Stand: 13.12.2017 14:31 Uhr

Raclette: Kulinarischer Silvester-Spaß

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Raclette ohne Pfännchen: Der Käse schmilzt unter einem Wärmestrahler.

In einem offenen Kamin prasselt ein Holzfeuer, davor sitzen Menschen, plaudern und essen. In einer solchen Runde muss Raclette erfunden worden sein. Vor mehr als 400 Jahren sollen es Bauern im Wallis, in den Schweizer Alpen, gewesen sein, die auf die Idee kamen, einen würzigen Käse am Feuer zu schmelzen. Dazu schnitten sie den runden Käselaib in zwei Hälften und legten ihn mit der Schnittfläche zur Glut. Wenn die oberste Schicht zu schmelzen begann, schabten sie den cremigen Käse ab.

Der Name kommt aus dem Französischen

Den Begriff Raclette kreierten die Walliser erst später, abgeleitet vom französischen Wort racler = schaben. Als Beilage zu dem gehaltvollen Käse werden in der Schweiz traditionell kleine Pellkartoffeln und sauer eingelegte Gürkchen gereicht. In manchen Restaurants kann man Raclette heute noch in dieser Urform am offenen Feuer genießen.

Original-Käse stammt aus der Schweiz

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In Tischgeräte passen mehrere Pfännchen gleichzeitig.

Raclette heißt auch der Käse, der bei Hitze cremig schmilzt. Er enthält rund 30 Prozent Fett, ist halbhart und wird aus Kuhmilch hergestellt. Sein Aroma entwickelt er in etwa drei Monaten Reifezeit. Ein kompletter Laib wiegt circa fünf Kilogramm. Beim original Raclette-Käse aus der Schweiz kann man die Rinde mitessen. Bei anderen Sorten ist sie häufig mit dem Antibiotikum Natamycin behandelt und muss abgeschnitten werden. Das Mittel steht als E235 in der Zutatenliste. Neben Raclette eignen sich auch andere würzige, nicht zu harte Käsesorten wie etwa Gouda oder Edamer.

Das passende Gerät

Für den Hausgebrauch gibt es zahlreiche Varianten elektrischer Raclette-Geräte. Bei einigen wird - ähnlich der Ur-Variante - ein großes Käsestück eingespannt und von einem Heizstab angestrahlt. Gängiger und preiswerter sind Modelle mit kleinen Pfännchen, die von oben erhitzt werden. So können bis zu acht Personen gleichzeitig Käsescheiben schmelzen. Einfache Geräte bietet der Handel schon ab rund 20 Euro an. Beim traditionellen Raclette wird jeweils nur eine Portion abgeschabt.

Die Beilagen

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Roher und gekochter Schinken sind beliebte Beilagen zum Raclette.

In Deutschland hat sich Raclette zu einem beliebten Essen in gemütlicher Runde entwickelt. Dabei kommt längst nicht mehr nur Käse in die Pfännchen, sondern nahezu alles - von Gemüse über Wurst und Fisch bis zu Obst. Letztlich zählt nur der Geschmack des "Kochs". Manche Raclette-Esser verzichten sogar auf Kartoffeln als Beilage. In jedem Fall ist einige Geduld gefordert, denn der Käse muss cremig geschmolzen und eventuell leicht gebräunt sein. Pro Person sollte man 150 bis 200 Gramm Käse einplanen.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 2 | 11.12.2014 | 06:40 Uhr

Dieses Thema im Programm:

Hamburg Journal | 22.12.2015 | 19:30 Uhr

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