NDR Radiophilharmonie und Andrew Manze auf der neuen Bühne Großer Sendesaal © NDR Foto: Micha Neugebauer

Schumann-Festival mit 1. und 3. Sinfonie

Zur Saisoneröffnung der NDR Radiophilharmonie im September 2020 spielte das Orchester Schumanns "Frühlingssinfonie" und die "Rheinische" unter der Leitung von Chefdirigent Andrew Manze.

Sämtliche Sinfonien von Beethoven, Mendelssohn und Brahms sind unter der Leitung von Andrew Manze mit der NDR Radiophilharmonie bereits erklungen - jedoch noch keine einzige Sinfonie von Schumann. Das ist kein Zufall, vielmehr ist es "eine bewusste Entscheidung gewesen", so Manze, "die Sinfonien Schumanns erst gemeinsam aufzuführen, wenn die NDR Radiophilharmonie und ich eine lange Zeit zusammengearbeitet haben." Nach sechs Jahren Amtszeit war es nun soweit und zum Saisonstart 2020/21 waren beim Schumann-Festival alle vier Schumann-Sinfonien mit Chefdirigent Manze und der NDR Radiophilharmonie im Großen Sendesaal zu erleben.

Zwischenzeit 1 | Mi, 09.09.20 | 20 Uhr
Zwischenzeit 3 | Fr, 11.09.20 | 20 Uhr
Großer Sendesaal
Schumann-Festival

NDR Radiophilharmonie
Andrew Manze Dirigent

ROBERT SCHUMANN
Sinfonie Nr. 1 B-Dur op. 38 "Frühlingssinfonie"
Sinfonie Nr. 3 Es-Dur op. 97 "Rheinische"

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Frühlingsgefühle

"Schumanns musikalischer Charakter ist ungewöhnlich komplex - in einem Moment besorgt, im nächsten in Freude ausbrechend, aber immer empfindsam (fast überempfindsam) und nah an der Flamme der Leidenschaft fliegend", sagt Andrew Manze. Eine gute und adäquate Aufführung der Musik Schumanns setze "absolutes Vertrauen und Verstehen zwischen dem Orchester und dem Dirigenten voraus". Von Komplexität ist bereits Schumanns Sinfonie Nr. 1 geprägt. Impulsiv brach der Komponist 1841 mit der Ersten, der "Frühlingssinfonie", in seine sinfonisch-poetische Welt auf. "Ich schrieb die Sinfonie in jenem Frühlingsdrange, der den Menschen wohl bis in das höchste Alter hinreißt." Ja, es ist zu hören und zu fühlen: Schumann war voller Tatendrang zu jener Zeit, zumal er geradezu im siebten Himmel schwebte, hatte er doch im Herbst 1840 endlich seine Clara geheiratet, ganz gegen deren Vaters Willen. Die Liebe zu Clara und wohl ebenso der Kampf und der Triumph über seinen Schwiegervater - auch diese Momente kommen in der Sinfonie Nr. 1 zum Ausdruck.

"Ein Stück Leben"

Kombiniert wird Schumanns Erste in diesen beiden Konzerten mit der zehn Jahre später entstandenen Dritten Sinfonie. 1850 waren die Schumanns von Dresden nach Düsseldorf gezogen, wo Robert das Amt des städtischen Musikdirektors antrat. Zunächst ließ es sich für sie, nach schwierigen Zeiten zuvor, am Rhein durchaus hoffnungsvoll an. Und so wirkt auch gleich der Beginn der Dritten energiegeladen und zielstrebig. Der Titel "Rheinische" geht allerdings nicht auf Schumann zurück. Inwiefern der Rhein, rheinische Lebensart oder auch der Kölner Dom - von dem er höchst beeindruckt war - ihn bei seiner kompositorischen Arbeit tatsächlich inspiriert haben, dazu hat er sich nicht konkret geäußert. Seine Sinfonie Nr. 3 spiegele "vielleicht hier und da ein Stück Leben wider", notierte er. Wie dem auch sei, diese Sinfonie lässt nicht nur Rheinländerinnen und Rheinländern das Herz aufgehen.

Konzerteinführung

Das Gesprächsformat "Das Gelbe Sofa" online:

VIDEO: "Das Gelbe Sofa" mit Andrew Manze (9 Min)

Weitere Informationen
Chefdirigent Andrew Manze dirigierend © NDR Foto: Micha Neugebauer

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Orchester und Chor