, ist halbfest und wird aus Kuhmilch hergestellt. Sein Aroma entwickelt er in etwa drei Monaten Reifezeit. Ein kompletter Laib wiegt circa fünf Kilogramm. Beim original Raclette-Käse aus der Schweiz kann man die Rinde mitessen. Bei anderen Sorten ist sie häufig mit dem Antibiotikum Natamycin behandelt und muss abgeschnitten werden. Das Mittel steht als E235 in der Zutatenliste. Neben Raclette eignen sich auch andere würzige, nicht zu harte Käsesorten wie etwa Gouda oder Edamer.

Raclette-Grill: Welche Modelle gibt es?

Raclette © fotolia.com Foto: Janine Fretz
In Tischgeräte passen mehrere Pfännchen gleichzeitig.

Für den Hausgebrauch gibt es zahlreiche Varianten elektrischer Raclette-Grills. Bei einigen wird - ähnlich der Ur-Variante - ein großes Käsestück eingespannt und von einem Heizstab angestrahlt. Gängiger und preiswerter sind Modelle mit kleinen Pfännchen, die von oben erhitzt werden. So können bis zu acht Personen gleichzeitig Käsescheiben schmelzen. Meist haben sie oben zusätzlich einen heißen Stein oder eine Grillplatte, auf der Fleisch und Fisch gegart werden können. Einfache Geräte bietet der Handel schon ab rund 30 Euro an.

Es ist empfehlenswert, beim Kauf nicht nur auf den Preis zu achten. Das Gerät sollte stabil sein und eine kompakte Form haben. Das stellt sicher, dass die Hitze gleichmäßig verteilt ist und Käse und Grillgut schnell heiß und knusprig werden. Beim traditionellen Raclette wird jeweils nur eine Portion abgeschabt.

Welche Beilagen passen zu Raclette?

In Deutschland hat sich Raclette zu einem beliebten Essen in gemütlicher Runde entwickelt. Dabei kommt längst nicht mehr nur Käse in die Pfännchen. Auch Gemüse, Schinken, Obst sowie Fleisch oder Fisch auf der Grillplatte können die klassischen Zutaten ergänzen. Letztlich zählt der persönliche Geschmack. Sehr gut zu Raclette passen als Beilagen Pilze, eingelegte Zwiebeln, Paprika, ein knackiger Blattsalat und natürlich - ganz traditionell - saure Gurken.

Wie viel Käse und Kartoffeln sollte man einplanen?

In jedem Fall ist einige Geduld gefordert, denn der Käse muss cremig geschmolzen und eventuell leicht gebräunt sein. Pro Person sollte man 150 bis 200 Gramm Käse einplanen und etwa drei bis vier Kartoffeln.

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Dieses Thema im Programm:

Hamburg Journal | 28.12.2020 | 19:30 Uhr

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