Chefdirigent Andrew Manze dirigierend © NDR Foto: Micha Neugebauer

Schumann-Festival mit den SInfonien Nr. 2 und Nr. 4

Schumanns Sinfonien Nr. 2 und Nr. 4 standen im September 2020 zusammen mit seiner Ersten und Dritten auf dem Programm zum Saisonstart der NDR Radiophilharmonie.

Erstmals führten Andrew Manze und die NDR Radiophilharmonie beim Schumann-Festival gemeinsam Sinfonien von Robert Schumann auf. An zwei Abendenden standen neben Schumanns Sinfonien Nr. 1 und Nr. 3 die Vierte und die Zweite auf dem Programm, die Chefdirigent Manze besonders liebt und schätzt.

Zwischenzeit 2 | Do, 10.09.20 | 20 Uhr
Zwischenzeit 4 | Sa, 12.09.20 | 20 Uhr
Großer Sendesaal
Schumann-Festival

NDR Radiophilharmonie
Andrew Manze Dirigent

ROBERT SCHUMANN
Sinfonie Nr. 2 C-Dur op. 61
Sinfonie Nr. 4 d-Moll op. 120

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"Der Widerstand des Geistes"

"Ich habe Schumanns Zweite Sinfonie schon als Student geliebt und halte sie für eine der großartigsten Sinfonien überhaupt. Auch wenn sie unverhüllt auf Beethoven, Haydn und Bach verweist und weniger offen auch Wagner und Schubert zunickt, ist sie eines von Schumanns persönlichsten großen Stücken", so Andrew Manze.

Die tiefgehendsten und bedeutendsten Werke entstehen oft aus existenziellen Krisen heraus, auch Schumanns Sinfonie Nr. 2. Im Jahr 1844 hatte er körperlich wie psychisch einen völligen Zusammenbruch erlitten, im Jahr darauf begann er mit der Komposition der Zweiten: "Ja ich kann wohl sagen, es war gleichsam der Widerstand des Geistes, der hier sichtbar influiert hat und durch den ich meinen Zustand zu bekämpfen suchte", schrieb Schumann. Kampf und Überwindung der Krise - "als Ergebnis drückt diese Musik ein Gefühl der Erleichterung von einer schweren Last aus, feiert das lebensbejahende Tageslicht nach einer anscheinend endlosen Nacht der Verzweiflung" (Andrew Manze).

Erfolg beim zweiten Versuch

Chronologisch betrachtet ist Schumanns Sinfonie Nr. 4 eigentlich seine zweite Sinfonie. Gleich nach der erfolgreichen Uraufführung seiner Ersten Sinfonie 1841 hatte er sich voller Eifer an diese d-Moll-Sinfonie gemacht, integrierte neuartige formale Ideen, indem er beispielsweise die vier Sätze nur durch kurze Pausen getrennt ineinander übergehen ließ und motivisch-thematisch vernetzte. Das Werk stieß allerdings auf geringe Resonanz und Schumann ließ es in der Schublade verschwinden. Motiviert von der umjubelten Premiere der "Rheinischen" holte er die Komposition 1851 wieder hervor und überarbeitete sie insbesondere instrumentatorisch. Unter seiner eigenen Leitung kam die nun zur Nr. 4 gewordene Sinfonie in Düsseldorf zur Aufführung, und diesmal waren Publikum und Kritiker höchst begeistert.

Konzerteinführung

Das Gesprächsformat "Das Gelbe Sofa" online:

VIDEO: "Das Gelbe Sofa" mit Andrew Manze (9 Min)

Weitere Informationen
NDR Radiophilharmonie und Andrew Manze auf der neuen Bühne Großer Sendesaal © NDR Foto: Micha Neugebauer

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Orchester und Chor